NLB-Handball

Rund um die Auswärtspartie in Solothurn: Möhlin-Trainer Jürgen Brandstaeter erlitt vor neun Tagen zwei Herzinfarkte

Jürgen Brandstaeter, Trainer des TV Möhlin, hat rund um die Partie beim TV Solothurn zwei leichte Herzinfarkte erlitten.

Jürgen Brandstaeter, Trainer des TV Möhlin, hat rund um die Partie beim TV Solothurn zwei leichte Herzinfarkte erlitten.

Der 57-jährige Trainer des TV Möhlin ist nach seinen erlittenen Herzinfarkten in Behandlung und kann deshalb nicht an der Seitenlinie stehen. Sein Team lässt sich davon nicht aufhalten und stürmt trotzdem an die Tabellenspitze in der NLB und ist auf Aufstiegskurs.

Die gute Nachricht vorneweg: Jürgen Brandstaeter geht es den Umständen entsprechend gut. Das ist deshalb alles andere als selbstverständlich, weil der 57-jährige Trainer der Handballer des TV Möhlin rund um die Partie beim TV Solothurn vor neun Tagen zwei leichte Herzinfarkte erlitten hat.

Gemäss Informationen der Vereinsleitung hat Brandstaeter einen ersten Herzinfarkt im Vorfeld und einen zweiten im Nachgang der Partie erlitten. «Er war während der Partie nicht fit. Man ging von einer Lebensmittelvergiftung aus. Anfang der vergangenen Woche haben wir dann erfahren, dass es sich um zwei leichte Herzinfarkte gehandelt hat», sagt Simon Mahrer, Präsident des TV Möhlin.

Brandstaeter befindet sich derzeit in Behandlung: Nach den in solchen Situationen üblichen operativen Eingriffen wird er in den kommenden Tagen mit einer Kur beginnen. «Wir wissen nicht, wann Jürgen wieder an der Seitenlinie stehen kann, und planen deshalb derzeit Woche für Woche.»

Mannschaft stürmt an die Tabellenspitze

Seine Mannschaft, mit der Brandstaeter derzeit nur via Handy in Kontakt steht, liess sich am Wochenende nicht vom Ausfall des Trainers aus der Bahn werfen: Ohne den Trainer an der Seitenlinie gewann der TV Möhlin das Heimspiel gegen die Kadetten Espoirs mit 34:26 deutlich.

Dank des achten Sieges in Serie führen die Fricktaler nun die Tabelle der NLB an und sind auf bestem Kurs in Richtung Aufstiegsplayoffs. In Abwesenheit Brandstaeters wurde der TV Möhlin im Heimspiel vom Samstag vor 333 Zuschauern vom 23-jährigen Florian Wirthlin gecoacht.

«Ich gehe davon aus, dass die Mannschaft den Trainer auf dem Weg seiner Gesundung kaum auf eine bessere Art und Weise hätte unterstützen können, als mit einem Sieg», sagt Vereinspräsident Mahrer und fügt an: «Diese hektische Woche für den ganzen Verein zwischen Herzinfarkt und Corona-Virus hat mit dem Sprung auf den Leaderthron einen versöhnlichen Abschluss gefunden.»

Kehrt Brandstaeter noch einmal auf die Bank zurück?

Von der menschlichen Seite einmal abgesehen hat der Ausfall Brandstaeters auch auf Alexander Velz’ Alltag massive Auswirkungen: Der mit 210 Treffern unangefochtene Topskorer der NLB arbeitet und wohnt im deutschen Meissenheim, wo auch sein Trainer lebt.

Bis anhin pflegte Velz deshalb die 130 Kilometer pro Wegstrecke als Beifahrer Brandstaeters zurückzulegen. Nun muss der 21-Jährige selber fahren und verliert damit wertvolle Zeit zur Erholung.

Allerdings ist diese Situation für Velz bereits ein Vorgeschmack auf die Zukunft: Denn ob Brandstaeter überhaupt noch einmal auf die Bank beim TV Möhlin wird zurückkehren können, ist derzeit offen.

Anfang Februar war bekannt geworden, dass die Fricktaler den im Sommer auslaufenden Vertrag mit dem Deutschen nicht verlängern und stattdessen Samir Sarac als Nachfolger an der Seitenlinie installieren.

Es wäre Brandstaeter zu wünschen, dass er sich nach den zwei erfolgreichen Jahren in Möhlin an der Seitenlinie verabschieden kann – sofern seine Gesundheit das zulässt.

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