FC Basel

Die Hoffnung des FC Basel lebt nach dem 0:0 weiter

Der FCB hatte die besseren Chancen, zwang Sevilla-Keeper Soria immer wieder zu guten Paraden, konnte am Ende aber den entscheidenden Treffer nicht erzielen. Somit bleibt es beim 0:0 und das Duell wird im Rückspiel entschieden.

Urs Fischer brauchte nicht lange zu überlegen: «Das 0:0 ist kein schlechtes Ergebnis für uns. Für Sevilla vielleicht sogar ein gefährliches.» Der Basler Trainer weiss: Gelingt seiner Mannschaft im Rückspiel ein Tor, dann müssen die Spanier mindestens deren zwei schiessen, um eine Runde weiter zu kommen.

Dass sie dazu aber gewiss fähig sind, weiss auch Fischer. In ihrem Stadion Sanchez-Pizjuan, einem Hexenkessel, wo 45 000 heissblütige Fans ihr Team antreiben und schon zu vielen grossen Siegen gepusht haben, sind sie eine Macht. Sie haben in dieser Saison von 22 Pflichtspielen zu Hause nicht weniger als deren neunzehn gewonnen.


So war es nicht verwunderlich, dass auch Unai Emery gut mit diesem 0:0 leben konnte. «Mit unserem Willen und Glauben können wir es im eigenen Stadion schaffen», sagte der Trainer des Titelverteidigers. Dieser hatte zwar auch in seinem 19. Auswärtsspiel in der Liga oder im Europacup nicht den ersehnten ersten Sieg eingefahren, dafür jedoch das elfte Unentschieden, sodass ihm angesichts seiner ausserordentlichen Heimstärke gewiss die etwas grösseren Chancen auf die Viertelfinalqualifikation einzuräumen sind, als den Baslern.

Die, zur Erinnerung, vor zwei Jahren mit einem 3:0-Vorsprung nach Valencia geflogen waren, dort aber 0:5 eingegangen waren. Dass der FCB andrerseits aber auch auswärts schon manch grosse Leistung erbracht hat, ob in Barcelona, Manchester, Liverpool oder Chelsea, lässt ihn doch mit einiger Zuversicht nach Andalusien reisen.

«Wir tun dies sicher mit der Einstellung, dort zu gewinnen», sagte Fischer. Es wäre der erste Auswärtssieg des FCB gegen einen spanischen Klub. Etwas Kopfzerbrechen könnte Fischer allerdings der Ausfall von Walter Samuel bereiten. Der Innenverteidiger ist gelbgesperrt, sein Stellvertreter Daniel Hoegh lange verletzt gewesen und ohne Spielpraxis.

Und abzuwarten bleibt auch, wie schwer die Verletzung von Michael Lang wiegt, der nach einem Tackling von Benoit Trémoulinas in der zweiten Halbzeit nicht mehr mittun konnte. Fischer liess dann mit einer Dreierabwehr – Marek Suchy, Samuel, Behrang Safari – spielen, die bei gegnerischem Ballbesitz auf den Seiten von Renato Steffen und Adama Traoré unterstützt wurde.


Die Basler zeigten sich auch in diesem System ziemlich sattelfest, mussten sich indes in der Schlussphase bei ihrem formidablen Goalie Tomas Vaclik bedanken, der bei Schüssen von Steven N’Zonzi, Kévin Gameiro und Evgen Konoplyanka gut reagierte und dem FCB das zu-null rettete. Wie Samuel wird im Rückspiel auch N’Zonzi fehlen, der kurz vor Schluss mit gelb-rot vom Platz musste.


Die 22 403 Zuschauer im St. Jakob-Park hatten ein von der Taktik geprägtes Rasenschach gesehen. Die Basler hatten gleich zu Beginn durch Marc Janko die grosse Chance zum 1:0 gehabt, die der Österreicher mit seinem Kopfball jedoch vergeben hatte. In der zweiten Halbzeit war dann, nach einem abgeblockten Schuss von Steffen, der Isländer Birkir Bjarnason nahe am 1:0; doch der Aufbauer schoss den Ball über das Tor.

«Das ist das Einzige, was bei uns vielleicht nicht so gut war», sagte Fischer, «wir hatten durchaus die Chancen, ein Tor zu erzielen.» Unter dem Strich aber konnte er mit dem Auftritt seiner Mannschaft gewiss zufrieden sein. Der Schweizer Meister hatte gegen eine europäische Topmannschaft eine gute und reife Leistung abgeliefert.

Und dürfte sich in diesen Tagen gerne daran erinnern, wie er im März 2014 nach einem 0:0 zu Hause gegen Salzburg das Auswärtsspiel in Österreich 2:1 gewonnen hatte und in den Viertelfinal eingezogen war. Kein Zweifel: Der Traum vom Heimfinal am 18. Mai im St. Jakob-Park ist noch lange nicht ausgeträumt.

FC Basel - FC Sevilla 0:0

22'403 Zuschauer. - SR Taylor (Eng).

Basel: Vaclik; Lang (46. Traoré), Suchy, Samuel (90. Hoegh), Safari; Xhaka, Zuffi; Bjarnason, Delgado (83. Fransson), Steffen; Janko.

FC Sevilla: Soria; Coke, Rami, Kolodziejczak, Trémoulinas; N'Zonzi, Cristoforo; Vitolo (65. Konoplanjka), Banega (93. Carriço), Krohn-Dehli; Gameiro (73. Llorente).

Bemerkungen: Basel ohne Embolo (gesperrt), Boëtius, Sporar, Akanji (alle verletzt) und Aliji (nicht spielberechtigt). Sevilla ohne Reyes (nicht im Aufgebot) und Pareja (verletzt). Basel spielte nach der Pause mit einer Dreierabwehr. 87. Gelb-rote Karte gegen N'Zonzi. Verwarnungen: 8. Samuel (Foul/im nächsten Spiel gesperrt). 36. Banega (Foul). 40. Cristoforo (Foul). 75. N'Zonzi (Foul). 85. Trémoulinas (FouL). 90. Steffen (Foul).

 Der Spielverlauf zum Nachlesen im Ticker:

Scribblelive FC Basel - FC Sevilla

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