1. Liga
«Unihockey-Götter waren nicht auf unserer Seite» – Aargauer Aufstiegsträume enden im Halbfinal

Beide Aargauer Unihockey-Teams müssen im Halbfinal der 1.Liga-Playoffs die Segel streichen. Während das Saisonende von Unihockey Baden-Birmenstorf mit zwei deutlichen Niederlagen gegen die Lions Konolfingen besiegelt wurde, hatte Lok Reinach gegen die Bern Capitals in der Verlängerung vom Spiel 3 das Nachsehen.

Nik Dömer
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Endstation Halbfinal: UHBB scheidet gegen Konolfingen in zwei Partien aus.

Endstation Halbfinal: UHBB scheidet gegen Konolfingen in zwei Partien aus.

Screenshot: facebook.com/unihockeybadenbirmenstorf/

Am Ende blickt Valentin Spahr mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf die Playoffs zurück: Das schnelle und deutliche Ausscheiden im Halbfinal gegen die Konolfingen Lions ist zwar bitter, doch über die gesamte Saison hat Unihockey Baden-Birmenstorf aus seiner Sicht nochmals einen Schritt nach vorne gemacht. «Wir haben uns den Halbfinal als Ziel gesetzt und sind den Erwartungen gerecht geworden. Während dies in der vergangenen Saison eher eine erfreuliche Überraschung war, konnten wir nun bestätigen, dass wir zu den Top 4 der Liga gehören.»

Die hohe Erwartungshaltung kommt nicht von ungefähr, UHBB hat eine beeindruckende Entwicklung hinter sich. Seit dem Aufstieg 2017 ging es für Truppe von Spahr kontinuierlich bergauf. Im diesjährigen Viertelfinal setzte sie sich als Favorit im Derby gegen Unihockey Mittelland in drei Partien durch.

Derby-Sieger: UHBB setzte sich im Viertelfinal gegen Unihockey Mittelland durch.

Derby-Sieger: UHBB setzte sich im Viertelfinal gegen Unihockey Mittelland durch.

Screenshot: https://www.facebook.com/unihockeybadenbirmenstorf/

Während die ersten zwei Partien hart umkämpft waren, entschied UHBB die Belle in der heimischen GoEasy Arena deutlich mit 6:2 für sich. «Wir waren bereits die ganze Saison zuhause besonders stark, das hat uns gegen Mittelland in die Karten gespielt», meint Spahr.

Um so ärgerlicher für den Cheftrainer, dass eben diese Heimstärke im Halbfinal keine Rolle mehr spielte. Nach einer 2:8-Niederlage in Konolfingen wurde UHBB auch in Siggenthal überrollt. Bereits nach einem Drittel lag die Mannschaft mit 0:3 im Rückstand. 40 Spielminuten später stand 4:11 auf der Anzeigetafel. «Der Gegner war zweimal gnadenlos effizient und hat uns die Grenzen aufgezeigt. Konolfingen war mental reifer als wir, das müssen wie so akzeptieren.»

Dementsprechend traut der Trainer seiner Mannschaft durchaus zu, dass sie auch in Zukunft um den Aufstieg mitspielen kann, sofern das Team noch näher zusammenwächst und die Leistungsträger erhalten bleiben.

Die Vorzeichen dafür stehen gut, Abgänge sind derzeit keine bekannt. Dennoch gibt es für den UHBB zur kommenden Saison eine markante Veränderung. Cheftrainer Valentin Spahr wird nach drei Jahren aus seinem Amt zurückziehen und eine Pause einlegen. Ein Nachfolger gibt es derzeit noch nicht.

Ebenbürtig mit dem Quali-Sieger

Bei Lok Reinach sitzt der Schock immer noch tief. Das Ausscheiden im Playoff-Halbfinal gegen Quali-Sieger Bern Capitals nach Verlängerung im Spiel 3 hat Spuren hinterlassen: «Ich kann mir nicht erklären, warum wir das Glück nicht auf unsere Seite erzwingen konnten. Die Unihockey-Götter waren womöglich nicht auf unserer Seite», erklärt Trainer Marcel Kling.

Für Reinach endet damit eine Playoff-Kampagne, die hervorragend begonnen hatte. Gegen TSV Unihockey Deitingen bekundete das Team von Kling keine Mühe. 6:3 und 10:4 lautete das deutliche Verdikt im Viertelfinal. Es folgte auswärts bei den Bern Capitals der dritte Sieg in Serie (3:2).

Doch dann nahm die Halbfinal-Serie eine dramatische Wende. Die folgenden zwei Partien waren bis zum Schluss ausgeglichen und mussten in der Verlängerung entschieden werden. Dort hatten die Reinacher jeweils das Nachsehen. Besonders bitter dabei: Lok Reinach verspielte im Spiel 3 im letzten Abschnitt eine Zwei-Tore-Führung.

«Natürlich ist nun eine gewisse Leere da. Das Team war bereit, um nach den Sternen zu greifen. Wir haben dem Quali-Sieger alles abverlangt und waren ihm mindestens ebenbürtig. Trotzdem sind wir gescheitert, das müssen wir zuerst verarbeiten.»

Für Kling ist nach diesen Playoffs klar: Lok Reinach kann mit den Besten der Liga mithalten und wird dies auch in Zukunft tun. Er gehe deshalb davon aus, dass die Zielvorgabe Aufstieg auch für die kommende Spielzeit bestehen bleibt. Bis diese jedoch beginnt, möchte das Trainer-Duo Marcel Kling und Pascal Meier das Kader in der Breite noch ergänzen, damit künftige Belastungen besser verteilt werden können.

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