Eishockey
Start verschlafen und Spiel verloren

Der EHC Aarau verliert die wichtige Partie gegen den SC Lyss mit 4:1, wusste aber mit unzähligen harten Checks zu gefallen.

Grégory Mathys
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Nico Boner (rechts) in guter Abschussposition.
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Aaraus Kissling scheitert an Gäste-Torhüter Schilt.
Der EHC Aarau verliert die wichtige Partie gegen den SC Lyss mit 4:1
Ein Abend zum Vergessen für Aarau Torhüter Mathis Mario.

Nico Boner (rechts) in guter Abschussposition.

AZ

Zweimal trafen die 1.-Ligisten aus Aarau und Lyss in der Qualifikation aufeinander, zweimal endete das Spiel 4:1. Gestern Abend kam es zum Duell der beiden Teams in der Masterrunde und die Berner gewannen mit 4:1. Das Heimteam verlor die Partie in den ersten zwölf Minuten.

Die defensive Kompaktheit sei der Schlüssel zum Erfolg, meinte Aarau-Trainer Patric With vor dem Spiel. Seine Spieler schienen ihn nicht gehört zu haben. Wie ein Hühnerhaufen wirkten sie in den Startminuten und liessen die Gäste ungestört gewähren. So beim 0:1, als Moret vor dem Tor vergessen wurde.

In der Folge fingen sich die Aarauer etwas - trotzdem gelang es dem SC Lyss, seinen Vorsprung auszubauen. In der 10. Minute erhielten die Spieler aus Aarau Anschauungsunterricht in der effizienten Verwertung von Powerplays. Nur gerade acht Sekunden benötigten sie in ihrer ersten Überzahlsituation, um das 0:2 zu erzielen. Dass die Berner gestern schlicht kaltblütiger waren, zeigte sich in der 13. Minute.

Zunächst gelang den Aargauern der erste flüssige Angriff der ganzen Partie. Kapitän Nico Boner passte aber zu seinem Mitspieler, statt allein vor dem Tor den Abschluss zu suchen. Nur dreissig Sekunden und einen Gegenstoss später stand es 0:3. Nicola Pfeiffer hatte mit einem Schuss in die hohe Ecke getroffen. «Den Start haben wir leider verschlafen. Die defensive Leistung zu Beginn war katastrophal und offensiv gelang uns schlicht zu wenig», bilanzierte With.

Im folgenden Drittel war das Geschehen auf dem Eis ausgeglichen, aber den Aarauern gelang es äusserst selten, Chancen zu kreieren. Da sich Lyss mit dem Erreichten offenbar zufrieden gab, fielen im Mittelabschnitt keine Tore. Dafür lag die Scheibe im letzten Drittel bereits nach 80 Sekunden im Tor. Dem EHC-Hüter Mario Mathis misslang es, einen Querpass unter Kontrolle zu bringen. So kullerte der Puck zu Leroy Friedrich, welcher nur noch zum 0:4 einschieben musste. Nur eine Minute später erzielte Aarau durch Patrick Bula wenigstens noch den Ehrentreffer.

Trainer With konnte also immerhin feststellen, dass die Moral seiner Mannschaft intakt ist. Zudem durfte er auch mit der kämpferischen Leistung seiner Spieler zufrieden sein. Auffällig war vor allem, wie viele erfolgreiche Checks das Heimteam anbrachte. Was den Aarauern aber fehlt, ist ein Aggressivleader, wie ihn Lyss in Thomas Kläy hatte. Immer wieder provozierte dieser die Aarauer und mischte sich in jedes Handgemenge ein. «Da haben wir tatsächlich noch ein kleines Manko. Aber das ist halt auch eine Mentalitätsfrage», meinte With. Vielleicht schadete es aber nicht, dass seine Spieler nicht jede Konfrontation annahmen.

Die Partie wurde auch so schon äusserst grob geführt. Zu spüren bekam dies Raoul Dünser, welcher im ersten Drittel ausschied und zu genaueren Untersuchungen ins Spital gebracht wurde. Es sei etwas mit dem Knie, meinte sein Trainer - und glaubt nicht an eine Rückkehr in dieser Saison. In dieser steht dem EHC noch das bedeutungslose Spiel gegen Burgdorf bevor. Ins Playoff werden sie als Sechster ziehen und damit voraussichtlich auf Angstgegner Zuchwil-Regio treffen.

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