Scooter
Spektakuläre Stunts im Rolling Rock

Im Skate-Center in Aarau fand zum ersten Mal ein Scooter-Wettkampf statt. Die exotische Sportart wird auch in der Deutschschweiz immerbeliebter.

Silvan Schmutz
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Scooter Jam in Aarau
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Scooter Jam in Aarau

Alexander Wagner

Mit staunenden Augen beobachteten die Zuschauer das Geschehen im Aarauer Skate-Center Rolling Rock. Und was sie sahen, liess ihnen zuweilen das Blut in den Adern gefrieren. Denn von halsbrecherischen 540°-Drehungen bis zu freihändigen Backflip-Sprüngen bekam das Publikum an der Scooter Jam alles zu sehen. «Scooter-Fahren ist eine Mischung zwischen Skaten und BMX. Man muss multitaskingfähig sein, denn der Sport erfordert eine gute Koordination von Händen und Füssen», klärt Sven Müller auf.

Der 14-Jährige aus Bünzen war zufrieden mit seiner Leistung am ersten Wettkampf der Sportart in der Deutschschweiz: «In der Qualifikation habe ich eine schwierige Linie gefahren. Das hat viel Kraft gekostet, die im Finale gefehlt hat.» Trotzdem schaffte es der junge Scooter-Fahrer auf den hervorragenden vierten Rang. Angesichts der starken Konkurrenz aus der Westschweiz, wo der Scooter-Sport bereits Kultstatus geniesst, eine sensationelle Leistung.

Medaille und Sponsorvertrag

Auch die Elitekategorie, in der die über 16-Jährigen starteten, wurde von Westschweizern und sogar Sportlern aus Frankreich dominiert. Der einzige Deutschschweizer, der es bis ins Finale schaffte, war Tobias Fischer aus Berikon. Der Aargauer zeigte eine überzeugende Leistung. So überzeugend, dass es der 16-Jährige auf den dritten Rang schaffte und prompt einen Sponsorenvertrag einheimste: Der Vertreter vom Scooter-Vertreiber Blunt Scooters war so überzeugt vom Aargauer Fahrer, dass er ihm auf der Stelle einen Vertrag versprach.

Eine Bestätigung für so manche harte Trainingsstunde, die der Aargauer geleistet hat. Seit fast drei Jahren übt er den jungen Sport nun schon aus. Darauf gestossen ist er – wen wunderts, bei so einer modernen Sportart – im Internet: «Als ich einige Videos gesehen habe, hat es mich gepackt. Ich habe ein Profi-Scooter bestellt und von da an gings praktisch jedes Wochenende in Skate-Parks», erklärt der strahlende Dritte.

Moderiert vom grossen Idol

In der Westschweiz eingeschlagen wie eine Bombe, erobert die Sportart nach und nach auch die deutschsprachige Schweiz. «Ein Grund für die Beliebtheit der Sportart ist, dass Anfänger schon nach kurzer Zeit Erfolgserlebnisse erleben», weiss Fischer. Ausserdem sei Scooter-Fahren zwar eine Einzelsportart, jedoch übe man sie mit Freunden aus. «Die perfekte Mischung». Die Antwort auf die Frage nach dem grossen Vorbild kommt bei den beiden Aargauern wie aus der Pistole geschossen: Benjamin Friant.

Der Westschweizer gehört zu den besten Scooter-Fahrern der Welt. Und eben diesen Benjamin Friant konnten die Organisatoren vom Aarauer Rolling Rock-Team als Moderator des Contests engagieren. Für die Jungs eine zusätzliche Motivationsspritze, die sie zu Höchstleistungen anspornte. Alles in allem war der Event in Aarau ein voller Erfolg – kein Zweifel, dass es nicht der letzte Wettkampf der Sportart in der Deutschschweiz war.