Super League
2:0-Sieg gegen Lugano: Ein Crêpe mit Nutella und ein starker Burgherr machen das Joggeli wieder zu einer Festung

Durch das 2:0 gegen Lugano baut der FC Basel seine Heimserie aus. Doch die Art und Weise gibt zu denken.

Jakob Weber
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Früh lenkt Fabian Frei das Spiel mit seinem Abstauber zum 1:0 in der 10. Minute in die richtige Bahn.

Früh lenkt Fabian Frei das Spiel mit seinem Abstauber zum 1:0 in der 10. Minute in die richtige Bahn.

Einen Crêpe mit Nutella gab es für Fabian Frei und Heinz Lindner am Samstag. Beim Besuch der Herbstmesse liessen es sich die Fussballer gut gehen. Und die Kalorienbombe scheint sich ausgezahlt zu haben, denn Frei und Lindner sind die beiden prägenden Figuren beim 2:0-Sieg am Folgetag gegen den FC Lugano. Frei, weil er in der 10. Minute richtig antizipiert und den nach vorne abgewehrten Schuss von Edon Zhegrova zum 1:0 ins Tor hebt. Und Lindner, weil er zum wiederholten Mal in dieser Saison mehrfach mit guten Reflexen und Paraden – gegen Lugano sind es zwei Hundertprozentige und fünf weitere Abschlüsse – ein Gegentor verhindert. «Lindner hat fantastisch gehalten», erklärt Lugano-Trainer Mattia Croci-Torti anerkennend den Grund für die Niederlage der Tessiner.

«Das Resultat trügt. Wir waren nicht so souverän», gibt auch Frei nach Matchende zu. Doch 53 Prozent Ballbesitz und 23:15 Torschüsse aus Sicht der Luganesi bringen am Ende rein gar nichts ein. «Am Schluss zählt nur das Resultat», sagt auch Lindner mit einem Grinsen im Gesicht und das lautet 2:0, weil auch Arthur Cabral sein fast schon standesgemässes Tor erzielt. Nach einer schönen Spieleröffnung in der 32. Minute von Nasser Djiga, der den rotgesperrten Cömert ersetzt, legt Pajtim Kasami direkt und perfekt in den Lauf des Brasilianers, der damit weiter mehr Tore als Spiele auf dem Konto hat.

Dass nicht noch ein weiteres Tor hinzukommt, liegt an Kasami. Denn der schnappt sich kurz nach Wiederanpfiff den Ball und legt ihn auf den Penaltypunkt, von dem Cabral in dieser Saison schon sechsmal getroffen hat. Darian Males hatte zuvor clever den Laufweg von Sabbatini gekreuzt und so den Penalty bekommen. Doch es passiert, was passieren muss: Kasami verschiesst und der FCB macht das Spiel wieder spannend.

«Es ärgert mich, dass wir den Sack nicht zugemacht haben und angefangen haben, schicki-micki zu spielen», sagt Frei. Und auch Patrick Rahmen sagt: «Es war heute nicht so stilsicher, wie wir uns das vorgestellt haben.»

Stocker, Xhaka und Quintillà erneut draussen

Dass er seine Aufstellung im Vergleich zu Donnerstag nur auf einer Position änderte, erklärt Rahmen so: «Ich wollte die Spielfreude vom Donnerstag mit ins Spiel gegen Lugano nehmen.» Das bedeutet aber auch, dass arrivierte Kräfte wie Stocker, Xhaka oder Quintillà erneut nur auf der Bank sitzen. «Hier muss gut kommuniziert werden und das machen wir», sagt Rahmen, der sich sicher ist, dass er auch die angesprochenen Drei in dieser Saison noch oft brauchen wird. «Dann, wenn die Jungen eine Baisse haben sollten.»

Das Telegramm

Basel - Lugano 2:0 (2:0)

St. Jakob-Park. – SR: Alessandro Dudic. – 19 290 Zuschauer. – Tore: 10. Frei 1:0 (Zhegrova). 32. Cabral 2:0 (Kasami).
Basel: Lindner; Lang, Djiga, Pelmard, Tavares; Frei, Kasami (74. Xhaka); Zhegrova (74. Stocker), Males (62. Esposito), Millar (62. Ndoye); Cabral (83. Burger).
Lugano: Saipi; Lavanchy, Daprelà, Maric (82. Monzialo), Ziegler; Sabbatini; Custodio (60. Lungoyi), Bottani (78. Muci), Lovric; Celar (60. Amoura), Abubakar (60. Facchinetti).
Bemerkungen: Basel ohne Petretta, Padula, Fernandes (alle verletzt), Cömert (gesperrt), Tushi, Nikolic und Cardoso (kein Aufgebot). Lugano ohne Muci, Hajrizi, De Souza, Morosoli, Guidotti, Moura, Belhadj, Balde, Baumann und Macek. – 55. Kasami verschiesst Foulpenalty. – Verwarnung: 64. Frei (Foul).

