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Dank den Impulsen von der Bank: Der FC Basel schafft in Genf zwei Mal ein Comeback

Der FCB holt bei Servette ein 2:2 nach zweimaligem Rückstand. Der Trainer beweist dabei ein goldenes Händchen.

Céline Feller
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Der eingewechselte Liam Millar sieht den Ball zu seinem 2:2 hinter die Linie rollen.

Der eingewechselte Liam Millar sieht den Ball zu seinem 2:2 hinter die Linie rollen.

Das letzte Puzzle-Teilchen kommt in der 81. Minute. Jordi Quintillà betritt den Platz, ersetzt Pajtim Kasami. Und Quintillà braucht nur drei Minuten, um seine Einwechslung zu rechtfertigen. Sein Pass auf Darian Males ist der Beginn dessen, was schliesslich im 2:2 resultiert.

Diesem 2:2, das Males durch einen sensationellen Pass vorbereitet und das Liam Millar erzielt. Es ist das zweite Mal, dass der FC Basel in seinem Gastspiel in Genf nach einem Rückstand zurückkommt. Und es ist gleichbedeutend mit dem Endstand.

Quintillà, Males, Millar: Sie haben nicht nur gemeinsam, dass sie ihre Füsse beim Ausgleich im Spiel haben, sondern sie sind auch allesamt von der Bank gekommen. In eine Mannschaft, die sich vor ihren Einwechslungen schwer tut. Denn der FCB gerät bereits früh ein erstes Mal in Rückstand. In der 17. Minute erzielt Miroslav Stevanovic ein wunderschönes, unhaltbares Tor zum 1:0 für die Genfer. Es ist eine Führung, die zu diesem Zeitpunkt in Ordnung ist.

Viel Ballbesitz, wenig Ideen

Der FCB startet behäbig in die Partie, hat zwar konstant mehr Ballbesitz, weiss mit diesem aber nicht viel anzufangen, hat keine kreativen Ansätze im letzten Drittel. «Wir brauchten ein paar Minuten, um die Müdigkeit abzuschütteln», erklärt Valentin Stocker die Schwierigkeiten seines Teams. Vor allem mental sei das Spiel am Donnerstag eine Herausforderung gewesen und wirkt sich so noch bis nach Genf aus.

Entsprechend aus dem Nichts erzielt der FCB den Ausgleich zum 1:1. Sergio López schliesst aus spitzem Winkel ab, nachdem der Ball von Matías Palacios schön in den Strafraum gehoben wird und dort via Arthur Cabral und Valentin Stocker den Weg zu López findet. Aus diesem Ausgleich ziehen die Basler Kraft, werden plötzlich stärker bis zur Pause.

Was genau in dieser passiert, ist ungewiss. Aber die Basler kommen in der zweiten Halbzeit ähnlich mühevoll in die Partie wie zum Start des Spiels. Nach nur 80 Sekunden erzielt Servette gar den zweiten Treffer. Der FCB verteidigt in dieser Situation ungenügend. Wouter Burger unterläuft auf der Seite den Ball, Fabian Frei wird im Zentrum zu einfach ausgetanzt. Und Heinz Lindner ist zum zweiten Mal machtlos.

Nach diesem neuerlichen frühen Schock braucht der FCB lange, um reagieren zu können. Und er braucht eben Impulse von der Bank, die Patrick Rahmen in den Personen von Millar, Males und Quintillà einwechselt. Sein goldenes Händchen führt gepaart mit mentaler Stärke der müden Basler zu diesem Punkt. Ein Punkt, der zwar zu wenig ist im Vergleich zu den Vollerfolgen von YB und dem FCZ.

Aber ein Punkt, der nach dieser Partie leistungsgerecht ist. Man darf auch nicht vergessen, dass das Auswärtsspiel in Genf für den FCB bereits das 31. ist in dieser Hinrunde. Und das auch noch bei einem Gegner, bei dem die Basler seit dessen Wiederaufstieg 2019 noch nie gewinnen konnten. Der letzte Sieg in Genf datiert vom 3. März 2013.

Ohne Esposito und mit dem Spitzenspiel vor Augen

Mit ein bisschen mehr Frische, ein bisschen mehr Genauigkeit im Spiel wäre vielleicht mehr drin gewesen für die Basler. «Ein schönes Spiel auf diesem Feld aufzuziehen war aber für beide Teams nicht einfach», bringt Males auch noch den Faktor des schwierig bespielbaren Terrains mit in die Beurteilung.

Vielleicht wäre Sebastiano Esposito einer für die kreativen Momente gewesen. Nachdem er sich aber am Donnerstag geweigert hatte, sich einwechseln zu lassen, bekommt er von Rahmen richtigerweise einen Denkzettel verpasst und muss von der Tribüne aus zusehen. «Aber wir stehen dennoch hinter ihm, da wird nichts hängen bleiben», ordnet Rahmen das «inakzeptable Verhalten», wie er es nennt, ein.

Weil die Lektion mit der Streichung aus dem Kader gegen Genf aber erteilt ist, ist es möglich, dass er am Mittwoch schon wieder mit dabei ist. Dann gastiert der FCB bei YB. Es ist das zweitletzte Spiel für die Basler in diesem Fussballjahr. Und auch wenn die Müdigkeit gross ist: Bei diesem Spitzenspiel werden die Kraftreserven ganz sicher noch einmal angezapft.

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