Fussball-Thron
Barcelona gewinnt die Champions League

Die Ballkünstler des FC Barcelona sind zurück auf den europäischen Fussball-Thron gestürmt. Der spanische Meister und Pokalsieger um Superstar Lionel Messi gewann das Champions-League-Finale in Berlin gegen Juventus Turin 3:1.

Rainer Sommerhalder
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Impressionen vom Final der Champions League
33 Bilder
Champagner-Dusche für die Barcelona-Spieler.
Neymar mit dem Pokal
Trainer Luis Enrique wird hochgehoben
Gerard Pique mit einem seiner Söhne und dem Pokal
Ivan Rakitic küsst die Trophäe
And the winner is: Barça!
Für Stephan Lichtsteiner hat es nicht sollen sein.
Suarez trifft zum entscheidenden 2:1.
Die Barça-Fans jubeln
Enttäuschung bei den Juve-Stars.
Neymar empört sich über sein wegen Hands aberkanntem Tor.
Rakitic wird von Evra gefoult.
Lichtsteiner hatte mit Neymar viel zu tun.
Der Ausgleich von Morata.
Barça-Legene Xavi gab seine Abschiedsvorstellung.
Rakitic trifft zum 1:0.
Buffon jubelt über den Juve-Ausgleich.
Pogba sieht gelb.
Lichtsteiner vor Neymar am Ball.
Messi rennt Evra davon.
Morata trifft zum Ausgleich.
Vidal mäht Neymar nieder.
Pirlo macht keinen glücklichen Eindruck.
Barcelona jubelt, Lichtsteiner ist bedient.
Vidal im Kopfballduell mit Iniesta.
Pirlo sieht noch immer nicht glücklich aus.
Ein Aargauer lässt sich im Champions-League-Final feiern.
Die Juve-Fans bleiben zuversichtlich.
Anstehen vor dem Stadion.
Wussten wir es doch: Die Barça-Stars sind nicht mehr als Pappfiguren.
Juve will in Berlin hoch hinaus.
Die Zuversicht der Juve-Fans ist grenzenlos.

Impressionen vom Final der Champions League

Keystone

Der Möhliner Ivan Rakitic (4.), Luis Suárez (68.) und Neymar (90.+7) machten mit ihren Treffern für Barcelona das zweite Triple perfekt. Dieses Kunststück war Barça bereits 2009 unter dem heutigen Bayern-Trainer Pep Guardiola gelungen.

Der frühere Gladbacher ter Stegen lieferte im bisherigen Spiel seines Lebens eine gute Partie ab. Beim zwischenzeitlichen 1:1 durch Álvaro Morata (55.) liess der 23-Jährige zwar den Ball nach vorne abklatschen, doch der Schuss von Carlos Tevez war für eine Rettungsaktion zu scharf.

Vierter Titel für Messi, Iniesta, Piqué und Xavi

Der solide Messi blieb die ganz grosse Show zwar schuldig, er schrieb dennoch Geschichte: Gemeinsam mit Andrés Iniesta, Gerard Piqué und Xavi zog der Argentinier mit dem vierten Champions-League-Sieg mit Rekordhalter Clarence Seedorf gleich.

Juventus konnte seinen Finalfluch trotz einer Leistungssteigerung ab Mitte der ersten Halbzeit nicht ablegen. Gegen Barça setzte es die sechste Niederlage im achten Endspiel des grössten Europacup-Wettbewerbs. So oft verliess noch kein Klub als Verlierer den Finalrasen.

Das mit Spannung erwartete Spiel mit einer Reichweite von rund 400 Millionen Zuschauern weltweit begann mit einem Traumstart für Barcelona. Nach einer sehenswerten Kombination von Neymar und Andres Iniesta schob Rakitic den Ball zum 1:0 ins Tor. 80 Meter weiter hinten breitete Torwart ter Stegen die Arme aus und schrie seine Freude heraus.

