Matchbericht
Gala im Brügglifeld: Aarau lässt gegen Kriens die Muskeln spielen – Stojilkovic gelingt lupenreiner Hattrick

Der FC Aarau gewinnt gegen den SC Kriens mit 4:0. Filip Stojilkovic zeigt sich dabei mit drei Toren in herausragender Verfassung. Der Abend bringt jedoch auch einen Dämpfer mit sich: Trotz Sieg erleidet der FCA aller Voraussicht nach den endgültigen K.o. im Barragerennen.

Sebastian Wendel
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Der FC Aarau feiert gegen den SC Kriens einen souveränen Heimsieg.
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Marco Aratore sorgt für den 4:0-Endstand.
Silvan Schwegler im Rutschduell mit seinem Krienser Gegenspieler.
Elsad Zverotic ersetzt Raoul Giger als Aussenverteidiger.
Kevin Spadanuda entwischt seinem Gegenspieler.
Stojilkovic verbucht gegen den SC Kriens einen lupenreinen Hattrick.
Strömender Regen dürfte das Einzige sein, was Stephan Keller an diesem Abend zu schaffen macht.
Bestes Fussballwetter im Brügglifeld.
Drei Tore innert 19 Minuten: Stojilkovic ist nicht zu stoppen gegen den FCB.
Filip Stojilkovic zieht im zweiten Durchgang eine grosse Show ab.
Filip Stojilkovic bringt den FCA kurz nach dem Wiederanpfiff in Führung.
In der ersten Halbzeit fallen keine Tore zwischen Aarau und Kriens.
Leon Bergsma ist der einzige Abwehr-Stammspieler, der gegen Kriens zur Verfügung steht.
Einer gegen drei: Schwieriges Duell für Liridon Balaj.
Mickael Almeida kommt nicht an Kriens-Goalie Brügger vorbei.
Viel Kampf, dafür wenig Spektakel in der ersten Halbzeit.
Donat Rrudhani muss als linker Aussenverteidiger ran, weil Bastien Conus gesperrt ist.
Liridon Balaj versucht sich durchzutanken.
Die Aarauer kommen nur selten in eine gute Abschlussposition.
Der SC Kriens begegnet dem FC Aarau von Beginn an auf Augenhöhe.

Der FC Aarau feiert gegen den SC Kriens einen souveränen Heimsieg.

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Was ist dieses 4:0, der höchste Saisonsieg, wert? Um 21.53 Uhr kommt die Antwort aus Thun: Der FC Aarau braucht in den verbleibenden zwei Spielen ein Wunder, um die Berner Oberländer nach deren 1:0-Sieg gegen Schaffhausen noch vom Barrageplatz zu verdrängen.

Trotz Sieg wird das Erreichen der Barrage zur «Mission Impossible» für Aarau.

Trotz Sieg wird das Erreichen der Barrage zur «Mission Impossible» für Aarau.

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Im Klartext: Thun muss zwei Mal verlieren, Aarau muss zwei Mal gewinnen und gleichzeitig das um vier Treffer schlechtere Torverhältnis wettmachen. Nach aktuellem Gefühlsstand eine «Mission Impossible», umso mehr, da die Thuner ihrerseits den Direktaufstieg anpeilen, jetzt, wo sie punktemässig mit Tabellenführer GC gleichgezogen haben.

Aarau noch nicht reif genug für den Aufstieg

Wer weiss, rechnerisch ist die Barrage noch machbar. Wenn Aarau am kommenden Freitag in Thun gewinnen sollte, sind es vor dem finalen Spieltag «nur» noch drei Punkte Rückstand. Doch auf solche Rechenspiele sollte man in Aarau verzichten und sich vielmehr darauf besinnen, eine jetzt schon erfreuliche Saison nach dem Totalumbruch im vergangenen Sommer auf dem dritten Rang zu beenden.

Stephan Keller darf jetzt schon zufrieden mit der Saison sein.

Stephan Keller darf jetzt schon zufrieden mit der Saison sein.

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Den Druck haben nun die Klubs vor dem FC Aarau. Und es scheint, als könne die Mannschaft von Trainer Stephan Keller mit dieser Ausgangslage momentan noch besser umgehen als mit Siegzwang: Als sie am vergangenen Samstag mit der Chance nach Schaffhausen reiste, auf drei Punkte an Thun heranzukommen, stand am Ende eines biederen Auftritts gegen einen biederen Gegner eine 2:3-Niederlage.

