Basketball
Das Jahr der Bestätigung: Die Starwings auf der Suche nach dem Geld

Wenige Monate nach dem Vizemeistertitel beginnt für die Birsfelder Basketballer am Sonntag die neue Saison. Das Geld ist erneut knapp. Rund 80'000 Franken fehlen, um weitere Verstärkung zu verpflichten.

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Branislav Kostic spielt auch in der kommenden Saison für die Starwings.

Branislav Kostic spielt auch in der kommenden Saison für die Starwings.

Urs Lindt / freshfocus

Als die Starwings im Mai in den Playoff-Final stürmten und sich dort zum Basketball-Vizemeister krönten, war das eine Sensation. Der Klub, der während der regulären Spielzeit zwei Mal aufgrund mehrerer Corona-Erkrankungen in Quarantäne musste, zu Beginn sechs Niederlagen aneinanderreihte und etliche Verletzte zu beklagen hatte, besiegte in den Playoffs zuerst die Lions de Genève und dann Union Neuchâtel. Erst der Ligakrösus Fribourg Olympic war eine Nummer zu gross, doch die Niederlage änderte nichts daran, dass Pascal Donati, der Präsident der Starwings, noch heute von einem «tollen Ereignis» spricht. 50 Nachrichten habe er allein nach dem Sieg gegen Genf erhalten, innerhalb von dreissig Minuten. Er bemerkte, wie die Leute realisierten: Basketball in der Region Basel hat Potenzial.

Viereinhalb Monate sind seither vergangen und jetzt, da am Sonntag die neue Saison der Starwings mit einem Auswärtsspiel gegen Massagno beginnt, drängt sich die Frage auf: Welchen Einfluss hat dieser Erfolg auf die neue Spielzeit? Eine, die gemäss Donati bereits einen Tag nach dem Finalspiel am 1. Juni begann: «Wir haben seither nicht mehr zurückgeschaut. Vielmehr haben wir darauf geachtet, dass wir organisatorisch und finanziell für die neue Saison bereit sind.»

Die Finanzen sind beim Basketballklub aus Birsfelden ein ständiger Begleiter. Dass sich dies auch nach dem Vizemeistertitel nicht änderte, ist die erste Feststellung. Die zweite: Besser wurde es demnach nicht unbedingt. Zwar holten die Starwings vier neue Sponsoren an Bord, auch weil der Klub medial plötzlich in aller Munde war. Und dennoch fehlen aufgrund der Prämien der Vorsaison, den länger zu zahlenden Löhnen und der neu angemeldeten U23-Mannschaft rund 80000 Franken. Bis noch weitere Sponsoren gefunden werden können, schlägt sich das unweigerlich auf das Kader nieder. Anstatt vier ausländischer Spieler sind aktuell nur zwei in Birsfelden. «Wir probieren noch zwei bis drei Sponsoren zu kriegen, damit wir die zwei weiteren Ausländerpositionen besetzen können», sagt Donati. Nur Neuchâtel hat auch zwei Ausländer.

Die Starwings stellen das jüngste Team der Liga

Bei den Starwings, bei denen es über den Sommer zu gewichtigen Abgängen der Amerikaner Deondre Burns, Nathan Krill und Matthew Milon, des Senegalesen Cheikh Sane und des Schweizers Vid Milenkovic kam, ist immerhin an der Seitenlinie noch die entscheidende Figur da: Trainer Dragan Andrejevic. Er macht keinen Hehl daraus, dass das Kader noch nicht endgültig feststehen soll: «Wir brauchen noch mindestens einen ausländischen Spieler, der uns hilft. Und um die Weihnachtszeit vielleicht noch einen zweiten.» Doch daraus eine Kritik am aktuellen Kader abzuleiten, wäre deplatziert. Denn Andrejevic lobt die Qualität seiner Spieler, den Biss und die Leidenschaft, die sie mitbringen sowie die Mischung aus Erfahrung und jugendlicher Energie. «Wir sind das mit Abstand jüngste Team der Liga», hält der Trainer fest.

So präsentiert sich die neue Mannschaft der Starwings.

So präsentiert sich die neue Mannschaft der Starwings.

zvg

Bei der Zusammenstellung der Mannschaft haben die Verantwortlichen darauf geachtet, gute Persönlichkeiten nach Birsfelden zu lotsen. Es resultierte unter anderem in den Verpflichtungen der Amerikaner Thomas Rutherford, der aus Luxemburg kommt, Devin Cooper von Boncourt und Chris Johnson, der auch den Schweizer Pass besitzt. Dazu gesellt sich der Schweizer Dylan Schommer von Fribourg. «Es fehlt uns aber noch ein Distanzwerfer der grössten Qualität», sagt Donati und denkt dabei an einen Matthew Milon, der in der Vorsaison mit einem Dreierwurf die Starwings in die Halbfinals beförderte.

Sowohl Donati als auch Andrejevic sind realistisch genug, um zu wissen, dass eine Wiederholung des Vizemeistertitels erneut eine Sensation wäre. Vielmehr peilen sie einen sicheren Platz im Mittelfeld der Tabelle an. Fribourg, Genf, Massagno und Neuchâtel sind in der Regel eine Nummer zu gross, doch dahinter wollen sich die Starwings ansiedeln. «Mit dem achten Platz wären wir nicht zufrieden», stellt Donati fest. Besonders entscheidend wird dabei der Saisonstart. Sind die Birsfelder am Sonntag gegen Massagno noch Aussenseiter, folgen danach Spiele gegen Boncourt, Lugano und Nyon, in denen die Starwings mithalten sollten.

Eine weitere Auswirkung des Vizemeistertitels ist das Wissen, mit Solidarität Grosses schaffen zu können. «Die neuen Spieler haben eine exzellente Stimmung vorgefunden», sagt Andrejevic. Doch auch er betont, dass damit allein die Siege noch nicht kommen. Eine zusätzliche Verpflichtung käme gelegen.

Spielplan und Transfers

Spielplan

10.10.21: Massagno – Starwings; 16.10.21: Starwings – Boncourt; 20.10.21: Starwings – Lugano Tigers; 24.10.21: Nyon – Starwings; 31.10.21: Starwings – Union Neuchâtel; 06.11.21: Swiss Central – Starwings. 

Transfers

Abgänge: Deondre Burns (USA), Matthew Milon (USA), Nathan Krill (USA), Cheikh Sane (SEN), Joel Fuchs (SUI), Vid Milenkovic (SUI). – Zuzüge: Thomas Rutherford (USA), Devin Cooper (USA), Dylan Schommer (SUI), Chris Johnson (SUI), Jason Schneider (SUI).

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