Fussball
Wieso FCA-Crack Olivier Jäckle eine Extrafahrt ins Wallis nimmt

Heute Abend spielt der FC Aarau in Sion des erste Barrage-Spiel. Als die Aarauer gestern um 9.30 Uhr mit dem Mannschaftsbus in Richtung Wallis fuhr, war Jäckle nicht mit dabei. Warum der Aarauer nicht mit dem Mannschaftsbus ins Wallis fuhr.

Ruedi Kuhn
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Oliver Jäckle reist dem FC Aarau ins Wallis nach.

Oliver Jäckle reist dem FC Aarau ins Wallis nach.

Alexander Wagner

Olivier Jäckle ist im Stress. Die Ausbildung zum Detailhandelsfachmann und die Leidenschaft Fussball unter einen Hut zu bringen, ist momentan nicht einfach. Als der FC Aarau gestern um 9.30 Uhr mit dem Mannschaftsbus in Richtung Wallis fuhr, war Jäckle nicht mit dabei. Der junge Mann aus Birmensdorf ist mitten in den Lehrabschlussprüfungen, musste sein Wissen im Fach Deutsch unter Beweis stellen und traf deshalb erst um 11 Uhr im Brügglifeld ein. Kurze Zeit später stieg der Sohn von Baden-Präsident Siegbert Jäckle in einen kleinen Bus des FC Aarau, liess sich fotografieren und wurde von Nachwuchstrainer Thomas Binggeli ins Wallis chauffiert. Die Mannschaft bereitet sich in Ouvrier auf das heutige Barragespiel gegen den FC Sion vor. Anpfiff im Stade de Tourbillon ist um 15.30 Uhr.

Jung, dynamisch, erfolgreich: Olivier Jäckle ist beim FC Aarau der Mann der Stunde. Beim Auswärtsspiel gegen Biel zählte er erstmals zur Startformation. Der FCA siegte 3:0 – und Jäckle zeigte eine tadellose Leistung. Seit er gegen Delémont (5:0), St. Gallen (2:1) und Etoile Carouge (7:0) seinen starken Auftritt im Seeland bestätigen konnte ist er in der Innenverteidigung gesetzt. Und hat also eine makellose Bilanz. Mal schauen, ob sich das in den beiden Barragespielen ändern wird. Jäckle bleibt im Vorfeld der ersten Partie gelassen. Angesprochen auf die Ausgangslage, sagt er: «Der FC Sion ist auf dem Papier Favorit. Wir machen unser Spiel, geben alles und hoffen auf eine gute Ausgangslage für die entscheidende Partie in Aarau.»

Weiler hat volles Vertrauen in Jäckle

Ob Jäckle der Nervenbelastung in der heissen Atmosphäre vom Stade de Tourbillon gewachsen ist, wird sich zeigen. FCA-Trainer René Weiler hat vollstes Vertrauen in den 19-Jährigen und sagt: «Olivier lässt sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen. Er ist technisch stark, hat Spielverständnis und ein gutes Auge. Er hat zuletzt Fortschritte gemacht, muss allerdings bezüglich Athletik noch zulegen. Er ist ein intelligenter Bursche und weiss genau, was er will.» Eines ist offensichtlich: Jäckles Auftreten erinnert stark an jenes vom früheren Nationalspieler Patrick Müller.

Seis drum; mit Torhüter Joël Mall, Rechtsverteidiger Silvan Widmer und Jäckle sind beim FC Aarau gleich drei Spieler aus dem Nachwuchs erste Wahl. Und mit dem Moldawier Artur Ionita und dem vom FCZ ausgeliehenen André Goncalves spielen zwei weitere junge Spieler in der ersten Mannschaft. Der FCA wird seinem Ruf als Ausbildungsverein also vollauf gerecht. Gut möglich aber, dass dieser Umstand gegen die Routiniers vom FC Sion ein Nachteil ist.