Juve versuchte, sich ins Spiel zurückzukämpfen, Arturo Vidal übertrieb es aber mit seiner Härte. Nach einem Foul an Sergio Busquets sah der Chilene die Gelbe Karte. Nach einem weiteren Einsteigen gegen Neymar stand Vidal bereits in der 15. Minute am Rande des Platzverweises.

Buffons starke Paraden

Barcelona liess sich von der Härte der Italiener nicht beeindrucken und erspielte sich Chance um Chance, auch wenn Messi noch nicht ins Rollen kam. Juve-Torhüter Gianluigi Buffon hielt sein Team mit starken Paraden aber zunächst im Spiel. Die Turiner konnten sich ab Mitte der ersten Halbzeit vom Barça-Druck befreien, die besseren Chancen hatten aber weiter die Katalanen. Allein Stossstürmer Suárez scheiterte innerhalb von nur fünf Minuten dreimal aussichtsreich.

Juve lief mit der zweitältesten Startformation in der Final-Geschichte der Champions League auf (im Schnitt 30 Jahre und 153 Tage). Buffon, Andrea Pirlo und Andrea Barzagli begannen - drei Spieler, die 2006 im Olympiastadion mit Italien den WM-Titel gewonnen hatten. Barzagli ersetzte in der Innenverteidigung den an der Wade verletzten Giorgio Chiellini.

Durch den Ausfall des Abwehrspielers blieb das mit Spannung erwartete Wiedersehen mit Suárez aus. Im WM-Gruppenspiel in Brasilien hatte Suárez dem Italiener Chiellini in die Schulter gebissen.

Direkt nach dem Wiederanpfiff hätte erneut Suárez nach einem Konter für klare Verhältnisse sorgen können, doch der 80-Millionen-Neuzugang zielte nicht genau genug (48.). Drei Minuten später kam der grosse Auftritt des MSN-Sturms, der 121 Saisontore erzielt hat: Messi auf Neymar, der zurück auf Messi, Doppelpass mit Suárez - doch Messis Schuss verfehlte knapp das Tor.

Juve nach dem Ausgleich stärker

Juves-Ausgleich fiel überraschend und veränderte das Spiel. Die Italiener waren wieder giftiger und spritziger, zudem übernahmen die rund 30 000 Tifosi auf der Tribüne lautstark das Kommando. Barcelona erholte sich nur sehr langsam von dem Ausgleich-Schock, kam dann aber wieder gewaltig auf. Buffon liess einen Flachschuss Messis abprallen, Suárez staubte ab.

In der 78. Minute wurde Xavi unter riesigem Jubel der Barcelona-Fans eingewechselt und übernahm die Kapitänsbinde. Es war das 151. Champions-League-Spiel für den Weltmeister von 2010 - und das allerletzte im Trikot des neuen Triple-Gewinners.

Juventus Turin - FC Barcelona 1:3 (0:1)

Olympiastadion, Berlin. - 70'500 Zuschauer. - SR Cakir (Tür). - Tore: 4. Rakitic (Iniesta) 0:1. 55. Morata 1:1. 68. Suarez 1:2. 97. Neymar (Pedro Rodriguez) 1:3.

Juventus Turin: Buffon; Lichtsteiner, Barzagli, Bonucci, Evra (89. Coman); Marchisio, Pirlo, Pogba; Vidal (79. Pereyra); Morata (85. Llorente), Tevez.

FC Barcelona: Ter Stegen; Alves, Piqué, Mascherano, Alba; Rakitic (91. Mathieu), Busquets, Iniesta (78. Xavi Hernandez); Messi, Suarez (95. Pedro Rodriguez), Neymar.

Bemerkungen: Juventus Turin ohne Caceres und Chiellini (beide verletzt). 71. Schiedsrichter-Gespann annulliert Tor von Neymar (Hands). - Verwarnungen: 11. Vidal. 41. Pogba. 70. Suarez (alle Foul).

Das Spiel aus der Warte eines leidenschaftlichen Juve-Fan: