Handball
25'000 Franken Kosten und 300 Stunden Mehraufwand: Der Europacup ist für den HSC Suhr Aarau ein Kraftakt

Am Sonntag empfängt der HSC Suhr Aarau die Österreicher aus Krems. Was der Europacup für den Verein finanziell und organisatorisch bedeutet. Acht Fragen und Antworten.

Frederic Härri
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Strikte Vorgaben: Am Sonntag müssen in der Schachenhalle Banner mit dem Logo des europäischen Handballverbands aufgehängt werden.

Strikte Vorgaben: Am Sonntag müssen in der Schachenhalle Banner mit dem Logo des europäischen Handballverbands aufgehängt werden.

Alexander Wagner / FOTO Wagner

Der HSC Suhr Aarau spielt wieder europäisch. Am Sonntag (ab 16 Uhr) trifft die Mannschaft in der 2. Runde des EHF European Cup auf Förthof UHK Krems. Das Hinspiel findet in der Schachenhalle statt, sechs Tage später treffen sich die Teams zum Rückspiel in Österreich. Die wichtigsten Fragen und Antworten vor dem Duell.

Wer ist der Gegner?

Der Förthof UHK spielt in Krems an der Donau. Die Stadt in Niederösterreich liegt siebzig Kilometer westlich von Wien. Zuletzt wurde der Verein 2019 Cupsieger und Staatsmeister, wie man den Gewinner der Meisterschaft in unserem Nachbarland nennt. Seit 2009 hat Krems die Saison in der heimischen Liga stets in den Top 5 abgeschlossen. In der vergangenen Saison erreichten die Kremser den Playoff-Halbfinal. Die «Handball Liga Austria» ist vom Niveau her leicht unter der NLA anzusiedeln, da zwischen den einzelnen Teams ein grösseres Gefälle besteht.

Was ist der EHF European Cup?

Was die Conference League für die Fussballer ist, ist der EHF European Cup für die Handballer. Sprich: Nach Champions League und European League ist es der dritthöchste europäische Wettbewerb. In dieser Saison nahmen zum Start 74 Mannschaften am EHF European Cup teil. Der HSC Suhr Aarau hat die 1. Runde nicht durchlaufen müssen und steigt gegen Krems direkt in der 2. Runde ein.

Wann spielte Suhr Aarau zuletzt europäisch?

Das war im Oktober 2007, also vor 14 Jahren. Damals hiess der Verein noch TV Suhr. Gegen die Österreicher von Goldmann Druck Tulln blieb man in der 2. Cup-Runde in zwei Spielen chancenlos (30:33 im Hinspiel, 30:38 im Rückspiel).

Welchen Aufwand hat der HSC Suhr Aarau für die Organisation des Heimspiels gegen Krems?

Der Aufwand übersteigt jenen eines regulären Meisterschaftsspiels bei weitem. Die Vorgaben der Europäischen Handball Föderation (EHF) sind in einem 80-seitigen Dokument festgehalten. Etwa musste der HSC für das Hinspiel Banner mit EHF-Logo drucken lassen, die dann am Sonntag in der Schachenhalle aufgehängt werden. Nicht regelkonforme Bodenkleber müssen entfernt und danach wieder neu produziert werden. Den Liveticker dürfen nur spezifisch bei der EHF ausgebildete Personen bedienen. Um den Grossevent organisatorisch zu stemmen, haben sich dem HSC auch Helfer aus anderen Klubs der NLA anerboten, wie Geschäftsführerin Doris Zehnder sagt. Zehnder rechnet für das Spiel mit einem Zusatzaufwand von etwa 300 Stunden.

Was kostet den HSC Suhr Aarau das Heimspiel im EHF-Cup?

Das lässt sich nur für Hin- und Rückspiel zusammenfassend sagen. Doris Zehnder rechnet mit Ausgaben in Höhe von rund 25'000 Franken. Weil das Marketing und die Eintritte für das Spiel in der Schachenhalle nicht über die regulären Meisterschaftsverträge laufen, hofft Zehnder bei der Partie auf einen kleinen Gewinn, um damit zumindest einen Teil der Gesamtkosten zu decken.

Kann sich der Verein die Spiele im EHC-Cup überhaupt leisten?

Laut Zehnder ist für europäische Auftritte ein Kostenanteil im Budget vorgesehen. An anderer Stelle müssten jedoch Einsparungen vorgenommen werden, «um dieses Abenteuer stemmen zu können».

Wie hoch sind die Einnahmen bei einem Weiterkommen gegen Krems?

Sollte der HSC Suhr Aarau in die nächste Runde des European Cup vorstossen, erhält er 7500 Euro von der EHF. Dies deckt nur einen Bruchteil der weiteren Kosten. Je nach Gegner fallen weite Reisen an.

Wird das Spiel im Fernsehen gezeigt?

Nein, im TV ist das Spiel nicht zu sehen, dafür aber im Internet. Der europäische Handballverband bietet auf seiner Website einen unkommentierten Livestream an.

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