NLA-Handball
HSC-Co-Captain Tim Aufdenblatten nach dem 23:23 bei Schlusslicht GC: «Ein Sieg wäre nicht verdient gewesen»

In der 14. Runde NLA muss sich der HSC Suhr Aarau auswärts beim Tabellenschlusslicht GC Amicitia mit einem leistungsgerechten 23:23-Unentschieden begnügen. Bereits zur Pause war das Skore (11:11) ausgeglichen gewesen.

Dean Fuss
Drucken
Teilen
Co-Captain Tim Aufdenblatten war mit neun Treffern der erfolgreichste Werfer des HSC beim 23:23 gegen GC.

Co-Captain Tim Aufdenblatten war mit neun Treffern der erfolgreichste Werfer des HSC beim 23:23 gegen GC.

Freshfocus

Ab und an zieht man einfach einen schlechten Abend ein. Auch der HSC Suhr Aarau ist davor nicht gefeit und so kommen die Aargauer auswärts bei NLA-Tabellenschlusslicht GC Amicitia nicht über ein 23:23-Unentschieden hinaus.

Und das, obwohl sich dem HSC in der Schlussminute noch die Chance auf den Siegtreffer geboten hatte – Co-Captain Tim Aufdenblatten aber sah seinen letzten Wurf sechs Sekunden vor der Schlusssirene von GC-Torhüter Roman Bachmann pariert.

«Wir hatten im Verlauf dieser Partie drei, vier Mal die Chance davon zu ziehen. Das haben wir aber nicht geschafft und deshalb wäre ein Sieg auch nicht verdient gewesen», sagt Aufdenblatten, der in der Zürcher Saalsporthalle mit neun Treffern der erfolgreichste Werfer seines Teams gewesen war.

Die letzte Gelegenheit, den Gastgeber zu distanzieren und sich den Sieg vorzeitig zu sichern, bot sich den Gästen aus dem Aargau in der 44. Minute, als sie beim Spielstand von 19:16 erstmals mit drei Treffern vorlegen konnten – diese Führung bis zur 50. Spielminute aber wieder hergeben mussten.

Ferraz' Mühe mit dem ehemaligen Teamkollegen

«Dieses Resultat können wir nicht schönreden, diese zwei Punkte hätten wir holen müssen», sagt ein selbstkritischer Aufdenblatten bilanzierend. Dafür hätte er aber gerade auch in offensiver Hinsicht etwas mehr Unterstützung seiner Teamkollegen brauchen können.

Beispielsweise vom Portugiesen João Ferraz, der nur zwei seiner insgesamt neun Würfe im GC-­Kasten unterbrachte. In der ersten Halbzeit sah Ferraz seine fünf Versuche allesamt von Nikola Marinovic abgewehrt. Der GC-Keeper hatte sich wohl an die gemeinsame Zeit der beiden bei Bundesliga-Klub Wetzlar erinnert und die Würfe des Portugiesen deshalb stark antizipiert.

HSC-Trainer Kaufmann: «Ich bin sehr enttäuscht»

«Ich bin sehr enttäuscht. So einen Auftritt habe ich von meiner Mannschaft noch selten gesehen», zeigt sich HSC-Trainer Misha Kaufmann nach dem Ende der Partie sehr unzufrieden und fügt an: «Wenn du vorne mitspielen willst, dann darfst du dir eigentlich keine solchen Ausrutscher erlauben.»

Dass sie es besser können, dürfen die Spieler des HSC Suhr Aarau bereits am kommenden Sonntag (Anpfiff: 16 Uhr) zu Hause gegen den RTV Basel beweisen. Erneut gehen die Aargauer als Favorit in die Partie – und müssen punkten, wenn sie denn vorne mitspielen wollen.

Der Match

Der Auftakt in die Partie der 14. Runde der NLA zwischen dem HSC Suhr Aarau und GC Amicitia in der Zürcher Saalsporthalle verläuft harzig. In den ersten 20 Spielminuten leisten sich die beiden Mannschaften eine veritable Fehlerorgie mit insgesamt 13 Technischen Fehlern (GC: 8, HSC: 5), 4 Wurffehlern (GC: 1, HSC: 3) und 9 von den gegnerischen Torhütern parierten Würfen (GC: 3, HSC: 6). Kurz darauf gehen die Zürcher erstmals in dieser Partie in Führung (8:7). Weil bis zur Pause Fehler hüben wie drüben ein treuer Begleiter der beiden Mannschaften bleiben, geht es nach der ersten Halbzeit mit einem 11:11-Unentschieden in die Kabinen.

HSC-Rückraumspieler João Ferraz sorgt für einen gelungenen Auftakt seiner Mannschaft in die zweite Halbzeit. Der Portugiese erzielt das 12:11 und verbucht damit nach fünf erfolglosen Versuchen im ersten Durchgang sein erstes persönliches Erfolgserlebnis. Trotz des erfolgreichen Starts nach der Pause gelingt es den Gästen allerdings nicht, das NLA-Schlusslicht zu distanzieren. Es dauert bis in die 42. Spielminute, bis Suhr Aarau dank Martin Slaninkas 17:15 erstmals wieder mit zwei und nur zweieinhalb Minuten später dank Ferraz gar mit drei Treffern (19:16) vorlegen kann.

Kurz nach Anbruch der 50. Minute ist es allerdings bereits wieder vorbei mit der HSC-Herrlichkeit: GC Amicitia gleicht auf 20:20 aus. HSC-Trainer Misha Kaufmann reagiert mit seinem zweiten Team-Timeout, um seinen Spielern Anweisungen für die verbleibenden zehn Minuten zu geben. In der Folge entwickelt sich das Skore in kleinen Schritten und gleichmässig weiter. Und so bezieht HSC-Trainer Kaufmann 33 Sekunden vor der Schlusssirene beim Stand von 23:23 sein drittes und letztes Team-Timeout. Mit sieben Feldspielern und ohne Torhüter versuchen die Gäste nun den Sieg noch zu holen – und ausgerechnet Co-Captain Tim Aufdenblatten, mit neun Treffern der erfolgreichste Werfer seines Teams in dieser Partie, scheitert sechs Sekunden vor Schluss an GC-Torhüter Roman Bachmann. Auch dem Heimteam bleibt in den letzten Sekunden der Siegtreffer allerdings verwehrt und so bleibt es beim leistungsgerechten 23:23.

Telegramm

GC Amicitia - Suhr Aarau 23:23 (11:11)

Saalsporthalle, Zürich. – 35 Zuschauer. – SR Henning/Meier. – Strafen: je 3-mal 2 Minuten gegen GC Amicitia und Suhr Aarau.

GC Amicitia: Marinovic (8 Paraden)/Bachmann (4); Alili, Antelmann, Bader, Bamert, Brücker (5 Tore), Fröhlich, Kaletsch (4), Koller, Onamade, Paban Lopez (3), Popovski (3), Quni (3), Reznícek (2), Schild (3).

Suhr Aarau: Marjanac (6 Paraden)/Ferrante; Aufdenblatten (9 Tore), Brandt, Ferraz (2), Laube, Muggli, Parkhomenko, Poloz (4), Reichmuth (4), Slaninka (1), Strebel, Zehnder (3).

Bemerkungen: Suhr Aarau ohne Attenhofer, Grazioli, Kalt (alle verletzt), Müller, Oliveira und Peter (ohne Einsatz). – Verhältnis verschossener Penaltys: 1:0.

Aktuelle Nachrichten