Frauenfussball

Malin Gut: Vom FC Däniken zu Arsenal London

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In England startet am Wochenende die neue Saison der Women’s Super League. Mit dabei ist die gebürtige Lenzburgerin Malin Gut. Die 20-Jährige erzählt, wie sie sich in London eingelebt hat und welche Erwartungen sie an ihre erste Saison hat.

Die vergangenen Wochen vergisst Malin Gut nicht so schnell. Neues Land, neues Team, erste eigene Wohnung: Als Malin Gut in London ankam, war sie froh, auf Lia Wälti und Noëlle Maritz zu treffen. Beide kennt sie bereits aus dem Nationalteam und besonders Wälti half ihr, sich in England zurechtzufinden. «Lia ist sehr hilfsbereit und dient mir als Ansprechperson für alles», sagt Gut. Wälti war es, die im Vorfeld des Transfers zwischen den beiden Seiten vermittelte. Und Wälti half der 20-Jährigen aus Lenzburg, eine Wohnung zu finden.

Mittlerweile hat sie sich in London «ziemlich gut» eingelebt und ist vom Verein positiv empfangen worden. «Es ist ein cooles Team. Alle sind sehr hilfsbereit», sagt Gut, die ihre Karriere beim FC Däniken und beim FC Fislisbach lancierte.  Bei Arsenal rechnet sie zu Beginn noch nicht mit vielen Einsätzen. Sie ist als Spielerin «mit Perspektive für die Zukunft» geholt worden. Das erfuhr sie auch beim ersten Aufgebot ihres neuen Arbeitgebers. Bei der Niederlage im Champions League-Viertelfinal gegen PSG sass die Aargauerin 90 Minuten auf der Bank.

«Ein aufregendes Ver­sprechen für die Zukunft»

Sowieso möchte die 20-jährige Gut in den ersten Wochen vor allem «so viel mitnehmen wie möglich». Sie wolle sich im Training beweisen und sich aufdrängen. Trotzdem darf sich das Mittelfeldtalent Chancen auf einige Einsatzminuten ausrechnen. In England spielen die Vereine neben der Meisterschaft in zwei Cup-Wettbewerben. «Wir haben sehr viele Spiele und der Trainer rotiert viel», erklärt Gut. Da das Frauenteam der «Gunners» ein vergleichsweise dünnes Kader hat, wird der Trainer auch auf seinen Neuzugang aus der Schweiz setzen. Ohnehin schwärmt Arsenal-Trainer Joe Montemurro bereits über seine neue Spielerin. Auf der klubeigenen Website beschreibt er Gut als ein aufregendes Versprechen für die Zukunft, das bereits «sehr reif für ihr Alter» sei.

Diese Reife zeigte sich schon bei ihrem Debüt in der höchsten Schweizer Spielklasse. Mit ge­rade einmal 15 Jahren lief die Aargauerin für den Schweizer Rekordmeister FC Zürich auf. Gleich in ihrer ersten Saison reifte die Mittelfeldstrategin zur Stammspielerin und durfte sich über den Gewinn des Meister­titels freuen. Drei Saisons und zwei Titelgewinne später er­folgte im letzten Sommer der Wechsel zu den Grasshoppers. Bereits zu diesem Zeitpunkt hatte die Lenzburgerin zahl­reiche Angebote aus dem Ausland. Sie wollte jedoch zuerst ihre Matura in der Schweiz abschliessen. Diesen Sommer erfolgte dann der logische Schritt nach England.

Am 3. Juli gab der FC Arsenal die Verpflichtung von Malin Gut bekannt. Die junge National­spielerin unterschrieb einen Vertrag über zwei Jahre. Mit Arsenal landet die Schweizerin bei einer absoluten Topadresse − die «Gunners» sind bei den Frauen Rekordmeister und Rekordcupsieger in England. «Es ist eine grosse Ehre für diesen Club zu spielen», sagt Gut. Entscheidend für ihren Entschluss, künftig das Trikot des Nord­londoner Vereins überzustreifen, sei Trainer Joe Montemurro gewesen. Im Gespräch mit Arsenals Übungsleiter spürte sie, dass er «die Art von Trainer ist, für den ich unbedingt spielen will».

Vorfreude auf den Start der Meisterschaft

Am Sonntag um 12:30 Uhr treffen die Frauen des FC Arsenal, welche die abgelaufene Saison als Drittplatzierte beendeten, auf Reading. Der Fünfte der vergangen Spielzeit ist zu Gast in Arsenals Heimspielstätte, dem Meadow Park. «Wir sind Favorit», blickt Gut selbstbewusst auf das erste Spiel der neuen Saison voraus. Auch wenn ihre Teamkolleginnen ihr sagten, dass der Gast «ein unangenehmer Gegner» sei. Trotzdem freue sie sich, dass es endlich losgeht. Sechs Tage später erwartet Malin Gut dann bereits ihr erstes Londoner Derby mit dem Auswärtsspiel gegen den Lokalrivalen West Ham.

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