Drei Tage später, die Barrage ist schon vor dem Heimspiel gegen Kriens nur noch Wunschdenken, schickt sie die Gäste mit einer 4:0-Packung zurück in die Innerschweiz. Die zwei Partien mit ihren unterschiedlichen Ausgangslagen sind ein klares Indiz für die Feststellung: Noch ist der FC Aarau nicht reif genug für den Aufstieg.

Aaraus Youngster Silvan Schwegler (17) konnte in dieser Saison einige Spielminuten sammeln.

Aaraus Youngster Silvan Schwegler (17) konnte in dieser Saison einige Spielminuten sammeln.

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Es gilt nun, den Blick auf die nächste Saison zu richten und vor allem zu verhindern, dass nach der steilen Entwicklung der einzelnen Spieler in der Sommerpause ein Ausverkauf stattfindet.

Stojilkovic über Almeida: «Wir harmonieren ideal»

Etliche haben sich in den vergangenen Monaten in die Notizblöcke der Sportchefs von höherklassigen Klubs gespielt, das gilt mit Sicherheit auch für die Stürmer Filip Stojilkovic und Mickael Almeida. Beide haben am Dienstagabend gegen Kriens eindrücklich ihre Klasse demonstriert.

Bei fast der Hälfte alle Aarauer Tore sind Almeida und Stojilkoivc beteiligt.

Bei fast der Hälfte alle Aarauer Tore sind Almeida und Stojilkoivc beteiligt.

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Almeida hat zwei Tore vorbereitet, das erste mit einem feinen und uneigennützigen Kopfball und das zweite mit einem brillanten Absatztrick, obwohl ihn Trainer Keller in der Halbzeitpause noch explizit darauf hinwies, solche Kunststücke zu unterlassen.

Beide Male ist der Abnehmer von Almeidas Vorlagen Stojilkovic. Der Leihspieler des FC Sion legt später noch ein drittes Tor drauf – und weil er alle Treffer nach der Pause erzielt, ist dies der erste lupenreine Hattrick seiner Profikarriere.

Almeida, erst im Februar leihweise von Chiasso übernommen, steht nun bei sechs Toren und vier Assists. Stojilkovic bei 14 Toren und vier Assists. Zusammen bringen sie es also auf 28 Torbeteiligungen, insgesamt hat der FC Aarau bislang 63 Mal getroffen. Stojilkovic sagt nach dem 4:0 gegen Kriens: «Wir harmonieren ideal.»

Marco Aaratore hat noch keine prägende Rolle beim FCA, ist aber auf gutem Weg.

Marco Aaratore hat noch keine prägende Rolle beim FCA, ist aber auf gutem Weg.

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Nur beim vierten Tor sind Almeida und Stojilkovic nicht beteiligt, es trifft kurz vor Schluss Marco Aratore, von dem nach seiner Rückkehr aus Russland eigentlich eine ähnlich prägende Rolle wie die der Aarauer Superstürmer erhofft wurde.

Aber was in dieser Saison noch nicht ist, das soll in der nächsten werden: Das gilt nicht nur für Aratore, das gilt für den gesamten FC Aarau. Egal, was in den verbleibenden zwei Partien noch passiert: Die Gewissheit, auf dem richtigen Weg zu sein, die dürfen sie im Brügglifeld haben.

Das sind die Stimmen zur Partie:

Das Telegramm

FC Aarau – SC Kriens 4:0 (0:0)

Brügglifeld. – 100 Zuschauer. – SR: Horisberger. – Tore: 47. Stojilkovic (Almeida) 1:0. 58. Stojilkovic (Almeida) 2:0. 66. Stojilkovic (Spadanuda) 3:0. 87. Aratore (Jäckle) 4:0.
Aarau: Enzler; Zverotic, Bergsma, Hasani, Rrudhani; Spadanuda, Jäckle, Schwegler, Balaj (71. Avdyli); Almeida (88. Schneider), Stojilkovic (77. Aratore).
Kriens: Brügger; Alessandrini, Kryeziu (80. Busset), Berisha; Urtic, Selasi (71. Mistrafovic), Bürgisser, Mulaj (60. Sessolo); Follonier (60. Ulrich), Aliu; Marleku (71. Luan).
Bemerkungen: Aarau ohne Conus, Giger, Thiesson (alle gesperrt), Schindelholz (krank), Gashi, Peralta, Qollaku, Thaler (alle verletzt), Hajdari und Verboom (beide nicht im Aufgebot). Kriens ohne Zbinden (verletzt), Costa, Djoerkaeff, Maloku, Sadrijaj, Souare, Tadic und Yesilcayir (alle nicht im Aufgebot). – Verwarnungen: 86. Almeida, 86. Alessandrini (beide Unsportlichkeit).