Fussball
Fünf Gründe, warum der FC Aarau gegen den FC Luzern gewinnt

Der FC Aarau kämpft um den Verbleib in der Super League. Zuletzt resultierten aus drei Partien fünf Punkte. Trotzdem: Der Rückstand auf den rettenden neunten Platz des FC Vaduz beträgt vor der 31. Runde sechs Punkte.

Dean Fuss
Merken
Drucken
Teilen
Die Aarauer bejubeln beim 2:2 gegen die Young Boys ihren Doppeltorschützen und neuen Topskorer Luca Radice.

Die Aarauer bejubeln beim 2:2 gegen die Young Boys ihren Doppeltorschützen und neuen Topskorer Luca Radice.

KEYSTONE

«Wir brauchen ein kleines Wunder», sagte Torhüter Joël Mall am Mittwochabend unmittelbar nach dem 2:2 auswärts bei den Young Boys. Die «az» zeigt fünf Gründe auf, weshalb sich der FCA durchaus noch Hoffnungen auf den Ligaerhalt machen darf.

1. Der Topskorer – Luca Radice veredelt endlich seine guten Ansätze

Die Premiere im Stade de Suisse: Erstmals in seiner Karriere schnürt Offensivspieler Luca Radice einen Doppelpack. Und was für einen. Zwei Mal zieht er schnörkellos ab, zwei Mal zappelt der Ball im Netz. Da hat einer seinen Torriecher wiedergefunden, der zuvor während Monaten immer wieder gute Ansätze zeigte, diese aber nie zur Vollendung brachte. Damit bietet der 28-jährige Italiener genau das, was sein Klub derzeit so dringend braucht: Tore.

2. Die Innenverteidigung – Garat und Thaler lassen nur wenig zu

Die grossen Gewinner der Ära Raimondo Ponte sind bisher Juan Pablo Garat und Marco Thaler. Der 32-jährige Routinier und die 20-jährige FCA-Neuentdeckung der Saison bilden seit mittlerweile vier Spielen die Innenverteidigung. Garat mag nicht mehr der Schnellste sein, dafür bringt er eine gute Portion Körperspiel in die Aarauer Defensive. Nachdem der Argentinier im YB-Spiel rund zehn Minuten vor Spielschluss mit Prellungen aus dem Spiel musste, ist er für morgen wieder fit. Thaler ist dank seines guten Stellungsspiels und seiner Unbekümmertheit die ideale Ergänzung zu Garat. Wo es Gewinner gibt, sind meist auch Verlierer auszumachen: War Olivier Jäckle unter Pontes Vorgänger Sven Christ noch Fix-Starter, so kommt er nun kaum mehr zum Einsatz.

3. Der Trainer – Raimondo Ponte ist seit drei Spielen ohne Niederlage

Drei Spiele, fünf Punkte, vier Tore. Die FCA-Statistik der vergangenen zwei Wochen lässt sich sehen. Nachdem Trainer Raimondo Ponte zum Einstand beim FCB mit 0:6 und zu Hause gegen Sion mit 0:1 verlor, sind Punkte seit dem Sieg in Vaduz Programm. Nach Startschwierigkeiten mit abenteuerlicher Aufstellung (gegen Basel) und ideenlosem Offensivspiel (gegen Sion) scheint der 60-jährige Routinier definitiv in Aarau angekommen zu sein. Ponte hat den Spass ins Training und – das ist noch viel wichtiger – ins Spiel zurückgebracht. Nachdem es zu Beginn schien, dass der Trainerwechsel seine Wirkung verfehlen könnte, hat sich nun doch einiges verändert. Der FCA spielt zunehmend gradliniger und einfacher.

4. Das zurückgekehrte Glück – Pfosten und Latte helfen Torhüter Mall

Der Pfostenschuss von Naser Aliji beim 2:0-Sieg in Vaduz, die Pfosten- und Lattenschüsse von Milan Vilotic, Gonzalo Zarate und Renato Steffen beim 2:2 gegen YB. Ein jeder dieser Schüsse hätte – wenn er denn im Tor gelandet wäre – wichtige Punkte kosten können. Es deutet einiges darauf hin, dass das Glück den Weg zurück zum FCA gefunden hat. Und da man landläufig davon spricht, dass man sich das nötige Quäntchen Glück auch selber erarbeiten und verdienen muss, spricht das eindeutig für die Aarauer.

5. Die Erinnerung – Am 20. Juli 2013 gewann der FCA gegen Luzern 4:2

Und wenn die Spieler des FC Aarau nach all diesen Mutmacher-Fakten noch immer nicht überzeugt sein sollten, bleibt immer noch die Erinnerung an eines der spektakulärsten Spiele, die das Brügglifeld seit der Rückkehr des Klubs in die Super League erlebt hat: Den 4:2-Heimsieg der Aarauer gegen den morgigen Gegner Luzern. Exakt 651 Tage ist es her, seit das Team, damals noch unter der Leitung von René Weiler, die Innerschweizer mit begeisterndem Offensivfussball an die Wand spielte. Olivier Jäckle, Remo Staubli, Davide Callà und Artur Ionita schossen die vier Tore für den FCA. Dass mit Jäckle nur noch einer dieser vier im Kader von Trainer Ponte stehen, soll die Hoffnung nicht schmälern. Denn Pontes bisheriger Fix-Starter Sven Lüscher bereitete damals zwei der vier Tore mit Standards vor. Warum also nicht auch morgen?