Orientierungslauf
OL-WM: Nur ein glücklicher Matthias im Ziel

Titelverteidiger Matthias Müller gelang im WM-Sprint der Sprung aufs Podest. Den anderen beiden gestarteten Matthias lief es nicht wie erwünscht.

Rainer Sommerhalder, Chambéry
Drucken
Teilen
Mathias Müller erreicht das Ziel

Mathias Müller erreicht das Ziel

Keystone

Ganz, ganz heimlich hatte man davon geträumt. Von einem WM-Podest mit drei Aargauern. Matthias vor Matthias und Matthias lautete nach dem Schweizer Fünffach-Triumph im Frühjahr beim Weltcupsprint ein kühner Medaillentipp. Reihenfolge egal.

Nur ein Matthias kam in den heissen Gassen von Chambérys Altstadt auf sein Rendement. Der entthronte Weltmeister Matthias Müller aus Oberwil-Lieli strahlte bei der Siegerehrung vollste Zufriedenheit aus.

«Ich habe ein gutes Rennen gehabt und bin sehr glücklich über die Medaille», sagte der 28-Jährige. Und als Krönung sei der Titel dank Daniel Hubmann in der Schweiz geblieben, «so dass wir bei der Heim-WM in Lausanne wieder vier Startplätze zur Verfügung haben». Kurz vor dem Rennen sei er so richtig nervös geworden, obwohl er die Atmosphäre mit den hunderten von Menschen in den engen Gassen von Chambéry als «geil» bezeichnete.

Menschenmenge wie beim Alp d'Huez

Weniger geil fand Matthias Merz die Menschenmenge, die den Athletinnen und Athleten teilweise Spalier stand und irgendwie an den Aufstieg nach Alp d’Huez erinnerte. Als er unterwegs eine schlechte Route erwischt hatte und von der «falschen» Seite angebraust kam, schaffte es der in Aarau wohnende Seetaler durch die Menschentraube kaum mehr zurück auf die Idealroute.

Viele kleinere Fehler und mehr als einmal eine langsamere Routenwahl summierten sich bis ins Ziel zu einem Rückstand von beinahe einer Minute. So gesehen war Rang 6 ein guter Lohn.

Nicht gross enttäuscht, aber auch nicht überglücklich zeigte sich der Bauingenieur über seinen Diplomplatz: «Es ist ein Platz, der nach einer verpassten Chance riecht». Gerne hätte er mit seinem Trainingskollegen, dem zweitplatzierten Schweden Anders Homberg getauscht. In den bisherigen Sprint-Rennen dieser Saison lag Merz stets einen Hauch vor dem im Baselbiet lebenden Nordländer.

Sieg in der Qualifikation am Morgen, unglaublich gute Beine und keine Probleme mit der Nervosität - alles sprach bis zur Startlinie dafür, dass Weltcupsieger Matthias Kyburz, der Shootingstar der Saison, auch in seinem ersten WM-Final alle anderen in den Schatten stellen könnte.

Doch kaum lief die Zeit für den 21-Jährigen aus Möhlin, war es wie verhext. Bereits zum ersten Posten folgte der erste Fehler. Als 37. passierte der ehemalige Junioren-Weltmeister an dieser Stelle. «Ich hätte mich vor dem Start nicht besser fühlen können, aber dann hatte ich enorme Probleme, auf die Karte zu kommen», sagte ein schwer enttäuschter Kyburz.

Das Ende einer beachtlichen Serie

Als ihm in einer Situation auch noch ein Auto und in einer anderen ein Velofahrer in die Quere kamen, war es endgültig aus mit der erhofften Spitzenklassierung. Für ihn war der erste zugleich der letzte Einsatz an diesen Titelkämpfen. Damit riss auch die beachtliche Serie des Aargauers. Noch nie kehrte er von einem Grossanlass ohne Medaille nach Hause.

Aktuelle Nachrichten