Matchbericht
Traum von der Barrage lebt weiter: Aarau gewinnt beim FC Thun – Almeida glänzt mit Doppelpack

Der FC Aarau gewinnt gegen den FC Thun das dritte Direktduell in Serie mit 3:1. Mickael Almeida zeigt dabei eine starke Partie und ebnet dem FCA mit seinen beiden Toren den Weg zum Sieg. Dank diesem Erfolg dürfen die Aarauer weiterhin mit Platz 2 liebäugeln.

Sebastian Wendel
Merken
Drucken
Teilen
Aarau gewinnt gegen Thun das dritte Direktduell in Serie.
18 Bilder
FCA-Goalgetter Filip Stojilkovic sorgt für den 3:1-Endstand.
Filip Stojilkovic gelingt die Entscheidung der Partie.
Die Aarauer zeigen auch im zweiten Durchgang eine starke Leistung.
Almeida verbucht seinen zweiten Treffer per Kopf.
Mickael Almeida erhöht für den FC Aarau auf 2:0.
Youngster Silvan Schwegler zeigt eine solide Partie.
Auch im zweiten Durchgang ist die Partie hart umkämpft.
Simon Enzler und Andreas Hirzel vor dem Seitenwechsel.
Almeida schockt den FC Thun kurz vor dem Pausenpfiff.
Die Aarauer führen zur Pause in Thun.
Almeidas Treffer ist eine Augenweide.
Ein Kunststück kurz vor dem Pausenpfiff: Mickael Almeida bringt den FCA mit einem Traumtor in Führung.
Ein paar taktische Anweisungen für Regisseur Olivier Jäckle.
Der FCA hat Thun im ersten Durchgang im Griff.
Abwehrchef Leon Bergsma hat alles unter Kontrolle.
Bastien Conus ist zurück in der Startformation.
Die Startphase verläuft ohne grosse Aufreger.

Aarau gewinnt gegen Thun das dritte Direktduell in Serie.

freshfocus

Wo beginnen? Dieses Spiel hat viele Geschichten geschrieben, die wichtigste geht so: Der FC Aarau hat nach dem 3:1-Erfolg in Thun weiterhin Chancen auf die Barrage.

Aarau hat weiterhin Chancen auf die Barrage.

Aarau hat weiterhin Chancen auf die Barrage.

freshfocus

Um tatsächlich noch die Aufstiegsspiele zu erreichen, muss Aarau am kommenden Donnerstag das Heimspiel gegen Stade Lausanne-Ouchy gewinnen, gleichzeitig muss Thun in Wil verlieren.

Der überraschende Auftritt von Zverotic

Der FCA hat also seinen Final: Der 36. Spieltag wird nicht zum Duell um die goldene Ananas, nein, es liegt in den nächsten Tagen weiterhin Spannung über dem Brügglifeld, schon alleine das ist ein Erfolg in der ersten Saison nach dem Totalumbruch, zu deren Beginn ein Rang in der oberen Tabellenhälfte zum Ziel ausgerufen wurde.

Theoretisch ist das Minimalziel Rang 5 auch noch möglich. Doch das interessiert im FCA-Lager niemanden, der Blick geht nach oben in Richtung Rang 2, nach diesem furiosen 3:1 in Thun, bei dem drei Aarauer aus dem starken Kollektiv herausragen.

Beim FC Aarau geht der Blick in Richtung Rang 2.

Beim FC Aarau geht der Blick in Richtung Rang 2.

freshfocus

Beginnen wir mit Elsad Zverotic: Der 34-Jährige mit reichem Palmarès ist immer noch etatmässiger Captain, seit seiner Rücktrittsankündigung in der Winterpause sportlich aber nur noch Notnagel. Bis zu dieser Woche: Am Dienstag gegen Kriens (4:0) rückt er in die Startelf, weil drei von vier Stammverteidigern gesperrt sind.

Und dann beginnt Zverotic zur Überraschung aller auch in Thun, für ihn muss Giger draussen bleiben. Dahinter steckt eine taktische Finte von Trainer Stephan Keller, der so die Angriffe der Thuner bereits im Keim ersticken will.

Taktikfuchs Stephan Keller setzte gegen Thun auf Elsad Zverotic.

Taktikfuchs Stephan Keller setzte gegen Thun auf Elsad Zverotic.

freshfocus

Der Plan geht auf, Zverotic ist drei Tage nach dem soliden Auftritt gegen Kriens gegen Thun gar herausragend, ein verdienter Lohn für sein tadelloses Verhalten nach der sportlichen Degradierung.

