Nachdem die Oltner in der Vorwoche die Punkte bei Rothrist in den Schlussminuten aus den Händen gegeben hatten, gab es für den FCO am Sonntag im Heimspiel gegen das Nachwuchsteam aus dem Aargau erneut nichts zu holen. Die jungen, technisch beschlagenen Aargauer liessen Ball und Gegner insbesondere in der ersten Hälfte gekonnt laufen. Währenddessen liessen die Platzherren den nötigen Biss vermissen, notabene in einer Partie bei er es gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Ligaerhalt ging.

Die Quittung erhielten die Oltner in der 25. Minuten nach einem Treffer von Yannik Wiget, der eine kurze Hereingabe von rechts mit einer seitlichen Volleyabnahme sehenswert in den Maschen unterbrachte. Mit der Einwechslung zweier Routiniers zur Pause – dem Regisseur und Assistenztrainer Hasan Osaj sowie dem reaktivierten Abwehrpatron Mario Panzeri – ging ein Ruck durch die Reihen der Oltner. In der Folge zog die Heimmannschaft ihre beste Phase im Spiel ein, doch im Angriff blieb zu vieles Stückwerk, als dass das Gästetor ernsthaft in Gefahr geraten wäre.

Kampf gegen Windmühlen

FCO-Trainer George Schifferle stellte trotz 90 matten Minuten seiner Elf klar: «Unsere Moral ist intakt.» Einmal mehr hätten gewichtige Absenzen (Anm. d. Red.: Canik, Fazari und Iandiorio) verkraftet werden müssen und damit sei er zu Umstellungen gezwungen gewesen. «Wir haben nun mal nicht die Möglichkeiten anderer Teams in dieser Liga», führte Schifferle weiter aus und beklagte die schwierigen Umstände: «Ich fühle mich, als ob ich mit Assistent Hasan Osaj und den Jungs alleine für das Ziel Ligaerhalt kämpfen würde.» Vom Verein erfahre er wenig Unterstützung, auf Junioren könne er nicht zurückgreifen (Anm. d. Red.: Der FCO verfügt über eine Nachwuchsbewegung von den F- bis zu den D-Junioren.) und Geld, um externe Akteure anzulocken, sei bekanntlich schon gar keines vorhanden.» Sein Antrieb sei es, dass stets fünfzehn Spieler im Training seien, welche alle das Ziel Ligaerhalt verfolgen. Die Bedenken habe er dem Verein gegenüber mehrfach geäussert, doch geändert habe sich nichts. So hofft der Vorstand des FC Olten wohl darauf, dass es mit dem Ligaerhalt schon irgendwie klappen möge. Dem unentwegten Kämpfer George Schifferle ging der Humor auch nach dem erneuten Rückschlag nicht ab: «Wir machen weiter, uns bleibt schliesslich gar nichts anderes übrig», meinte er lachend.

Bei sechs ausstehenden Partien und noch fünf Zählern Vorsprung auf die Abstiegsränge steht im nächsten Heimspiel gegen Pajde ein ungemein grösserer Brocken gegenüber, bevor mit den Duellen gegen Kilchberg-Rüschlikon und Grenchen Partien mit vorentscheidendem Charakter folgen.

Dulliken weiterhin im Hoch

Ganz anders schaut die Gefühlslage nur wenige Kilometer weiter östlich beim FC Dulliken aus. Die Dulliker setzten ihre Siegesserie auch am vergangenen Samstag beim Zürcher Quartierclub SV Höngg fort. Im Stile einer Spitzenmannschaft, ohne wirklich überzeugt zu haben, sicherten sich die Niederämter den sechsten Erfolg in sechs Pflichtspielen seit Rückrundenbeginn. Stürmer Hazir Zenuni traf beim 2:1-Sieg für seine Farben doppelt ins Schwarze. Da Red Star Zürich im Spitzenduell mit Verfolger NK Pajde mit 1:0 siegte, beträgt der Abstand zum Tabellenführer aus Zürich nach wie vor fünf Punkte. Gleich viele Zähler beträgt der Vorsprung auf das drittplatzierte Pajde.