Der Saisonstart ist ein Horror. Sechs Spiele, sechs Niederlagen. Der FC Aarau liegt am Boden. Wieder einmal. Der Job von Trainer Patrick Rahmen ist in akuter Gefahr. Es folgt der erste kleine Aufschwung. Bald dominieren aber wieder Niederlagen. Nach elf Spielen ist Aarau Tabellenletzter mit vier Punkten. Wohin nur führt das? 

Die Antwort seither ist beeindruckend. Aus den folgenden zehn Spielen resultieren 28 Punkte. Es sind fabelhafte Wochen für Rahmen und seinen FCA. Lesen Sie in unserem Rückblick, wie sich der FC Aarau aus der Krise befreite – und langsam aber sicher in Richtung Barrage-Platz schielen darf. 

26.10.2018 Aarau-Wil 2:0

Der Höhenflug beginnt Ende Oktober. Der Tabellenletzte Aarau empfängt den Tabellenführer Wil. Nach elf Spielen mit nur einem Sieg ist der Job von Trainer Patrick Rahmen in Gefahr. Doch an diesem Freitagabend gelingt der Befreiungsschlag. Zuvor glücklos, hat der FCA diesmal die Fussballgötter auf seiner Seite. Ein Wiler Tor wird aberkannt, der FCA erzwingt seinerseits zwei Treffer, Maierhofer trifft zur Führung, Tasar sichert in der 95. Minute den Sieg – 2:0. 

4.11.2018 Chiasso-Aarau 2:3

Drama pur im Tessin! Nach 85 Spielminuten liegt der FCA mit 1:2 im Rückstand. Sieben Minuten später sieht die Welt komplett anders aus. Dank zwei Toren von Zverotic und Almeida kehrt Aarau die Partie, siegt in letzter Sekunde. Noch immer ist Aarau zwar Tabellenletzter, aber der Rückstand auf Chiasso beträgt nur noch einen Punkt.

11.11.2018 Aarau-Rapperswil 3:0

Der dritte Sieg in Serie. Und erstmals geht es mit einer gewissen Leichtigkeit. Schon nach 25 Minuten steht es 3:0, das Spiel ist entschieden. Mann des Tages ist Maierhofer, der immer wichtiger wird fürs Team. Zwei Tore gelingen ihm, er führt Aarau weg vom letzten Platz.

23.11.2018 Schaffhausen-Aarau 1:3

In der Pause liegt der FCA 0:1 hinten, trotz einer tollen Leistung. Darum prophezeit Präsident Alfred Schmid: «Diesen Match drehen wir noch!» Er wird Recht behalten, der vierte Sieg in Serie ist Tatsache. Wieder trifft Maierhofer doppelt, zuerst per Kopf, dann vom Penaltypunkt. Kurz vor Schluss gelingt Almeida die Siegsicherung.  Und plötzlich keimt so etwas wie Hoffnung auf.

2.12.2018 Aarau-Lausanne 2:2

Neun Punkte beträgt der Abstand zu Lausanne vor dem Spiel. «Endspiel um die Barrage», titelt die «Aargauer Zeitung». Es herrscht garstiges Wetter im Brügglifeld. Und nach einem aufwühlenden Nachmittag bleibt es weiter beim Abstand von neun Punkten. Weil Goran Karanovic in der 83. Minute mit seinem Tor den Aarauern immerhin ein Unentschieden rettet. Es ist ein Tor, das extrem wichtig werden könnte. Denn so bleibt der Barrage-Platz weit hinten am Horizont zumindest ein kleines bisschen sichtbar. 

8.12.2018 Aarau-Vaduz 3:1

Der FCA findet zum Siegen zurück. Und einer darf endlich jubeln: Marco Schneuwly. Der Stürmer erzielt sein erstes Tor für Aarau – und was für ein herrliches! Per Direktabnahme ins weite Eck, es ist ein Traumtor. Aarau beginnt stark, führt schnell 2:0, baut aber danach ab. Dass der Sieg trotzdem gelingt, passt zu den letzten Wochen. Aarau liegt erstmals auf Rang 6, derweil die Konkurrenz sich weiter gegenseitig Punkte abnimmt.

15.12.2018 Kriens-Aarau 1:2

Das letzte Spiel der Vorrunde. Stolperstein oder Fortsetzung der Aufwärtstendenz?  Der Auftritt in Kriens wird zu einem der schwächsten der ganzen Saison. Wobei das Team mittlerweile derart gefestigt ist, dass auch so am Ende drei Punkte resultieren. Liechti und Misic treffen für den FCA, der Anschlusstreffer fällt erst in der Nachspielzeit. Die Stimmung in der Garderobe ist gelassen, Bierkisten werden hineingetragen, die Vorfreude auf die zweiwöchigen Ferien ist gross. Trainer Rahmen sagt: «Das Beste an diesem Tag ist das Resultat.» Und zum Abschluss der turbulenten Hinrunde: «Entscheidend war, dass der Verein nach unserem schlechten Saisonstart die Ruhe bewahrte. Das ist nicht selbstverständlich, aber am Schluss der Grund, warum wir in den letzten sieben Spielen Erfolg hatten.»

1.2.1019 Aarau-Wil 3:1

Der Auftakt in die Rückrunde glückt. Der FCA dominiert Wil nach Belieben. Es ist eine Machtdemonstration, die Hoffnung schürt, dass Aarau tatsächlich leise in Richtung Barrage-Plätze schielen darf. Schon nach drei Minuten trifft Schneuwly, Neuzugang Neumayr trifft später per herrlichem Freistossschlenzer, was für ein Einstand! Es könnte am Ende gut auch 6:1 statt nur 3:1 stehen. Die Rückrunde ist lanciert! Für etwas Unruhe sorgt einzig Maierhofer, der mit Geld aus dem arabischen Raum geködert wird. 

9.2.2019 Rapperswil-Aarau 1:2

Wenn’s läuft, dann läuft’s. Erst kurz vor Schluss gelingt dem FCA der Siegtreffer. Wieder ist es Neumayr, doch sein Treffer zählt nur, weil der jetzige Rappi- und künftige Aarau-Spieler Thiesson das Abseits aufhebt. Egal, Sieg ist Sieg. Derweil patzt die Konkurrenz, Lausanne spielt unentschieden, Winterthur und Servette verlieren gar. Es läuft alles nach Plan für den FCA. 

17.2.2019 Aarau-Chiasso 1:0

Wieder herrscht Unruhe neben dem Platz. Varol Tasar verlässt den FCA in Richtung Servette, trägt aber bis Saisonende noch das Aarauer Leibchen. Die Mannschaft lässt sich nicht aus der Fassung bringen. Die Tessiner Mauer ist zwar schwierig zu knacken – aber es gelingt doch noch. Stürmer Maierhofer ist nach beendetem Flirt mit dem arabischen Geld wieder da und trifft erstmals in der Rückrunde. 

Am nächsten Sonntag spielt der FC Aarau in Vaduz. Geht der Höhenflug weiter? Im Hinblick auf eine mögliche Teilnahme an der Barrage Ende Mai wäre das wichtig. Und so sieht die Tabelle in der Challenge League aktuell aus.

Tabelle Challenge League

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