Laufsport
Treppendiskussionen und neue Namen

Am Lenzburger Lauf schrieb der Eritreer Welday Weldernapfel und eine Neo-Aargauerin die Hauptgeschichte.

Jörg Greb
Drucken
Sieger Welday Weldernapfel.

Sieger Welday Weldernapfel.

Franz Schefer

Drei Mal in Serie konnte sich Berhe Zeremariam von 2008 bis 2010 am Lenzburger Lauf als Sieger feiern lassen. Der Wunsch des Eritreers aus Zürich, auf das oberste Treppchen des Podests zurückzukehren, entpuppte sich schnell als illusorisch. «Unglaublich, wie mein Kollege loslegte», sagte der 33-jährige Routinier staunend. Beim Kollegen handelte es sich um Welday Weldernapfel, der dafür sorgte, dass der erste Kilometer in 2:55 Minuten zurückgelegt wurde. «Das kann nicht gut kommen», war sich Zeremariam bewusst und «schaltete eine Gang hinunter». Fortan kontrollierte der erst 20-jährige Weldernapfel das Renngeschehen.

Spielend lief er an der Spitze. Der Afrikaner, der erst seit drei Monaten in der Schweiz (Luzern) lebt, betonte aber: «Einfach fiel mir das Ganze keineswegs, vor allem die lange Treppe und die Treppenübergänge im Schlussteil machten mir zu schaffen.» So blieb auch Zeremariam etwas: der Streckenrekord. Seine 37:11 Minuten blieben unangetastet – Weldernapfel benötigte fast zwei Minuten mehr.

Aargauerin siegt bei den Frauen

Während bei den Männern die schnellsten Einheimischen - Markus Peter (Erlinsbach) und Daniel Hotz (Schaffisheim) – den Sieg als viert- und fünftplatzierte um rund vier Minuten verpassten und sich mit den Rängen 1 und 2 in der Kategorie M40 zufriedengeben mussten, trumpfte bei den Frauen mit Maja Hügli eine Aargauerin gross auf. Mit ihrem Vorsprung von 4:46 Minuten auf die zweitplatzierte Deutsche Kerstin Matt, setzte sich die Gränicherin gar noch souveräner durch als Weldernapfel bei den Männern.

Um eine Erfolgsmeldung der besonderen Art handelt es sich bei der 31-Jährigen. Erstmals beteiligte sie sich bei «diesem Rennen so nahe des Wohnorts». Dass es dazu nicht schon früher einmal gekommen ist, hat zwei Gründe: Zum einen ist die gebürtige Zürcherin erst vor zwei Jahren in den Aargau gezogen, zum anderen profiliert sie sich erst allmählich als Läuferin. «Ich habe eine lange Pause hinter mir», sagt sie und verweist damit auf ihre Schwangerschaft und die Geburt ihres ersten Kindes im November.

Ein gelungenes Comeback feierte sie Ende April am Aargauer Volkslauf in Aarau mit dem dritten Rang in der Alterskategorie und dem fünften Gesamtrang. Obwohl ihr die Strecke in Lenzburg grundsätzlich liegt, brachte sie im Nachgang noch eine Kritik an: «Die Schlussrunde mit den Treppen und den Richtungswechseln gleicht einem Spiessrutenlauf. Das müsste meiner Meinung nach nicht sein.»

Die Waffenläufer fühlten sich «toll in den Anlass integriert». Trotzdem ist festzuhalten: Die Anziehungskraft des Lenzburger Laufs ist bescheiden. Die Ausnahme bilden die Kinder- und Schülerrennen, in denen rund 750 Teilnehmer an den Start gingen. Über die Hauptdistanz von 11,6 km aber liefen nur 195 Männer und 42 Frauen, im eigenständigen Waffenlauf über 14,4 km 93 Männer und 14 Frauen.