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Dreimal Matthias beim Orientierungslauf auf dem WM-Podest?

Nur ein Schwede stand dem totalen Aargauer Triumph im Weg. An Jerker Lysell, der Sprintrakete aus dem hohen Norden, bissen sich beim letzten internationalen Test vor der Weltmeisterschaft Mitte Juli in Lausanne sämtliche Gegner die Zähne aus.

Rainer Sommerhalder
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Zwei Aargauer auf dem Weltcup-Podest: Matthias Kyburz (links) und Matthias Merz (rechts)

Zwei Aargauer auf dem Weltcup-Podest: Matthias Kyburz (links) und Matthias Merz (rechts)

Phoropress/Alexandra Wey

Dem WM-Topfavoriten am nächsten kam das Schweizer Trio Matthias Kyburz, Matthias Merz und Matthias Müller. Da der Postfinance-Sprint in St. Gallen gleichzeitig letzter WM-Selektionslauf in dieser Disziplin war, dürften sich die Aargauer Matthiasse die drei Schweizer Startplätze für Lausanne gesichert haben. Und dort ist alles möglich. Das bewies nicht zuletzt Lysell selber an der letzten WM in Frankreich, als er wegen eines falschen Postens disqualifiziert wurde und damit die Silbermedaille verlor.

Zwei der drei Aargauer weisen bereits WM-Sprintmedaillen in ihrem Palmarés auf. Merz holte 2007 Silber, Müller war 2010 Weltmeister und im Vorjahr Dritter. Den anspruchsvollen Lauf in der St. Galler Innenstadt am besten meisterte allerdings Kyburz, der mit dem Sieg am Samstag über die Mitteldistanz und Rang 2 gestern neben der zweifachen Siegerin Simone Niggli-Luder der erfolgreichste Athlet des Schweizer Weltcup-Wochenendes war. Der 22-Jährige fing sich den entscheidenden Rückstand mit einem Fehler bereits im ersten Streckendrittel ein. Danach lief er auf Augenhöhe mit Lysell. „Das Rennen war noch nicht super, aber es hat sich unterwegs dennoch gut angefühlt", bilanzierte der Fricktaler.

Beeindruckende Bilanz von Merz

„Es fehlt nur noch ein Rang", stellte Matthias Merz nüchtern fest, als er am Sonntagabend seine bisherigen fünf Weltup-Platzierungen dieser Saison Revue passieren liess. Die Ränge 2,5, 4 und 3 zeugen von einer beeindruckenden Konstanz und machen den 28-Jährigen zum Mehrfach-Medaillenkandidaten bei seinen erhofften drei WM-Einsätzen. „Mir fehlte zuletzt ein wenig die Sprinterfahrung. Ich musste mir das nötige Feeling mit dem aggressiven Laufen zurückholen", sagte der Seetaler. Dies gelang hervorragend, Merz startete schnell, lag bei der ersten Zwischenzeit gemeinsam mit Lysell in Führung, verlor danach bis ins Ziel aber noch 17 Sekunden.

Regelmässig Zeit verlor Matthias Müller unterwegs und verpasste so das Podest um 14 Sekunden. Dennoch peilt der 29-Jährige in Lausanne seine dritte WM-Sprintmedaille in Serie an. Doch bevor sich der Mutscheller dem Feinschliff für den in drei Wochen ausgetragenen Stadtsprint an den Titelkämpfen widmen kann, stehen morgen Dienstag und am Mittwoch noch die zwei Selektionsläufe über die Mittel- und Langdistanz an. Und dort will sich Müller einen zweiten Startplatz in einer der „Walddisziplinen" ergattern. Schliesslich gibt es auch dort Medaillen zu gewinnen.

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