Schwingen
Höhenflüge in turbulenten Zeiten: Das sind die Aargauer Trümpfe für den Kilchberger Schwinget

Vier Aargauer Schwinger führen die Nordwestschweizer Delegation am Samstag im zürcherischen Kilchberg an – wir schauen auf den Formstand des Quartetts vor dem Saisonhighlight. Und wir sagen, wie die Bilanz in den Direktduellen gegen ihre ersten Gegner aussieht.

Martin Probst
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Oben: Nick Alpiger und Andreas Döbeli. Unten: ­Patrick Räbmatter und Oliver Hermann.

Oben: Nick Alpiger und Andreas Döbeli. Unten: ­Patrick Räbmatter und Oliver Hermann.

key/awa/zvg

Es ist das wichtigste Schwingfest der Saison und nur gerade sechs Schwinger aus der Nordwestschweiz dürfen am Samstag im zürcherischen Kilchberg starten.

Wie gross eine Delegation sein darf, richtet sich nach der Grösse des Teilverbands und da steht der Nordwestschweizer Verband an zweitletzter Stelle. Da am Fest mit eidgenössischem Charakter nur 60 Teilnehmer erlaubt sind, ist alleine die Teilnahme für viele Schwinger ein Erfolg.

Dass die Aargauer im Nordwestschweizer Verband derzeit klar am stärksten sind, zeigt ein Blick auf das Aufgebot. Vier der sechs nominierten Schwinger sind Aargauer. Und dies, obwohl mit Joel Strebel ein starker Eidgenosse aus dem Freiamt verletzt nicht zur Auswahl stand. Für ihn rückte Oliver Hermann nach.

Welchen Alpiger sehen wir?

Nimmt man die bisher erreichten Erfolge als Massstab, führt Nick Alpiger das Team an. Der 25-Jährige hat allerdings eine eher turbulente Zeit hinter sich. Nachdem er am Aargauer Kantonalen im Juni sein Comeback gab und im Schlussgang gegen König Christian Stucki zu einem Unentschieden kam, verletzte er sich am Solothurnischen erneut. Nur um beim erneuten Comeback sogleich das Basellandschaftliche Fest zu gewinnen.

Nick Alpiger duelliert sich mit König Christian Stucki.

Nick Alpiger duelliert sich mit König Christian Stucki.

Alexander Wagner / KEYSTONE

Doch damit nicht genug: Eine Corona-Erkrankung verhinderte in der Folge seine Teilnahme am Nordwestschweizerischen Fest. Welchen Alpiger werden wir in Kilchberg zu sehen bekommen? Den Dominator, oder den Pechvogel?

Im ersten Gang trifft er auf den Zürcher Eidgenossen Samir Leuppi. Die beiden sind sich erst einmal begegnet – im Rahmen des Nicklausschwingets 2018 gewann Alpiger.

Döbeli mit guten Erinnerungen

Immerhin zweimal ist Andreas Döbeli schon auf seinen Startgegner getroffen. Einmal ging der Freiämter Eidgenosse gegen den Glarner Eidgenossen Roger ­Rychen als Sieger (2019 am Nordostschweizer Fest) und einmal als Verlierer (2018 auf dem Weissenstein) aus dem Sägemehl. Der 23-jährige Döbeli hat zuletzt das Nordwestschweizer Fest für sich entschieden und wird mit entsprechend grosser Zuversicht ans Saisonhighlight reisen.

Patrick Räbmatter und Andres Döbeli im Schlussgang des Nordwestschweizerischen Schwingfests.

Patrick Räbmatter und Andres Döbeli im Schlussgang des Nordwestschweizerischen Schwingfests.

Sander Van Riemsdijk

In Zunzgen besiegte Döbeli im Schlussgang Patrick Räbmatter. Das ärgerte den 30-jährigen Räbmatter allerdings nur kurz, hatte er zuvor doch Schwingerkönig Kilian Wenger besiegt. Danach wurde sein Selbstvertrauen aber getrübt, als der Eidgenosse am Nordostschweizer Fest den Kranz verpasste.

Räbmatter trifft auf Christian Schuler, den er in fünf Duellen zweimal besiegen konnte. 2019 und 2015 an zwei Rangschwingfesten im Herbst. Das einzige Kranzfestduell, 2018 am Innerschweizer Fest, gewann Schuler. Oliver Hermann stellte 2016 am Nicklausschwinget gegen seinen Kilchberger Auftaktgegner Beda Arztmann.

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