Ibrahimovic würde anerkennend nicken

Und Keller kann Zverotic persönlich zur sportlichen Wiedergeburt gratulieren, obwohl er am Mittwoch von der Liga wegen der Balljungen-Affäre für eine Partie gesperrt wurde – Grund: Der FC Aarau hat Rekurs eingereicht, weshalb das Urteil aufschiebende Wirkung erhielt.

Simon Enzler bügelt seinen Patzer wieder aus.

Simon Enzler bügelt seinen Patzer wieder aus.

freshfocus

Ein Sonderlob verdient sich nach dem Schlusspfiff auch Torhüter Simon Enzler in Form einer herzlichen Umarmung von Goalietrainer Flamur Tahiraj. Enzlers Fehlgriff in der 81. Minute ermöglicht den Thunern aus dem Nichts den Anschlusstreffer zum 1:2, worauf die Aarauer zum ersten Mal in der Partie ins Wanken geraten.

Doch ausgerechnet Enzler zeigt keine Nerven und rettet mit zwei starken Paraden die Führung, ehe Filip Stojilkovic in der Nachspielzeit auf 3:1 erhöht. Besser als Enzler kann man auf einen Aussetzer nicht reagieren.

Apropos «Besser gehts nicht»: Der Treffer zum 1:0 durch Mickael Almeida fällt nicht nur zum optimalen Zeitpunkt kurz vor der Pause; er ist zudem dermassen spektakulär, dass in Mailand auch Zlatan Ibrahimovic, der Mann mit dem Patent für Akrobatiktore, anerkennend nicken würde – wenn er Almeidas Tor denn zu Gesicht bekäme.

Almeida gelingt gegen Thun ein Traumtor.

Almeida gelingt gegen Thun ein Traumtor.

freshfocus

Almeida trifft Mitte der zweiten Halbzeit auch zum 2:0, eine hochverdiente Verdoppelung des Vorsprungs, Aarau ist bis zur spannenden Schlussphase die dominierende Mannschaft, der FC Thun wirkt lethargisch und rechtfertigt seine Chancen auf den Direktaufstieg zu keinem Zeitpunkt.

Verhilft dem FCA eine Flasche Gin zu Platz 2?

Zum Schluss ein kurzer Ausblick auf den kommenden Donnerstag, an dem der FC Aarau gegen Lausanne-Ouchy so hoch gewinnen kann wie er will – ohne Schützenhilfe aus Wil bleibt es beim dritten Rang.

Vielleicht erinnert sich Wil-Trainer Alex Frei an das erste Saisonspiel in Aarau, als er von Stephan Keller nach dem Schlusspfiff eine Flasche Gin überreicht bekam, als kleine Aufmerksamkeit zu Freis Einstand als Profitrainer. Die Revanche von Frei für die nette Geste steht noch aus – wie wäre es mit einem Heimsieg gegen den FC Thun?

Das Telegramm

FC Thun - FC Aarau 1:3 (0:1)

Stockhorn Arena. - 100 Zuschauer. - SR: Cibelli. - Tore: 42. Almeida (Conus) 0:1. 65. Almeida (Stojilkovic) 0:2. 81. Sutter 1:2. 92. Stojilkovic (Aratore) 1:3.
Thun: Hirzel; Kablan, Sutter, Havenaar, Hefti (22. Wetz); Rüdlin, Karlen; Schmidt (69. Salanovic), Dos Santos (69. Dzonlagic), Schwizer (77. Ahmed); Chihadeh (69. Kyeremateng).
Aarau: Enzler; Zverotic (76. Giger), Thiesson, Bergsma, Conus; Spadanuda (86. Aratore), Schwegler, Jäckle, Balaj (58. Avdyli); Almeida, Stojilkovic.
Bemerkungen: Thun ohne Castroman, Fatkic, Hasler (alle verletzt), Breitenmoser, Fuhrer, Joss, Rodrigues und Vasic (alle nicht im Aufgebot). Aarau ohne Schindelholz (krank), Gashi, Peralta, Qollaku, Rrudhani, Thaler (alle verletzt), Caserta, Hajdari und Verboom (alle nicht im Aufgebot). - 22. Hefti verletzt ausgeschieden. 70. Pfostenschuss Stojilkovic. 94. Lattenschuss Ahmed. - Verwarnungen: 64. Schwizer (Foulspiel), 74. Havenaar (Handspiel), 75. Hefti, 89. Stojilkovic (beide Unsportlichkeit).

Spiel verpasst? Lesen Sie den Verlauf der Partie im Ticker nach: