EHC Olten

Erst ängstlich, dann kämpferisch und schliesslich glücklos: Traum vom Qualisieg praktisch geplatzt

Der EHC Olten wird sich in den letzten drei Runden der Qualifikation mit Ajoie um Rang zwei streiten müssen. Der Platz an der Sonne gehört mit grosser Wahrscheinlichkeit dem EHC Kloten, der beim 3:2-Sieg nach Verlängerung verdientermassen zwei Punkte aus Olten entführte.

Wars das schon mit den Hoffnungen auf den Quali-Sieg? Wohl schon. Der EHC Olten verlor das Gipfelduell gegen Leader Kloten mit 2:3 nach Verlängerung. Eric Faille sorgte mit seinem Treffer 23 Sekunden vor dem Ende der Nachspielzeit dafür, dass die Zürcher zwei Punkte mit nach Hause nehmen konnten. Bei drei verbleibenden Spielen beträgt der Rückstand auf den Spitzenreiter nun sechs Punkte. Jetzt geht es für die Oltner eigentlich nur noch darum, den zweiten Tabellenplatz gegen Ajoie zu verteidigen. Beide Mannschaften haben jeweils 86 Punkte auf dem Konto – wobei der EHCO das wesentlich leichtere Restprogramm aufweist als die Jurassier.

So ärgerlich es aus Sicht der Oltner ist, dass man das Spitzenspiel verlor und damit wohl auch sämtliche Hoffnung auf den Platz an der Sonne: Unter dem Strich war die Leistung gegen Kloten über das ganze Spiel gesehen nicht gut genug, als dass man die drei Punkte verdient gehabt hätte. Besonders das erste Drittel geriet, trotz optimalem Start für den EHCO, der schon in der 4. Minute durch Schwarzenbach in Führung ging, zu einer Klotener Machtdemonstration.

Das 1:1 nach 20 Minuten «sehr schmeichelhaft»

«Nach den ersten 20 Minuten waren wir mit dem 1:1 sehr gut bedient. Das war sehr schmeichelhaft für uns. Kloten war klar besser, hat uns ausgespielt und fast jeden Zweikampf gewonnen. Wir wirkten scheu, kamen immer einen Schritt zu spät», fasste EHCO-Headcoach Fredrik Söderström den Lauf der Dinge treffend zusammen. Oder anders ausgedrückt: Eine Mannschaft spielte Playoff-Hockey, die andere schaute ihr ehrfürchtig dabei zu.

Kurioserweise kamen die Oltner erst so richtig ins Spiel, als sie mit dem Rücken zur Wand standen. Nach Failles Führungstreffer zum 1:2 mussten sie sich eine Minute lang mit zwei Mann weniger auf dem Eis wehren. Doch nachdem der EHCO diese heikle Situation überstanden hatte, ging der lange erhoffte Ruck durch die Mannschaft. Als kurz vor dem Ende des zweiten Drittels auch noch Cédric Maurer Klotens David Stämpfli für dessen gefährlichen Check gegen den Kopf von Oltens Topskorer Dion Knelsen mit Faustschlägen eindeckte, da war der Kampfgeist der Söderström-Boys endgültig geweckt – und auch das Publikum.

Playoff-Atmosphäre im Schlussdrittel

In der nun herrschenden, hitzigen Playoff-Atmosphäre waren die Oltner das bessere Team und kamen durch Daniel Eigenmann im Powerplay zum verdienten Ausgleich. Zu mehr reichte es aber nicht. Auch deshalb, weil dem EHCO in den entscheidenden Momenten das Glück nicht mehr hold war. Sogar in der Verlängerung hatte Dion Knelsen zweimal den Siegtreffer auf dem Stock, ehe es Faille auf der anderen Seite besser machte.

«Auch wenn wir dieses Spiel letztlich verloren haben und ich deshalb natürlich sehr enttäuscht bin, bin ich stolz auf den Charakter, den die Mannschaft gezeigt hat. Wir haben gegen das beste Team der Liga gespielt – und das ohne zwei Schlüsselspieler. Trotzdem waren wir am Ende sogar näher am Sieg dran», zog Fredrik Söderström mit Blick auf die Absenz der starken Offensivkräfte Stan Horansky und Jewgeni Schirjajew eine positive Bilanz und fügte an: «So klein und zerbrechlich wir zu Beginn wirkten, so präsent waren wir in der zweiten Spielhälfte. Wir konnten reagieren, was auch viel über den Charakter des Teams aussagt. Das ist ein gutes Zeichen.»

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