Team-Meisterschaft
OL-Läuferin Simone Niggli misst sich in Suhr mit Männern

Die Team-Meisterschaften im Orientierungslauf in Suhr lebten von einer speziellen Begeisterung und viel Spannung. Simone Niggli, die 20-fache Weltmeisterin, lief mit einem Männerteam auf Rang 5.

Jörg Greb
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Nimmt Mass an den Männern: Simone Niggli (rechts) am Start zusammen mit den Teamkollegen Matthias Niggli (Mitte) und Stefan Zingg.

Nimmt Mass an den Männern: Simone Niggli (rechts) am Start zusammen mit den Teamkollegen Matthias Niggli (Mitte) und Stefan Zingg.

Samuel Hebeisen

Intensiv steckten die Aktiven im Ziel die Köpfe zusammen, diskutierten und analysierten. Vielen huschte ein Lächeln übers Gesicht: «Ein hartes, aber ausserordentlich spannendes und faires Rennen war das.» Und Simone Niggli, die 20-fache Weltmeisterin, die wie kaum eine andere das Siegen gewohnt ist, ging bei den Schweizer Team-Meisterschaften leer aus. Überraschend kam dies für die 34-jährige Bernerin hingegen nicht. Erstmals mass sie sich nämlich an diesen Meisterschaften in einem Männerteam.

Zusammen mit ihrem Ehemann und einstigen Nationalteamläufer Matthias Niggli sowie mit Klubkollege Stefan Zingg trat sie an – und schaffte es auf Rang 5. Und für einmal war sie mit dieser Klassierung nicht unglücklich. «Das war eine spannende Erfahrung», sagte sie und: «Es war wie ein Intervalllauf, sodass die fast anderthalb Wettkampfstunden im Nu vorüber waren.»

Baselbieter Team holt den Sieg

Die 33 Kontrollposten – sie mussten stets von mindestens einem Läufer jedes Teams quittiert werden – am schnellsten bewältigt hatte das favorisierte Baselbieter Team mit Fabian Hertner, Kaspar Hägler und Stefan Lombriser. «Wir schickten unmittelbar nach dem Start Fabian für die ersten paar Posten in den Wald und planten in dieser Zeit der erste Rennhälfte konsequent durch», umschrieben Lombriser und Hägler ihr Konzept.

Vorbestimmt waren sodann die Übergabestandorte für den Badge, mit dem die Daten erfasst wurden. Ebenso klar war, wer an wen übergibt. Das Trio wählte möglichst kurze Abschnitte. So liess sich der Rhythmus hoch halten. Knifflig daran: Bis ins Ziel waren sie nie mehr gemeinsam unterwegs, und die Gewissheit, dass die Ad-hoc-Planung auch aufgehen würde, war nie gegeben. Umso grösser war die Freude. Nach dem Staffel-Meistertitel im September doppelte das Trio erfolgreich nach.

Merz-Trio am Limit

Als Folge der fehlenden Ausgeglichenheit war das Aargauer Merz-Brüder-Team mit Matthias, Jonas und Benedikt zu einer anderen Taktik gekommen. Der Jüngste, Hobbyläufer Benedikt, übernahm weniger und nur kurze Abschnitte. Folglich waren die beiden Routiniers auf längeren Strecken unterwegs. Und das zehrte an den Kräften. «Wir waren aufs Äusserste gefordert», sagten Matthias und Jonas. Nicht über den 28. und zweitletzten Platz hinaus kam Sprint-Weltmeister, Weltcup-Sieger und Aufsteiger der Saison, Matthias Kyburz. Er trat mit zwei Hobbyläufern an und blieb chancenlos. «Meine Brüder wollten diesmal nicht mittun», erklärte er.

Während das Klassement bei den Männern klare Konturen aufwies, fiel die Entscheidung bei den Frauen äusserst knapp aus. Das favorisierte Team mit den Nachwuchsläuferinnen Marion Aebi, Bettina Aebi und Katja Gygax siegte mit einem Vorsprung von 10 Sekunden auf die etablierten Seline Stalder, Brigitte Haefeli und Valérie Suter.

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