Handball
Der TV Endingen ist nur noch eine Niederlage vom Abstieg entfernt

Nach der 25:32-Heimschlappe im zweiten Relegationsduell gegen GC Amicitia steht der TV Endingen mit dem Rücken zur Wand. Ab jetzt heisst es: Verlieren verboten! Sonst dürfen sich die Surbtaler mit einem unrühmlichen Titel schmücken.

Alexander Wagner
Merken
Drucken
Teilen
Enttäuschte Gesichter beim TV Endingen.

Enttäuschte Gesichter beim TV Endingen.

Alexander Wagner / FOTO Wagner

In der ersten Partie mussten die Surbtaler auf das Endinger Ur-Gestein Christian Riechsteiner verzichten, der auf der Fahrt in die Saalsporthalle einen Auffahrunfall hatte und wegen Kopfschmerzen nicht ins Spielgeschehen eingreifen konnte. Auch der deutsche Hüne Joel Huesmann war gesperrt. Trotzdem agierten die Aargauer stark und mussten sich erst in den letzten Minuten abhängen lassen. Ganz anders im zweiten Aufeinandertreffen zu Hause: Alle Mann waren wieder an Bord, doch kaum war angepfiffen, führten die Zürcher auch schon mit 3:0.

Das Comeback des Ex-Suhrers David Parolo

Die Zürcher haben ohnehin schon ein sehr breites Kader und für die Abstiegspartien nochmals zwei zusätzliche Varianten: Spielertrainer Jakub Szymanski wurde entlassen und durch Peter Hrachovec an der Seitenlinie ersetzt. Doch auf dem Spielfeld war Szymanski den Hoppers doch noch genehm. Er gab ein überraschendes Comeback, vor allem als Abwehrhaudegen. Er organisierte die Defensive und packte auch kräftig zu, was ihm zwei Zeitstrafen einbrachte.

Doch damit nicht genug: Der langjährige Suhr-Captain David Parolo wurde reaktiviert. Präsident Philip Hohl, der auch mal für Endingen auflief, hatte den zentralen Rückraumspieler angerufen und ihm zu einem unerwarteten Comeback verholfen: Nach 20 Minuten griff Parolo erstmals ins Geschehen ein und leitete mit einem Pass hinter dem Rücken gleich einen wunderschön Treffer ein. «Ich kann natürlich nicht mehr 60 Minuten Vollgas geben», meinte er augenzwinkernd. Parolo hatte im September 2020 sein letztes Spiel in der 2. Liga bestritten hat und danach eine Weltreise unternommen. «Aber wenn ich helfen kann, bin ich da», ergänzte er lachend.

Lukas Riechsteiner (links, TVE) gegen Jakub Szymanski (rechts) und den Ex-Suhrer David Parolo (Mitte, beide GC).

Lukas Riechsteiner (links, TVE) gegen Jakub Szymanski (rechts) und den Ex-Suhrer David Parolo (Mitte, beide GC).

Alexander Wagner / FOTO Wagner

Fehler gnadenlos bestraft

Zwar konnte Endingen den Fehlstart wieder korrigieren und die Partie war lange ausgeglichen, doch bis zur Pause betrug der Rückstand wieder drei Treffer. «Das war ein wildes hin und her, es ging Schlag auf Schlag», fasste Endingens Trainer Zoltan Majeri den ersten Umgang treffend zusammen. Die Surbtaler bäumten sich ein letztes Mal auf, doch nach 46 Minuten war die Partie entschieden. «Jeder Fehler wurde gnadenlos bestraft und führte sofort zu einem Gegentor», brachte es der Trainer auf den Punkt.

So resultierte am Ende eine deutliche Heimschlappe. Die Endinger dürfen sich jetzt keine Niederlage mehr erlauben, sonst finden sie sich nächste Saison in der Nationalliga B. Sie wären dann der einzige Absteiger im Schweizer Männerhandball. In der NLB gibt es keine Absteiger, alle Ligen darunter wurden abgebrochen. Auf diesen Titel würden die Surbtaler gerne verzichten.

«Entscheidend ist jetzt nur noch der Kopf»

Grosse taktische Veränderungen können die Ostaargauer nicht mehr vornehmen. «Entscheidend ist jetzt nur noch der Kopf», weiss der Trainerfuchs Majeri. Und dieser Prozess hat gleich nach der Sirene begonnen: Captain Riechsteiner heizte seinem Team verbal mächtig ein und machte die Surbtaler bereits heiss auf die nächste Partie. Endingen ist angeschlagen, aber noch nicht abgestiegen.

Telegramm

TV Endingen – GC Amicitia Zürich 25:32 (13:16)

TV Endingen: Schams/Imhof; Portmann, Lukas Riechsteiner (1), Radovanovic (3), Mühlebach, Huwyler (4), Christian Riechsteiner, Mauron (4), Pejkovic (1), Noah Grau (4/3), Huesmann (1), Mischler, Schafroth (1), Larouche (6/2), Seya Grau.

GC Ami: Marinovic; Bachmann, Bodenheimer (3), Brücker (5), Dell (1), Leitner, Popovski (6/2), Alili, Kaletsch (7/3), Bamert (2), Prakapenia (1), Reznicek (4), Quni (2), Szymanski, Parolo, Paban (1).

Bemerkungen: Stand in der Serie 2:0 für GC Ami. 28. Marinovic hält Penalty von Noah Grau (11:14). 37. Imhof hält Penalty von Kaletsch (17:20). 55. Imhof hält Penalty von Popovski (24:30).