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Das letzte Rennen zweier OL-Weltmeister am Weltcup in Baden

Neben Tages- und Gesamt-Weltcupsieger Matthias Kyburz waren die Aargauer am Weltcup-Finale in Baden nicht ganz so erfolgreich wie erhofft. Doch für die abtretenden Matthias Leonhardt und Mathias Merz stand ohnehin die Stimmung im Vordergrund.

Jörg Greb
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Matthias Leonhardt und Mathias Merz (rechts) verabschieden sich.

Matthias Leonhardt und Mathias Merz (rechts) verabschieden sich.

foto-net / Alexander Wagner

Schliesslich zählte auch sie zu den Siegerinnen, auch wenn ihr Beitrag in Form eines starken siebten Ranges nichts zum neunten Weltcup-Gesamtsieg von Simone Niggli hat helfen können: Ines Brodmann, die Aarauerin.

Denn auch ihr war bewusst: Nigglis Klasse alleine würde nicht genügen, falls die Weltcup-Leaderin Tove Alexandersson (Sd) Platz 2 belegen würde. Also wollten die Schweizerinnen nicht Niggli schlagen, aber Alexandersson.

Im Gegensatz zu Judith Wyder verpasste dies Brodmann aber – wenn auch sehr knapp: 13 Sekunden büsste sie auf Alexandersson ein. «Es war ein guter, aber kein perfekter Lauf», sagte sie nach ihrem Rennen durch die Stadt Baden.

Und sie ging hart mit sich ins Gericht. Im ersten Renndrittel fühlte sie sich perfekt unterwegs. Im Parkgelände aber reagierte sie «zu zögerlich, zu unsicher». Diese fehlende Aggressivität, die mangelnde Risikobereitschaft kostete etliche Sekunden, wie sie vermutete.

Und so war sie denn auch nicht richtig zufrieden mit ihrem (internationalen) Saisonabschluss – aber auch nicht wirklich enttäuscht. Solid war die treffende Bezeichnung für Brodmanns Rennen. Hinter Wyder (2.), Sabine Hauswirth (5.) und Julia Gross (6.) war sie viertbeste Schweizerin.

Matthias Merz auf Rang 9

Und damit schnitt Brodmann im Vergleich mit ihrem Lebenspartner Matthias Merz (9.) im Quervergleich besser ab. Natürlich hatte das für sie keine Bedeutung. Und auch nicht für Merz. Der Langdistanz-Weltmeister von 2007 konnte seine Möglichkeiten nicht mehr wunschgemäss einbringen.

Die Oberschenkelverletzung, die er sich am Vortag im Mitteldistanz-Rennen zugezogen hatte, hinderte ihn trotz intensiver physiotherapeutischer Bemühungen in den Stunden bis zum Sonntagseinsatz massgeblich.

«Ich war lange unsicher, ob ich überhaupt starten kann, und als es schliesslich ging, war ich glücklich – trotz ständiger Schmerzen.» Mehr Bedeutung als dem Resultat schenkte er der Stimmung mit der enthusiastischen Unterstützung durch das Publikum.

Ein Genuss zum Abschluss

Diese genoss auch Matthias Leonhardt, ein anderer Abtretender. Der Sprint-Weltmeister von 2010, damals noch unter dem Ledignamen Müller, war sich schon vor dem Start bewusst, dass sein Leistungsvermögen nicht mehr für höchste Ansprüche genügt.

Er konzentrierte sich aufs Geniessen in jener Stadt, in der der heutige Elektroingenieur seine vierjährige Lehre absolviert hatte und die er «fast in- und auswendig kennt». Er genoss nochmals und stellte den Spass in den Vordergrund.

Über Rang 28 kam er nicht hinaus. Nicht mehr wie am Vortag über die Mitteldistanz (3.) konnte sich Andreas Kyburz (Möhlin, 12.) in Szene setzen. Doch Grund zur Freude fand er dennoch genügend: Bruder Matthias gewann nicht nur das Rennen, sondern ebenso den Gesamt-Weltcup.

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