NLA-Handball
Viele Premieren beim HSC Suhr Aarau – aber nicht überall gab es ein Happy End

Der HSC Suhr Aarau verliert gegen den BSV Bern 24:28 und damit erstmals ein Heimspiel in dieser Saison. Im Mittelpunkt standen die Auftritte der Debütanten. Allen voran jener von Spielmacher Nuno Silva.

Martin Probst
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Nuno Silva trainierte erst seit Mittwoch unter der Anleitung von Misha Kaufmann.

Nuno Silva trainierte erst seit Mittwoch unter der Anleitung von Misha Kaufmann.

Severin Bigler

Es war der Tag der Premieren in der Schachenhalle. Und nur eine ging schief. Dummerweise jene, die auf den ersten Blick auffällt: 24:28 verlor der HSC Suhr Aarau am Sonntag gegen den BSV Bern. Es war im dritten Heimspiel die erste Niederlage vor heimischem Publikum in dieser Saison.

Fünf sehr schwache Minuten nach der Pause standen am Ursprung, weswegen die Vorstellung vor gut 600 Zuschauern kein Happy End fand.

Dabei ging es richtig gut los, waren die ersten 30 Spielminuten beste Unterhaltung, in denen Regisseur Misha Kaufmann bewies, wie vielfältig er Handball inszenieren kann. Der Trainier rotierte oft, ein wenig auch gezwungenermassen, fehlte doch mit Tim Aufdenblatten und Lars Hofer weiteres Stammpersonal.

Doch die (noch) ungewohnte ­Besetzung harmonierte schnell. Fand immer wieder Wege, das Publikum zu begeistern. Und so war die 13:11-Führung zur Pause eine logische Konsequenz nach einem Auftritt mit zahlreichen Premieren.

Der erhoffte Spielmacher

Allen voran natürlich jene von Nuno Silva. Der 30-jährige Portugiese ist erst seit Mittwoch in der Schweiz, hat nach wenigen Trainings aber bereits sehr gut verstanden, was hier gezeigt werden soll. Und vor allem auch, was seine Rolle ist.

Überzeugende Premiere: Nuno Silva ist der erhoffte Spielmacher.

Überzeugende Premiere: Nuno Silva ist der erhoffte Spielmacher.

Severin Bigler

Er ist der erhoffte Spielmacher. Einer, der die Lücken in den gegnerischen Reihen sieht. Sinnbildlich dafür standen seine Pässe auf Leonard Pejkovic. Immer wieder brachte er den Kreisläufer in Abschlussposition, und dieser dankte es mit Treffern. Fünf waren es bis zum Schluss.

Trikots ohne Namen

Doch Silvas Auftritt alleine auf diese Pässe zu reduzieren, würde seinem Können nicht gerecht. Er sucht und findet seine Teamkollegen fast spielerisch leicht. Er trifft auch selbst, wenn nötig. Und er macht überhaupt kaum Fehler. «Was so faszinierend ist an ihm», sagt Trainer Kaufmann, «er steht immer richtig und spielt enorm clever. Er wird uns weiterhelfen.»

Es war der erhoffte Einstand. Und dies nach so kurzer Eingewöhnungszeit. Noch nicht einmal das Trikot mit Silvas Namen ist bereit. So trug er das namenlose Shirt mit der Nummer 10. Bis jenes mit der 17 beschriftet ist.

Doch nicht nur Silva trug ein Trikot ohne Namen. Das tat auch Thomas Bieri bei seinem NLA-Debüt. Der 18-jährige Schweizer erhielt von Kaufmann erstmals Einsatzzeit und erzielte sogleich seinen ersten Treffer.

Zum ersten Mal in der NLA im Einsatz: Thomas Bieri.

Zum ersten Mal in der NLA im Einsatz: Thomas Bieri.

zvg

Gleiches gelang auch Jannis Scheidiger. Der HSC-Goalie traf ins leere Tor. Noch so eine Premiere also. Und wenn wir schon dabei sind: Auch Manuel Zehnder erlebte eine solche. Zum ersten Mal seit seiner Hüftoperation stand der 21-Jährige nicht nur als Siebenmeterschütze auf der Platte, sondern wurde von Kaufmann auch im Überzahlspiel eingesetzt.

Ein Zweikampfverbot

«Eigentlich ist er noch nicht voll einsatzfähig und muss auf Zweikämpfe verzichten», sagt Kaufmann. Doch nach Aufdenblattens Ausfall wurde das Comeback forciert. «Meine Hüfte hat den Einsatz gut überstanden», sagt Zehnder. «Aber klar, die Belastungen, zum Beispiel auf die Muskulatur, da fehlt schon noch was.»

Es gibt also viel Positives, das der HSC trotz Niederlage mitnehmen kann. Auch wenn die zweite Halbzeit Kaufmann zeitweise «stinkig» machte, «weil wir besonders auf dem Flügel in der Defensive zu anfällig sind». Was mit ein Grund für die Niederlage war.

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