Maulwurf
Böser Constantin, guter Fringer?

Ruedi Kuhn
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Christian Constantin

Christian Constantin

KEYSTONE/OLIVIER MAIRE

Christian Constantin steht nach seiner körperlichen Attacke gegen den Teleclub-Experten Rolf Fringer im Brennpunkt des Geschehens. Der Präsident des FC Sion wurde für seinen Fehltritt von der Swiss Football League mit 100 000 Franken und einer Sperre von 14 Monaten gebüsst.

Fest steht: Constantin ist in dieser Geschichte der Bösewicht. Und Fringer? Welche Rolle spielt der Trainer, der 1993 mit dem FC Aarau Meister wurde? Ist er nur das Opfer?

Nein, nicht nur! Fringer spielt im «Fall Constantin» eine schlechte Rolle. Der Österreicher hat Constantin jahrelang provoziert. Schon als Trainer und vor allem als Sportchef des FC Luzern hat Fringer keine Gelegenheit ausgelassen, um Giftpfeile in Richtung Constantin abzuschiessen.

Fringer will nach eigener Aussage nichts von einem persönlichen Rachefeldzug gegen den Boss des FC Sion wissen. Klar ist aber: Fringer fühlt sich einerseits äusserst wohl als Kritiker von Constantin, anderseits kann er in dieser Rolle auf die volle Rückendeckung der Boulevardpresse zählen.

Fringer will zum jetzigen Zeitpunkt keine Interviews geben. Im Gespräch unter Kollegen sprudelt es allerdings aus ihm heraus wie aus einem Wasserfall.

Fringer sagt: «Die Trainer und die Journalisten haben alle Angst vor Constantin und lassen sich von ihm einschüchtern. Constantin ist ein Mann, der austeilen, aber nicht einstecken kann. Ich war der einzige Trainer, der sich gegen ihn gewehrt hat. Ich habe ihm oft und in aller Deutlichkeit meine Meinung gesagt. Und ich könnte Geschichten über ihn erzählen, die ihn in ein ganz schlechtes Licht rücken würden.»

Fringer kann Constantin nicht ausstehen. Kommt er auf ihn zu sprechen, zeigt er Gefühle, ja er wird sogar emotional. Das ist auch der Grund, warum Fringer seine Rolle als Fussball-Experte in den vergangenen Monaten ausgenützt hat. Er hat Constantin verunglimpft, ja ihn sogar lächerlich gemacht.

Natürlich rechtfertigt das nicht, dass Constantin Fringer schlägt. Aber es zeigt – und das sollte man bei aller Kritik an Constantin nicht vergessen – dass Fringer in dieser Geschichte zwar das Opfer, aber keineswegs der Gute ist.

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