Futsal
Im Zeichen des Unmöglichen - die Königsklasse kommt in die Schweiz

Was in der Schweiz bislang nicht für möglich gehalten wurde, wird in Bern Ende August Tatsache – auch dank dem 24-jährigen Badener Elia Wälty. Die Champions League ruft.

Fabian Sanginés
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Elia Wälty

Elia Wälty

Fabian Sanginés

Rückblick: Im Final der Schweizer Meisterschaft steht Elia Wälty aus Baden vor dem Tor und verwertet eine scharfe Hereingabe sauber zum vorentscheidenden 4:2 für Mobulu Futsal Uni Bern gegen die Aargauer Futsal Maniacs. Grosser Jubel: Dieses Tor sichert den ersten Meistertitel für den Traditionsverein, pünktlich zum 10-Jahr-Jubiläum der Berner. «Ich wollte das ganze Team und alle Fans umarmen», erinnert sich der 24-Jährige an diesen Moment.

Sechs Monate sind seither vergangen, der grosse Triumph ist im Verein jedoch allgegenwärtig. Kein Wunder, denn ab dem 27. August bestreitet Mobulu gegen die Klubs aus Göteborg und Sarajevo die Qualifikation zum Uefa-Futsal- Pokal, dem Pendant zur Champions League im Fussball. Dass dieses Mini-Turnier in der Berner Neufeldhalle stattfinden wird, ist eine Art Jubiläumsgeschenk an den Verein. Denn bisher galt die Durchführung dieses Anlasses in der Schweiz aus budgettechnischen Gründen als nahezu unmöglich.

Einzig Geneva Futsal, grosszügig finanziert von seinem Präsidenten, durfte die erste Runde des Europapokals zu Hause austragen. Der Legende zufolge soll die Veranstaltung 150 000 Franken gekostet haben.

Vollzeit für den Traum

Ganz so teuer dürfte die diesjährige Austragung in der Bundeshauptstadt nicht werden, ein Selbstläufer war das Erfüllen der Richtlinien jedoch nicht. «Zuerst mussten wir uns durch einen 200 Seiten starkes Reglement wälzen. Ausserdem brauchte es von einigen Leuten viel Verhandlungsgeschick, um unsere Gegner mit dem von der Uefa zur Verfügung gestellten Geld in Hotels unterzubringen, die den Anforderungen entsprechen», sagt Wälty.

Der 24-jährige Badener ist einer der Vorsitzenden des Organisationskomitees. Dafür arbeitete der Student nahezu im Vollzeitjob für seinen Herzensklub, dem er erst seit zwei Jahren angehört, bis die Bestätigung kam. «Die Freude über die Vergabe nach Bern war natürlich riesig. Der Verein unterstützt die erste Mannschaft seit Jahren grossartig, so können wir all den Leuten etwas zurückgeben», sagt Wälty.

Ein echtes Tollhaus dürfte die Neufeldhalle werden, sollte Mobulu die Sensation schaffen und als Gruppensieger im Europapokal eine Runde weiterkommen – eine Ehre, die bisher einzig Geneva 2011 zuteil war. Wälty hat aber in den letzten Wochen zu viel geschuftet, um nicht daran zu glauben: «Sarajevo ist der Favorit, aber wenn sie ihre Hausaufgaben nicht machen, werden wir zur Stelle sein. Mit etwas Glück und optimaler Wettkampfeinstellung ist etwas drin.»

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