2. Liga inter Fussball
Zusammen sind wir stark – FC Lenzburg gewinnt verdient auswärts am Zürichsee

Nach der schmerzhaften Niederlage im letzten Heimspiel gegen den FC Olten und dem damit verbundenen Fall unter den Strich, führte die Reise heute an den Zürichsee gegen Kilchberg-Rüschlikon.

Mike Barth
Drucken
Teilen
Luca Giampa und der FC Lenzburg durften endlich mal wieder jubeln.

Luca Giampa und der FC Lenzburg durften endlich mal wieder jubeln.

GERRY FREI

Beim Einmarsch der Gladiatoren regierten die Farben blau und weiss - sowohl die Einheimischen als auch die Gäste liefen in diesen wunderschönen Farben auf. Als bekennender Fan der Zürcher Grasshoppers war dieser Anblick für den Schreibenden natürlich mehr als nur Seelenbalsam. Und als der Berichterstatter noch feststellen durfte, dass der ehemalige GC- und Nati-Goalie Martin Brunner als Trainer der Platzherren an der Seitenlinie stand, war ihm der heutige Gastgeber noch sympathischer. Jetzt fehlten eigentlich nur noch drei Punkte für die blau-weissen Lenzburger, damit der FC Kilchberg-Rüschlikon in der Sympathiekurve an oberster Stelle anzutreffen wäre...

Die Gäste aus Lenzburg starteten furios in die Partie und übernahmen von allem Anfang an das Zepter. In den ersten zehn Spielminuten scheiterten aber Roman Müller, Diego Sandmeier und Lukas Hoevel bei ihren vielversprechenden Abschlussversuchen entweder an Keeper Adrian Ryser, am Ballfänger oder aber am eigenen Unvermögen.

Der mitgereiste Lenzburger Anhang war aber aufgrund der ersten Spielminuten sehr zuversichtlich, dass es heute endlich wieder einmal ein Erfolgserlebnis zu feiern gibt. Die ersten Zuschauer gönnten sich auf jeden Fall schon kurz nach Anpfiff eine grosse Zigarre, welche ansonsten eigentlich nur bei Meisterfeiern die Runde macht. Aufgrund dessen hatte der Berichterstatter leider nicht immer gute Sicht aufs Spielfeld...

Kurz vor Ablauf der ersten Viertelstunde tauchte Kilchbergs Andri Janett plötzlich gefährlich vor dem Tor der Gäste auf. Er fand bei seinem Abschlussversuch aber in der Person von Keeper Silvan Geissmann seinen Meister, welcher den Winkel geschickt verkürzte und das Objekt der Begierde sensationell zu parieren wusste.

In der 21. Minute lancierte Diego Sandmeier seinen Sturmpartner Fidan Tafa - an dieser Stelle darf mit Freude angemerkt werden, dass die beiden Stürmer immer besser harmonieren - herrlich in die Tiefe. Gekonnt umspielte Fidan Tafa Heimkeeper Adrian Ryser und legte den Ball in den Lauf eines in Position gelaufenen Mitspielers zurück. Bei diesem Abschlussversuch klatschte der Ball an die Hand eines Kilchberger Innenverteidigers. Schiedsrichter Philipp Lüthi blieb nichts anderes übrig, als auf den Elfmeterpunkt zu zeigen. Captain Simone Parente übernahm die Verantwortung und verwandelte den Penalty souverän zur verdienten Führung für seine Farben.

Fünf Minuten später wurde den Einheimischen nach einem Foulspiel von Simone Parente aus rund 20 Metern ein Freistoss zugesprochen. Farbod Izadyar holte Anlauf und schoss seinen in der Mauer lauernden Mitspieler Asdren Suli getreu dem Motto 'Perskindol wünscht gute Besserung' gnadenlos ab - an dieser Stelle wären aber Aspirin-Kopfwehtabletten wohl eher angebracht gewesen.

In der 32. Minute sah Diego Sandmeier den frei stehenden Luca Giampa an der Strafraumgrenze. Dieser konnte sich das Objekt der Begierde schön 'büscheln' und dieses dann mit einem traumhaften Schlenzer in der linken oberen Torecke zum zweiten Treffer für die Gäste aus Lenzburg versorgen. Dieser sehenswerte Treffer löste bei zwei weiblichen Personen unter dem Lenzburger Anhang mehr als nur Glücksgefühle aus - ihr Jubelschrei war bis über den Zürichsee hinweg zu hören und verursachte beim Schreibenden ein gewisses Pfeifen in den Ohren...!!!

Es war augenfällig, dass die Jungs von Trainer Andi Hediger heute als kompakte Mannschaft auf dem Rasen stand. Jeder rackerte und kämpfte bis zum Umfallen - bestes Beispiel war Fidan Tafa, welcher sich nicht zu schade war, auch im eigenen Strafraum 'Drecksarbeit' zu verrichten!

In der 35. Minute hatte Mami Geissmann ihren grossen Auftritt. So hat sie es tatsächlich auch noch geschafft, den Weg nach Kilchberg-Rüschlikon zu finden!!! Dies nahm auch ihr Sohnemann zwischen den Pfosten mit Freude zur Kenntnis - wie ist das jetzt nun mit den blonden Haaren...?

Kurz vor dem Pausenpfiff zeigte auch Dino Duvnjak sein grosses Können und hatte ein brillantes Auge für seinen Mitspieler Diego Sandmeier, welcher mit seinem Abschlussversuch zuerst an Torwart Adrian Ryser scheiterte, anschliessend das Leder aber pfannenfertig zu Fidan Tafa weiterleiten konnte. Dieser hatte keine grosse Mühe mehr, den Ball über die Linie zu befördern. So führten die blau-weissen Lenzburger zur Pause mit 3:0 Toren - den Einheimischen blieb zur Pause eigentlich nur noch die Erkenntnis, dass sie soeben ihr blau-weisses Wunder erlebt haben!

Pfarrer ähhhhhhhhm Trainer Martin Brunner fand in seiner Pausenpredigt wohl die richtigen Worte für seine Mannschaft. Nach dem Pausenpfiff legten die Einheimischen auf jeden Fall einen Zacken zu, zwingende Torchancen konnten aber vorerst noch keine erspielt werden.

Und wenn es einmal im Strafraum der Gäste brenzlig wurde, war ja auch noch Captain Simone Parente da, welcher auch heute mit seinem Stellungsspiel zu brillieren wusste und erneut eine souveräne Leistung zeigte.

Nach einer Stunde Spielzeit tanzten sich die beiden Stürmer Diego Sandmeier und Fidan Tafa durch die Kilchberger Hintermannschaft und degradierten die Verteidiger zu Statisten. Die einzige Spassbremse bei dieser Aktion war Captain Daniel Traxler, welcher den sichergeglaubten vierten Treffer mit seiner Rettungstat auf der Linie noch vereitelte.

In der 62. Minute wechselte der stämmige Farbod Izadyar kurzerhand die Sportart und zog sich Schwingerhosen an. Der Leidtragende bei dieser Aktion war 'Federgewicht' Dino Duvnjak - bei diesem Schwung, auch 'Panzerangriff' genannt', hatte er nicht den Hauch einer Chance.

Die Truppe von Andi Hediger war auch im zweiten Durchgang klar spielbestimmend und hätte ihr Skore noch weiter ausbauen können, ja fast müssen. Und so kam es, wie es kommen musste. In der 75. Minute führte ein schnell vorgetragener Konter der Einheimischen zum Anschlusstreffer. Topskorer William Guillén, vom Speaker liebevoll 'Willi' genannt, entwischte der Lenzburger Hintermannschaft und vernaschte zu guter Letzt auch noch Keeper Silvan Geissmann.

Es stellte sich nun die bange Frage, ob die Schlussphase nun noch einmal Spannung versprach und ob wieder einmal der Einsatz von wohltuenden Beruhigungstabletten gefragt war. Die Lenzburger fanden sofort die richtigen Worte auf diese Fragen und powerten weiter nach vorne.

In den letzten Spielminuten schwanden die Kräfte auf beiden Seiten. So waren die Einheimischen nicht mehr in der Lage, ihren Kontrahenten gefährlich unter Druck zu setzen. Lenzburg hingegen verstand es sehr gut, das Ding locker über die Runden zu schaukeln. In der Schlussphase haben es die Hediger-Boys zudem verpasst, das Skore noch weiter nach oben zu schrauben – die Chancen dazu wären reichlich vorhanden gewesen (aus Diskretionsgründen wird auf die Namensnennung der Sünder im Abschluss verzichtet!).

So blieb es schlussendlich beim hochverdienten 3:1-Auswärtssieg. Eine konzentrierte und geschlossene Mannschaftsleistung reichte aus, um wichtige drei Punkte vom Zürichsee zu entführen. Es hat sich einmal mehr gezeigt, dass Fussball eine Mannschaftssportart ist und man zusammen zum Erfolg kommt – die Jungs von Andi Hediger haben dies heute auf eindrückliche Art und Weise zelebriert! Kompliment, dieser Auftritt macht Appetit auf mehr.

Und ob Mami Geissmann in der Zwischenzeit auch wieder wohlbehalten in der Heimat angekommen ist, war bis Redaktionsschluss leider noch nicht bekannt...

Aktuelle Nachrichten