Obwohl Mittelland im Final gegen Thurgau einen 4:1-Vorsprung verspielte und im Penaltyschiessen unterlag, brachte das Turnier positive Erkenntnisse. Mit der Rückkehr der Zwillingsbrüder Mucha und der Verpflichtung der beiden Finnen Rajala und Nieminen hat UM wieder an Spielwitz gewonnen.

Ausserdem ist die Rückkehr des langzeitverletzten Tschechen Adam Stegl, der mit seiner stupenden Technik im Alleingang Spiele entscheiden kann, Gold wert. Erfreulich ist zu beobachten, wie junge Eigengewächse – namentlich Marius Flury oder Simon Haas – in das NLB-Fanionteam eingegliedert wurden.

Zusammengefasst dürfte Mittellands Abhängigkeit vom Mucha-Duo so klein wie noch nie sein. Bleiben die Mittelländer ohne Verletzungssorgen, ist die diesjährige Ausgabe spielerisch stärker einzustufen als die letztjährige in der NLA.

Adam Stegls brillante Rückkehr

«Wir müssen an der Konstanz arbeiten», zog Coach Olle Thorsell sein erstes Fazit. Diesen Schluss unterstützen die Resultate, welche der Gastgeber beim diesjährigen Cup ablieferte. Mittelland begann ohne finnische Verstärkungsspieler mit einem hektischen Auftaktspiel gegen Eggiwil, das erst mit dem achten Penalty gewonnen wurde.

Auf den Schlagabtausch mit den Emmentalern folgte das Duell gegen den einzigen NLA-Vertreter aus Uster. In der fürs Auge wohl schönsten Partie des Tages traten die Mittelländer, mit Ausnahme des verletzten Esten Roman Pass, in Bestbesetzung auf.

Die extrem junge, aber technisch versierte Equipe aus Uster war in der ersten Halbzeit (es wurden zwei Mal 20 Minuten effektiv gespielt) gegen die mit Tschechen und Finnen gespickten Mittelländer überfordert.

Zwar fingen sich die als Einheit auftretenden Zürcher im zweiten Abschnitt und kamen nach einem 0:4-Rückstand bis auf einen Treffer heran, doch der nach einem Kreuzbandriss wiedergenesene Adam Stegl untermauerte seine Leistung als Mann des Spiels mit dem Siegestreffer zum 5:3.

Pech gegen Thurgau

Dies bedeutete für Mittelland die Finalqualifikation. Gegen Thurgau wechselten sich Licht- und Schattenmomente ab, phasenweise liessen die Einheimischen Konzentrationsschwächen zum Vorschein kommen. Nachlässigkeiten, die ein Stück weit mit dem Experimentieren des Trainerduos erklärt werden können.

Obwohl die Mittelländer nicht restlos überzeugten, legten sie nach drei schnellen Toren auf 3:0 vor, wobei Schönbucher mit überragenden Paraden seines dazu beitrug. Die Thurgauer kehrten jedoch in Abschnitt zwei zurück, glichen die Partie eine Sekunde vor Schluss zum 4:4 aus und gewannen 5:4 nach Penaltyschiessen.