Weil der FCB im Joggeli unter Rahmen 13 Siege und 2 Unentschieden eingefahren hat, liegt die Serie der Ungeschlagenheit mittlerweile bei 15 Spielen. «Als ich hier anfing, war es eines der Ziele, dass wir aus dem Joggeli wieder eine Festung machen», sagt Rahmen. Dass das so gut gelungen ist, freut den Coach natürlich. «In den letzten zwei Jahren sind hier zu viele Punkte weggegangen. Wir wollen, dass die Gegner nicht mehr dran glauben, dass sie hier etwas mitnehmen können», sagt Rahmen und auch Frei benutzt die gleiche Metapher: «Das Joggeli soll wieder eine Festung sein. Das ist sie aktuell und das soll so bleiben.»

Viel wichtiger ist aber, dass der FCB durch diese Serie und die am Wochenende auf vier Punkte ausgebaute Tabellenführung das Selbstverständnis früherer Tage zurückerlangt hat. «Auf dem Platz hatte ich nie das Gefühl, dass der Sieg in Gefahr ist», sagt Frei. Doch er mahnt: «Wir müssen in Zukunft besser verteidigen. Denn wir können nicht 36 Spiele lang auf Heinz hoffen.» Denn aktuell ist es Lindner, der als Burgherr das Tor der Festung vor wöchentlichen Stürmen schützt und sich so den Crêpe mit Nutella verdient.

Noch bevor das Spiel beginnt, gibt es eine rührende Schweigeminute für den verstorbenen Josef Zindel.
23 Bilder
Die Muttenzerkurve verabschiedet den langjährigen FCB-Mitarbeiter mit einem Banner.
Dem FCB gehört zwar nicht die Startphase, doch nach 10 Minuten kann Fabian Frei von einem Abpraller des Torhüter profitieren.
Der Routinier hebt den Ball souverän ins Tor und bringt den FC Basel damit in Führung.
Der FC Basel besticht durch Effizienz: Mit dem ersten Angriff geht er in Führung.
Frei freut sich über seinen ersten Super-League-Treffer in dieser Saison.
In der Folge ist das Spiel umkämpft, mit Chancenvorteilen für den FC Lugano. Pajtim Kasami hält dagegen.
Tomas Tavares versucht, Mattia Bottani nicht ziehen zu lassen.
In der 32. Minute steht plötzlich Arthur Cabral frei vor dem Gäste-Tor.
Und wenige Sekunden später feiert der Brasilianer das zweite Tor des FC Basel.
Für Cabral ist es der zwölfte Treffer in der Super League in nur nur zehn Saisonspielen.
Doch auch nach dem 2:0 ist der FC Lugano dem Heimteam dicht auf den Fersen.
Darian Males bekommt wie am Donnerstag die Chance, sich in der Offensive zu entfalten.
Pajtim Kasami verteidigt mit seiner Mannschaft die Zweitoreführung.
Kurz nach der Pause entscheidet Schiedsrichter Alessandro Dudic auf Penalty für den FCB. Doch zuerst schaut er sich die Fernsehbilder an.
Doch es bleibt dabei. Der FCB kriegt einen Penalty, den Pajtim Kasami aber verschiesst.
Fortan kommt der FCB, wie hier durch Edon Zhegrova, nicht mehr allzu oft in den Strafraum der Gäste aus dem Tessin.
Sebastiano Esposito setzt den Gäste-Torhüter früh unter Druck.
Fabian Frei setzt sich im Luftduell durch.
Auch Arthur Cabral springt höher als sein Gegenspieler.
Am Schluss steht vor allem Heinz Lindner im Fokus.
Mit mehreren Paraden bringt er die Lugano-Spieler in Verzweiflung.
Auch in der Nachspielzeit geht der Weg nicht am österreichischen Nationalkeeper vorbei. So bleibt es beim 2:0-Sieg für den FCB.

Noch bevor das Spiel beginnt, gibt es eine rührende Schweigeminute für den verstorbenen Josef Zindel.

Georgios Kefalas / KEYSTONE

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