Challenge League
Viel Instagram, kaum Tore: Das sind die Sorgenkinder beim FC Aarau

Sie sind mit dem Anspruch in die Saison gestartet, Schlüsselrollen einzunehmen: Doch nun hinkt der FC Aarau mitunter wegen der Formschwäche von Stefan Maierhofer, Petar Misic, Marco Thaler und Markus Neumayr den Erwartungen hinterher.

Sebastian Wendel
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Stefan Maierhofer ist eines der Sorgenkinder beim FC Aarau

Stefan Maierhofer ist eines der Sorgenkinder beim FC Aarau

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Optimisten sagen: Gemach – die Saison ist noch jung! Im Vergleich zum Herbst 2018, als der spätere Barrage-Teilnehmer FC Aarau nach elf Spielen nur vier Punkte hatte, steht er heuer zum gleichen Zeitpunkt mit 14 Punkten viel besser da.

Pessimisten sagen: Schon wieder – Aarau hat die Startphase verpennt, die Euphorie vom Frühling ist längst der Ernüchterung gewichen! Graues Mittelmass ahoi und hey: Der Abstiegsplatz ist gleich weit entfernt wie der Tabellenthron.

Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Was auch die die Ausgangslage vor dem Spiel in Wil (Sonntag 14.30 Uhr) besagt: Im besten Fall schrumpft der Abstand auf den Barrage-Platz auf vier Punkte, im schlechtesten Fall ist der FCA am Sonntagabend Zweitletzter. Auch wenn es zu früh ist für Abgesänge – die Mannschaft und Trainer Patrick Rahmen haben die Erwartungen bisher nicht erfüllt. Vier Sorgenkinder stechen heraus. Umso mehr, weil sie eigentlich Schlüsselfiguren sein wollen:

Laut, aber wirkungslos: Stefan Maierhofer

Ohne den «Major» hätte der Aarau im Frühling die Barrage nicht erreicht. Zwölf Tore und vier Assists trug er zur Aufholjagd bei, weshalb die Teamkollegen über Theatralik, Lamento und Selbstdarstellung von Maierhofer hinwegsahen. Als Typ ist der 37-Jährige, der im Sommer nur wegen der Absage vom jetzigen Lausanne-Knipser Aldin Turkes einen neuen Vertrag erhielt, immer noch gleich laut. Sein sportlicher Wert hingegen ist im Keller, Skorerquote und Posting-Kadenz auf Instagram kontrastieren immer mehr.

All das stellt die Akzeptanz bei den Mitspielern je länger, je mehr auf die Probe. Dass Maierhofer vor einer Woche gegen Lausanne von Beginn an ran durfte und bis zur Auswechslung in der Pause ein Ärgernis war, sorgte für Kopfschütteln. Auch weil Maierhofer dem formstarken Rossini und Sturmtalent Alounga im Weg steht. Die sportliche Leitung beobachtet das Verhältnis zwischen Maierhofer und Mannschaft genau – Gerüchte über eine vorzeitige Trennung im Winter werden jedoch (noch) dementiert.

Stefan Maierhofer (rechts)

Stefan Maierhofer (rechts)

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Noch nicht der neue Tasar: Petar Misic

Nach dem Abgang von Varol Tasar sollte und wollte der 25-jährige Kroate aus dessen Schatten treten. Der Anfang war vielversprechend, in den letzten Wochen aber kam nichts mehr. Tiefpunkt: In Vaduz (2:5) musste er nach einer Nicht-Leistung noch vor der Pause raus. Um die Defensiv-Schwächen aufzufangen, ist Aarau auf einen Misic in Form angewiesen. Wann ruft er sein Potenzial endlich dauerhaft ab?

Petar Misic

Petar Misic

Marc Schumacher/freshfocus

Weit weg vom Abwehrchef: Marco Thaler

Er stand im Notizblock mehrerer Super-League-Klubs, ehe im April 2018 das Kreuzband im rechten Knie riss. Die dritte schwere Verletzung seit 2016 – die eine zu viel? Das Gegenteil konnte Thaler noch nicht beweisen, von der ihm angedachten Rolle als Abwehrchef ist er meilenweit entfernt. Dass der FCA keinen solchen hat, gilt als Hauptgrund für durchschnittlich 2,3 Gegentore pro Spiel.

Marco Thaler (rechts)

Marco Thaler (rechts)

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Taucht zu oft ab: Markus Neumayr

Zu Saisonbeginn hat er von den Fans nach dem verpassten Aufstieg und den Abgängen vieler Stammkräfte Demut gefordert. Wer so redet, muss mit Leistung vorangehen. Das gelingt Neumayr (33) hin und wieder, jedoch viel zu selten für einen seiner Klasse. Spielt die Mannschaft gut, gehört Neumayr zu den besten. Versagt das Kollektiv, ist auch von Neumayr wenig bis nichts zu sehen. Kein Merkmal einer Schlüsselfigur.

Markus Neumayr

Markus Neumayr

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