Eishockey
Mit einem «Stängeli» zurück ins Oberhaus

Der HC Wohlen Freiamt feiert die Rückkehr in die Eishockey 2. Liga mit einem 14:2-Sieg über einen desolaten SC Lyss.

Ruedi Burkart
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Aufstiegstrainer Rolf Hunziker. rubu

Aufstiegstrainer Rolf Hunziker. rubu

Gegen Schluss kam doch noch ein wenig Stimmung auf. Als die Wohler im letzten Drittel ein-, zweimal einen Berner in einen herzhaften Check laufen liessen, hatte Loris Reber genug. Er nahm sich Wohlens Marcel Gubler zur Brust und lieferte sich mit ihm eine kurze Keilerei. Auf einem Nebenschauplatz tauschten Jacek Gwozdz und Dominik Kunz nicht nur verbale Nettigkeiten aus. Das Ref-Duo hatte die Situation allerdings sofort im Griff und schickte die Streithähne in die Kühlbox. Die wenigen Zuschauer auf der Stehrampe hatten ihren Spass an der Ablenkung. Denn die Partie selbst bewegte sich auf bescheidenem Niveau. Die elf Wohler Feldspieler liessen dem neunköpfigen Reisegrüppchen aus dem Berner Seeland keine Chance und beendeten das «Trainingsspiel» mit einem auch in dieser Höhe verdienten 14:2-Sieg.

Vorzeitige Rückkehr mit Rot-Blau

Dabei hatten sich die Wohler vor Beginn der Aufstiegsrunde gewünscht, dass das abschliessende Heimspiel gegen Lyss zu einem «Final» werden würde. «Dort können wir dann vor den eigenen Fans den Sack zumachen», malte sich Wohlens Sportchef Gary Hufschmid eine Partie vor vollen Rängen aus. Doch daraus wurde nichts. Wohlen schaffte zusammen mit Rot-Blau Bern die Rückkehr in die 2. Liga vorzeitig, Lyss war vom ersten Spiel weg überfordert. So schauten sich die letzte Partie in der Aufstiegsrunde, in welcher es um nichts mehr ging, kaum 50 Personen an.

Die Wohler liessen es sich trotz der wenigen Zuschauer nicht nehmen, nach dem Schlusspfiff auf dem Eis zu feiern. Eine nette Geste: Sportchef Gary Hufschmid überreichte jedem Spieler und auch dem Trainer- und Betreuerstab einen kleinen Pokal als Wertschätzung des Vorstands. «Sie haben die Saison durchgezogen, das verdient Respekt», so Hufschmid.

«Wir werden kämpfen müssen»

Dass es in der 2. Liga nicht im gleichen Stil weitergehen wird, ist allen Beteiligten klar. «Wir werden zu kämpfen haben», meinte Wohlens Trainer Rolf Hunziker, der das Team nach dem Abstieg in die 3. Liga übernommen hatte und nächsten Herbst in seine vierte Saison gehen wird. Über etwaige dringend nötige Verstärkungen oder Abgänge konnte und wollte sich Sportchef Hufschmid nicht äussern. «Es ist wie jedes Jahr im Frühling. Die einen sagen, sie kommen nur, wenn dieser oder jener kommt. Und dann kommen sie vielleicht eben doch nicht. Es ist noch nichts entschieden.»

Eine Sorge haben die Wohler allerdings nicht. Alle Verträge mit den Trikotsponsoren laufen noch zwei Jahre weiter. Finanziell sollte also alles klar sein. Und an der kommenden Generalversammlung scheint sich eine Entspannung in der Führungsetage des Vereins abzuzeichnen. Mit Heinz Fischer hat man einen Anwärter auf den verwaisten Posten des Vereinspräsidenten gefunden.

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