Verrückter Cup-Samstag
Der Kanton Aargau ist einen Tag lang im Unihockey-Fieber

Am Samstag treten drei Aargauer Unihockey-Teams hintereinander gegen NLA-Teams an. Der UHC Baden-Birmenstorf und das Team Aarau treffen dabei auf zwei absolute Topteams: Rekordmeister Wiler-Ersigen und der amtierende Schweizer Meister Köniz heissen die prominenten Gegner. Zwischendrin trifft noch der UHC Mutschellen auf Uster.

Marcel Kuchta Jetzt kommentieren
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Der amtierende Meister Köniz (l.) trifft auf das Team Aarau. Rekordmeister und Super-Final-Verlierer Wiler-Ersigen (r.) heisst der Gegner von Baden-Birmenstorf.

Der amtierende Meister Köniz (l.) trifft auf das Team Aarau. Rekordmeister und Super-Final-Verlierer Wiler-Ersigen (r.) heisst der Gegner von Baden-Birmenstorf.

Ennio Leanza/Keystone

Wer dem Unihockey zugeneigt ist oder diese schnelle, moderne Mannschaftssportart mal kennen lernen möchte, hat am Samstag im Kanton Aargau gleich dreimal die Gelegenheit, den einheimischen Equipen im Vergleich gegen Spitzenteams bei der Arbeit zuzusehen. Mit etwas guter Planung ist es sogar möglich, alle drei Spiele anzuschauen.

Der Schweizer Cup macht's möglich. Um 14 Uhr treffen in der GoEasy-Arena in Siggenthal der Erstligist UHC Baden-Birmenstorf und Rekordmeister SV Wiler-Ersigen aufeinander. Zwei Stunden später erfolgt in Widen (Sportzentrum Burkertsmatt) der Anpfiff zum Duell zwischen dem Drittligisten UHC Mutschellen und dem Tabellenzehnten der NLA, dem UHC Uster. Schliesslich beginnt um 19.30 Uhr in der Schachenhalle die Partie zwischen dem Zweitligisten Team Aarau und dem amtierenden Meister Köniz.

Als Corona dem Highlight einen Strich durch die Rechnung machte

Gerade für die Aarauer ist die Affiche noch etwas spezieller. Vor ziemlich genau einem Jahr freuten sie sich bereits auf das Cupduell gegen Wiler. Zwei Tage, bevor das Highlight der Vereinsgeschichte gestiegen wäre, machte die Coronapandemie allen Beteiligten einen dicken Strich durch die Rechnung. Die Meisterschaft wurde abgebrochen. Der Traum vom Vergleich mit dem Rekordmeister platzte.

Michael Hafner, Trainer Team Aarau.

Michael Hafner, Trainer Team Aarau.

Umso mehr freuten sich Trainer Michael Hafner und seine Spieler, dass sie sich mit einem Sieg in der letzten Cuprunde gegen den Erstligisten Konolfingen (8:7 nach Verlängerung) die Chance erkämpften, sich erneut mit dem amtierenden Schweizer Meister zu messen. Der heisst nicht mehr Wiler-Ersigen, sondern seit diesem Frühling Köniz, das sich im Super-Final gegen den Rekord-Champion durchsetzte.

Aus diesem Blickwinkel hat sich die Ausgangslage für die Aarauer eigentlich auch ein Jahr später kaum verändert: «Das ist grundsätzlich so», bestätigt Hafner, präzisiert aber: «Das Gesicht der Mannschaft hat sich dafür aber gewandelt. Wir hatten einen Umbruch. Einige Routiniers traten zurück, dafür haben wir acht eigene Junioren aus der U21 ins Team geholt. Es ist also möglich, dass uns bisweilen etwas die Erfahrung fehlen könnte.»

«Respekt verschaffen und ein paar Tore schiessen»

Aber: Dass das Talent vorhanden ist, zeigte die Equipe im bisherigen Verlauf der 2.-Liga-Meisterschaft: Man konnte alle vier Spiele zu seinen Gunsten entscheiden und steht an der Tabellenspitze. Die Erwartungshaltung im Hinblick auf das Cupduell ist aber klar: «Wir wollen uns beim Gegner so viel Respekt wie möglich verschaffen. Das heisst, das Beste aus unseren taktischen Möglichkeiten herausholen und kämpfen bis zum Schluss. Schön wäre auch, das eine oder andere Tor zu schiessen», sagt Hafner, der ausserdem auf eine schöne Zuschauerkulisse in der Schachenhalle hofft. «Mindestens 350 Leute wären schön. Es kommt schliesslich eine der besten Vereinsmannschaften der Schweiz auf Besuch.»

Daniel Gisin, Präsident UHC Baden-Birmenstorf.

Daniel Gisin, Präsident UHC Baden-Birmenstorf.

Auf eine ähnliche Zuschauerresonanz zählt der Präsident den UHC Baden-Birmenstorf, Daniel Gisin. Die Ostaargauer haben nun den Gegner erhalten, den die Aarauer vor einem Jahr auf dem Speiseplan gehabt hätten: Wiler-Ersigen. «Dieser Match ist sicher das Highlight unserer Vereinsgeschichte», sagt Gisin. Auch wenn vor zwei Jahren bereits einmal Köniz zu Gast gewesen war, so sei der Rekordmeister «doch noch mal eine andere Hausnummer».

Ein schöner finanzieller Zustupf

Gisin hofft natürlich, dass seine Mannschaft gegen den Krösus aus dem Berner Mittelland auch ein wenig Werbung in eigener Sache macht. Und letztlich ist so ein Highlight auch hilfreich, wenn es darum geht, die Vereinskasse etwas aufzupeppen. «Rein finanziell wird das einen schönen Zustupf geben. Aber genauso wichtig ist es, dass man so ein Spiel auch entsprechend vermarkten kann. Da erhoffen wir uns für die Zukunft schon einen substanziellen Bonus.»

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