Der FCB vor Lugano

Die Verpflichtung von Arthur Cabral ist ein Trumpf für die FCB-Aufholjagd

Freude herrscht: Nicht nur die Mannschaft, das gesamte Umfeld des FC Basel freut sich über den Verbleib von Stürmer Arthur Cabral (rechts).

Freude herrscht: Nicht nur die Mannschaft, das gesamte Umfeld des FC Basel freut sich über den Verbleib von Stürmer Arthur Cabral (rechts).

Durch die Verpflichtung von Arthur Cabral geht der FC Basel mit einem Trumpf im Ärmel in die letzten zehn Spiele der Saison und das Auswärtsspiel am Mittwoch in Lugano. Doch das hat auch seinen Preis.

Die brasilianische Variante der Geschichte geht so. Da Arthur Cabral gegen Luzern sein zwölftes Saisontor schoss, wurde eine Kaufklausel im Leihvertrag des Brasilianers aktiv. Der Preis für 70 Prozent der Transferrechte des 22-Jährigen beträgt rund 4,5 Millionen Franken, die sich Palmeiras und Cabrals vorheriger Club Céara zu je 50 Prozent teilen. Der FCB konnte also gar nicht anders, als Cabral fix zu übernehmen.

Dass FCB-Sportchef Ruedi Zbinden diese Kaufzwang-Klausel dementierte, spielt eigentlich keine Rolle. Denn ob mit oder ohne Kaufzwang ist unbestritten, dass der FCB seinen bulligen Stürmer aus sportlicher Sicht unbedingt halten muss. Das sieht auch FCB-Präsident Bernhard Burgener so. Er sagte vor einer Woche: «Die Klausel muss mich nicht interessieren. Die Frage ist nur, wie wir den Deal abwickeln können, damit unsere Liquidität nicht gefährdet ist.» Und das ist dem FCB jetzt offenbar gelungen. Am Montag teilte der FCB mit, dass Cabral einen Vertrag bis 2023 unterschrieben hat.

Diese Nachricht löste bei den FCB-Fans grössere Freude als die beiden späten Tore gegen Sion aus. Denn allen im rotblauen Umfeld ist bewusst, wie wichtig Cabral – der seit dem Restart bereits viermal getroffen hat – für den FCB ist. Zbinden sagt stellvertretend für viele: «Cabral hat sich hervorragend weiterentwickelt. Mit seiner wuchtigen Spielweise ist er stets gefährlich und versteht es dabei, mehrere Spieler auf sich zu ziehen. Es freut mich, dass wir ihn längerfristig an uns binden konnten. Wir werden noch viel Freude mit ihm haben.» Auch der Spieler selber freut sich, in Basel bleiben zu können: «Ich fühle mich sehr wohl hier und werde hart dafür arbeiten, dass wir erfolgreich sind.»

Cabral könnte schon bald weiter verkauft werden

Die Freude ist zunächst einmal auf die kommenden zwei Monate beschränkt. Dort soll Cabral mithelfen, die sportlichen Ziele in allen drei Wettbewerben zu erreichen. Den Anfang macht die heutige Partie in Lugano, die das dritte Viertel der Meisterschaft beendet.

Sehenswert: Hier trifft Arthur Cabral zwar nicht ins Tor, doch in dieser Saison gelangen ihm bereits 13 Tore und 6 Assists.

Sehenswert: Hier trifft Arthur Cabral zwar nicht ins Tor, doch in dieser Saison gelangen ihm bereits 13 Tore und 6 Assists.

Was aber über den Sommer hinaus geschieht ist völlig offen. Cabral hat durch seine Leistungen das Interesse andere europäischer Clubs geweckt. Der FCB sieht in ihm auch ein mögliches Verkaufsobjekt mit «Potenzial für die Zukunft», wie er im Communiqué schreibt. Auch wenn möglicherweise 30 Prozent der Ablöse an Palmeiras fliessen, könnte der FCB bei einem Verkauf von Cabral ordentlich Gewinn machen. Und auf Transfererlöse wird er in diesem Jahr mehr denn je angewiesen sein. Vor allem dann, wenn der FCB nicht Meister werden sollte und keine europäische Gruppenphase garantiert ist.

Gleich drei Neuigkeiten prägen den Deadline Day

Nachdem die Verträge von Eric Ramires (bis Saisonende) und Arthur Cabral verlängert wurden und Emil Bergström zurück nach Utrecht geschickt wurde, standen am gestrigen Deadline Day zwei weitere Personalentscheide an. Edon Zhegrova wird den FCB fürs erste verlassen und sein verletztes Sprunggelenk bei seinem Stammclub Genk kurieren. Da sich der Spieler aber eine Rückkehr zum FCB «ausdrücklich wünscht», will Zbinden nach eigener Aussage aber alles tun, um den dribbelstarken Flügelflitzer doch noch zurück zum FCB zu holen. Anders sieht die Sache bei Ricky van Wolfswinkel aus. Der aktuell an der Wade verletzte Stürmer wird mindestens bis Saisonende beim FCB bleiben.

Zu guter Letzt kommunizierte der FCB gestern noch eine Erfolgsmeldung. Der Vertrag mit Hauptsponsor Novartis wurde vorzeitig bis 2025 verlängert. Burgener bezeichnete den Deal als «starkes Zeichen für den FCB und die Region». Novartis ist seit 2004 FCB-Hauptsponsor. Der Basler Pharmakonzern liess sich dieses Engagement in der Vergangenheit jährlich geschätzte 2,5 Millionen Franken kosten. Wie hoch der Beitrag für die kommenden Jahre sein wird, teilt der FCB nicht mit.

Mehr Infos zu Zhegrova, van Wolfswinkel und dem Novartis-Deal finden Sie hier.

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