Nach der Qualifikation
„Sorgenkind bleibt die Chancenauswertung“

Argovia Stars Trainer Daniel Meier spricht über die gelungene Qualifikation, seine erfolgreiche „Landung“ im Amateureishockey und wieso seine Spieler über die Weihnachtstage ein bisschen weniger trainieren.

Michael Schenk
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Der Trainer Daniel Meier (Mitte) und die Spieler des Argovia Stars dürfen mit der Qualifikation zufrieden sein.

Der Trainer Daniel Meier (Mitte) und die Spieler des Argovia Stars dürfen mit der Qualifikation zufrieden sein.

Christian Boss

Daniel Meier, die Qualifikation für die obere Masterround und damit die 1.-Liga-Playoffs ist mit Platz 5 in der Quali frühzeitig geschafft – sie müssen ein zufriedener Trainer sein?
Wir wollten unter die Top 5, dass wir es jetzt wirklich geschafft haben durften wir nicht zwingend erwarten. Mit ein, zwei Ausnahmen liegen die Teams sehr nahe beisammen.

Was war ausschlaggebend für die Leistungssteigerung? Letzte Saison hatten Sie die Playoffs noch verpasst.
Wir haben defensiv und offensiv solid gespielt und hatten im Vergleich zur letzten Saison auch konstante Goalie-Leistungen. Abgesehen davon war letztes Jahr vieles neu: Der Trainer, neue Spieler – all das braucht Zeit, um zusammenzufinden.

Hat ihr Team schon am Limit gespielt oder gibt‘s noch Luft nach oben?
Wir haben eine sehr gute Mannschaft von der man sicher etwas erwarten darf. Sorgenkind bleibt die Chancenauswertung.

Das Powerplay war zuletzt auch nicht berauschend?
Tja, manchmal habe ich das Gefühl, je mehr wir es trainieren, umso schlechter funktioniert es (lacht). Nein, ein gut funktionierende Box- und Powerplay ist für uns natürlich absolut wegweisend bezüglich dem weiteren Saisonverlauf.

Stichwort Chancenauswertung – bislang hat Pascal Wittwer fast ein Drittel aller Tore erzielt. Das macht sie etwas sehr ausrechenbar?
Das ist gefährlich, das stimmt und ist so auch nicht unser Ziel. Wir wollen, dass alle Linien Spiele entscheiden können. Die Spieler dazu haben wir. Abgesehen davon, dass Pascal Wittwer allein keine Matches gewinnen kann, hat auch er noch Steigerungspotenzial punkto Chancenauswertung.

Sie haben es angesprochen, Sie sind jetzt in ihrer zweiten Saison in Aarau, vorher kannten Sie eigentlich nur den Profibetrieb. Es scheint, dass Sie nun im Spitzen-Amateurbereich angekommen sind?
Der Unterschied ist gewaltig und ich musste darum auch Lehrgeld bezahlen. Man kann und darf im Amateurbereich nicht die gleichen Ansprüche stellen wie in der Nationalliga; schliesslich haben alle Spieler in der 1. Liga noch einen Job und spielen Eishockey als Hobby. Hier musste ich mich tatsächlich ran tasten, wie viel man trotzdem Fordern und Verlangen kann.

Was machen Sie jetzt anders als letzte Saison?
Wir spielen vielleicht ein etwas einfacheres System, weil gewisse Dinge, die ich mir vorgestellt hatte, schlicht nicht umsetzbar waren.

Sie haben den Spieler auf dem Eis auch viele Freiheiten einräumen wollen?
Da musste ich auch erfahren, dass viele damit etwas überfordert waren. Man ist sich halt gewöhnt, nach klaren Ansagen zu funktionieren. Ich passe mich an.

Die Meisterschaft geht am 7. Januar weiter – wie verbringen die Argovia Stars die Festtage?
Wir haben jeweils Montag und Dienstag nächster und übernächster Woche Training und sonst frei. Das wäre vielleicht anders, wenn wir nicht schon fix in den Playoffs stünden.

Das heisst die Spieler haben sich dank der guten Leistung in der Quali ein paar Freitage mehr verdient?
Ja.

Wie wichtig ist Ihnen die nun folgende obere Masterround, in der es eigentlich „nur“ um die Startplätze in den Playoffs geht?
Wir können in den nächsten Spielen auch Mal etwas ausprobieren. Punkto Linienzusammenstellung zum Beispiel. Ob wir am Ende als Erster der Quali oder als Fünfter in die Playoffs starten ist mir ehrlich gesagt nicht so wichtig.

Der Heimvorteil ist oft gar nicht wirklich ein Vorteil.
Das sehe ich auch so.

Was wünschen Sie sich als Trainer der Argovia Stars zu Weihnachten?
In erster Linie wünsche ich meinen Spielern schöne Festtage und dass alle gesund und motiviert nächstes Jahr wieder ins Training kommen.

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