EHCO-Headcoach Chris Bartolone wollte, dass seine Mannschaft den Zuschauern im Kleinholz im Spitzenspiel gegen den HC La Chaux-de-Fonds eine Leistung bietet, die für die zahlreichen unbefriedigenden Darbietungen in der laufenden Saison vor heimischer Kulisse entschädigt. Gesagt, getan: Der Grossteil der 3300 Leute, die den Weg ins Stadion gefunden hatten, gingen mit einem guten Gefühl nach Hause. Sie waren von den beiden Teams bestens unterhalten worden und durften sich am Ende erst noch über den fünften EHCO-Sieg in Serie freuen.

0:3 bei Spielhälfte

Dass es zu diesem Happy-end kommt, damit konnte man bei Spielhälfte wahrlich nicht mehr rechnen. 0:3 lagen die Oltner zu diesem Zeitpunkt im Hintertreffen. Bonnet (26.) und Cameron (27.) hatten die Gäste aus dem Kanton Neuenburg mit einem Doppelschlag innerhalb von knapp einer Minute mit drei Längen in Führung gebracht, nachdem Stämpfli schon im ersten Drittel erfolgreich gewesen war.

Chris Bartolone sah sich bereits zu diesem frühen Zeitpunkt genötigt, sein Timeout zu nehmen. Gleichzeitig wechselte er auch den Goalie aus. Matthias Mischler musste seinen Posten zugunsten von Simon Rytz räumen. Der EHCO-Keeper, der zuvor noch zu den besten Spielern seiner lange Zeit überforderten Mannschaft gehört hatte, sah beim dritten Gegentreffer unglücklich aus. Es war jedoch das ganze Team, welches sich bis zu jenem Zeitpunkt im Tiefschlaf befand.

Nun: Die Massnahmen des Oltner Trainers zeigten die gewünschte Wirkung. Ab jenem Moment spielte im Kleinholz eigentlich nur noch eine Mannschaft: Der EHC Olten. Cédric Schneuwlys schneller Anschlusstreffer zum 1:3 (31.) war der Auftakt zu einer furiosen und spektakulären Aufholjagd, welche allerdings die Geduld und die Nerven der einheimischen Fans zwischenzeitlich arg strapazierte.

Die vergebenen Chancen

Und zwar deshalb, weil sich die Oltner nach dem 1:3 im Auslassen von allerbesten Chancen geradezu überboten. Topskorer Cason Hohmann scheitere bei einer 3-gegen-0-Situation an Chaux-de-Fonds-Keeper Tim Wolf, der für die verletzte Nummer eins, Christophe Bays, zum Einsatz kam. Kurz vor Drittelsende hatte Jewgeni Schirjajew den so wichtigen Anschlusstreffer gleich dreimal auf dem Stock, brachte den Puck aber einfach nicht über die Linie. Es war wie verhext - und schon fast zum Haare raufen aus Sicht des EHCO.

Doch die Oltner hatten erkannt, dass an diesem Abend gegen einen zunehmend müder und passiver wirkenden Gegner noch alles drin liegt. Stefan Mäder brachte Grün-Weiss im letzten Durchgang früh bis auf ein Tor heran (42.). Und selbst der neuerliche Nackenschlag, Bonnets Treffer zum 2:4 (48.), vermochte den nun mit aller Macht stürmenden EHCO nicht mehr aufzuhalten. Eigenmann (50.) und Schirjajew (52.) gelang innert zwei Minuten der Ausgleich. Spätestens jetzt hatte sich das Kleinholz, wie von Chris Bartolone erhofft, in einen Hexenkessel verwandelt. Dass sich die Oltner die zwei Punkte schliesslich im Penaltyschiessen sicherten, passte zu diesem wilden Ritt der Emotionen, welcher ein Happy-end geradezu provozierte.

Starker Cason Hohmann

Einen grossen Abend erlebte auch EHCO-Topskorer Cason Hohmann, der sich zwei Assists notieren lassen durfte, darunter auch die wunderbare Vorarbeit zum 4:4-Ausgleichstreffer durch Jewgeni Schirjajew. Der Amerikaner, der mittlerweile bei 27 Skorerpunkten (7 Tore, 20 Assists) angelangt ist und sich in der Swiss League immer besser zurecht findet, wirkte ungemein spielfreudig und harmonierte einmal mehr prächtig mit seinen Sturmlinien-Kollegen Schirjajew und Horansky. "Wir verstehen uns wirklich gut. Wir sind ähnliche Spielertypen, wissen, wie und wohin sich der andere bewegt. Dazu sind wir allesamt schnelle Spieler", umschreibt Hohmann die Stärken des Oltner Atomblocks.

Bereits am Sonntag (17.45 Uhr) müssen Cason Hohmann und Co. wieder an die Arbeit. In der Zuger Bossard-Arena wartet die EVZ Academy. Ein unangenehmer Gegner. Aber der EHCO kann mit einer Serie von fünf Siegen im Rücken mit grossem Selbstvertrauen ans Werk gehen. Zwar zog man auch gegen La Chaux-de-Fonds das obligate, schwache Drittel ein (diesmal zu Beginn) und wirkte in der Defensive nicht immer sehr sattelfest. Aber kraft ihres Offensivpotenzials findet die Mannschaft momentan immer verschiedene Wege zum Sieg. So darf es weiter gehen. 

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