Handball
Zwei rote Karten und eine fulminante Aufholjagd: Der RTV verliert gegen Thun spektakulär

Der RTV Basel verliert das Heimspiel gegen Thun mit 26:27 (13:13). Die Startphase der zweiten Halbzeit wird den Baslern dabei zum Verhängnis. Dennoch gibt der mutige Auftritt gegen den Spitzenklub aus Thun Anlass zur Hoffnung.

Simon Leser
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Der RTV Basel hält gegen die Thuner über weite Strecken stark dagegen.

Der RTV Basel hält gegen die Thuner über weite Strecken stark dagegen.

Patrick Straub / KEYSTONE

Es sind keine drei Minuten gespielt in der zweiten Hälfte, da nimmt Ike Cotrina ein Time-Out. Denn was kurz nach der Pause zwischen dem RTV Basel und Wacker Thun geschieht, gefällt dem RTV-Trainer gar nicht: 13:13 hatte es nach den ersten 30 Minuten gegen den Tabellendritten aus dem Berner Oberland gestanden. Doch drei Minuten nach Wiederanpfiff liegen die Gäste erstmals mit drei Treffer in Führung. Cotrina läuft energisch auf und ab und lässt seinen Frust auf Spanisch raus. «Die Angriffsspielzüge, die wir uns in der Pause vorgenommen haben, klappten nicht. Das wollte ich korrigieren», sagt er.

Einzig: Das Time-Out zeigt kurzfristig keine Wirkung. Denn auch danach lässt sich nicht verhindern, dass die Minuten nach Wiederanpfiff dem RTV in diesem Spiel gegen den Favoriten aus Thun zum Verhängnis werden. Ganze sechs Minuten dauert es, bis die Basler wieder einen Treffer markieren – zum 14:17. Doch der vermeintliche Nackenschlag kommt in der 37. Minute. Aleksander Spende sieht die rote Karte, weil er nach einer Drehung mit dem Ellenbogen den Hinterkopf eines Thuners trifft. Ohne den Slowenen, der in der starken ersten Hälfte neun der 13 Basler Treffer erzielt hatte, fehlt dem RTV die offensive Lebensversicherung.

Ein Spielmacher wie ein Dirigent

Den Ausschluss Spendes nutzt Wacker, um auf 23:15 davonzuziehen. Das Spiel ist hitzig, vor allem die Basler enervieren sich lautstark über die strittigen Entscheidungen des Schiedsrichters, die auch noch eine zweite rote Karte gegen den RTV zur Folge haben. «In gewissen Situationen war die Meinung der Schiedsrichter für uns schwierig zu akzeptieren. Doch wir müssen schneller antizipieren, wie sie pfeifen», sagt Cotrina. Und dennoch: Das Spiel ist auch dann nicht entschieden, als der RTV mit acht Treffern zurückliegt. Denn die Basler, die in dieser Saison erst einmal gewannen, kämpfen – und kommen rasant näher. Plötzlich liegt der RTV nur noch mit 24:26 hinten.

Das liegt einerseits daran, dass im Tor Yasin Kühner eine bärenstarke Partie zeigt und mehrere Big Saves verbucht. Und andererseits, dass der 42-jährige Igor Stamenov als Spielmacher gekonnt die Spielzüge leitet und dirigiert wie ein Dirigent seinen Taktstock. Auch zwei Minuten vor Ende braucht der RTV nur zwei Treffer, um sich ein verdientes Unentschieden zu ergattern. Eines, das er aufgrund der ersten Hälfte und der leidenschaftlichen Aufholjagd mehr als verdient hätte. Doch eines, das nicht eintritt. Denn Wacker Thun bringt die Führung über die Zeit und gewinnt denkbar knapp mit 27:26. «Wir sind nach der roten Karte gegen Spende nochmals näher zusammengerückt und haben bis zum Schluss gekämpft. Doch wir brauchen noch ein paar Fehler weniger, um zu punkten», sagt Cotrina. Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich am Sonntag, wenn der RTV Basel auswärts in Bern spielt.

Das Telegramm

RTV Basel – Wacker Thun 26:27 (13:13)

Rankhofhalle, Basel. – 150 Zuschauer. – SR Keiser/Rottmaier.

RTV: Kühner (1)/Willimann; Berger, Basler, Cagalj (3), Dietwiler, Ismael Bela (1), Mauron (2), Paban (8), Spende (8/4), Stamenov (3), Schärer, Krause.

Übersicht

Resultate und Rangliste

Resultate vom Mittwoch: GC Amicitia Zürich - St. Otmar St. Gallen 32:22 (15:10). Pfadi Winterthur - Suhr Aarau 27:28 (14:14). RTV Basel - Wacker Thun 26:27 (13:13). 

Rangliste: 1. Kadetten Schaffhausen 5 Spiele/10 Punkte. 2. Wacker Thun 6/9. 3. St. Otmar St. Gallen 7/9. 4. GC Amicitia Zürich 7/8. 5. Suhr Aarau 7/8. 6. Pfadi Winterthur 7/7. 7. BSV Bern 5/6. 8. Kriens-Luzern 5/3. 9. RTV Basel 7/2. 10. Chenois Genève 6/0. 

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