OL
Aargauer OL-Asse laufen am Weltcup in Skandinavien

Beim heutigen Weltcupauftakt in Skandinavien stehen gleich vier Aargauer am Start. Neben den Weltmeistern im Orientierngslauf, Matthias Merz und Matthias Müller, auch die Gebrüder Kyburz aus Möhlin.

Rainer Sommerhalder
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Bei Matthias Müller stehen vor dem Weltcupstart «alle Ampeln auf grün». rso

Bei Matthias Müller stehen vor dem Weltcupstart «alle Ampeln auf grün». rso

Solothurner Zeitung

Vier Aargauer Orientierungsläufer im gemeinsamen Weltcupeinsatz hat es schon lange nicht mehr gegeben. Beim internationalen Saisonstart in Finnland dürfen sich zumindest zwei von ihnen auch Hoffnungen auf einen Podestplatz machen. Matthias Müller aus Oberwil-Lieli geht als amtierender Sprint-Weltmeister an den Start. Und auch wenn es mit Siegen in diesem Jahr noch nicht gross geklappt hat, so sagt sein Kollege Matthias Merz über Müller: «Man weiss, dass er seine Topform immer dann erreicht, wenn es wichtig ist.» Und neben der Weltmeisterschaft Mitte August in Frankreich ist der Weltcup das zweite Highlight im Kalender der Spezialisten mit Karte und Kompass. Der 28-jährige Müller beendete den letztjährigen Weltcup auf dem zweiten Gesamtrang. Auch dieses Jahr stünden betreffend Form «alle Ampeln auf Grün», sagt der in Stockholm lebende Aargauer.

Für die Weltmeisterschaften, bei der einerseits im Stadtsprint sehr schnelles Rennen gefragt ist, andererseits auf den längeren Distanzen im Wald extrem ruppiges Gelände eine spezielle Lauftechnik erfordert, müssen sich sowohl Müller wie Merz nochmals steigern. «Der Spagat, schnell zu sein und auch im unwegsamen Wald vorwärts zu kommen, ist eine grosse Herausforderung», gesteht Müller. Er sei zwar derzeit durchaus auf dem Level der anderen Schweizer, «doch das ist mir noch nicht gut genug.»

«Zeit des Ausprobierens ist vorbei»

Auch Matthias Merz, der Langdistanz-Weltmeister von 2007, wird bis zur WM nochmals drei Wochen in den französischen Alpen verbringen, um das weitgehend neue Gebiet noch besser zu adaptieren. Für die drei Weltcuprennen der Nordic Tour erhofft er sich Plätze in den Top 5. «Die Zeit des Ausprobierens ist vorbei. Es braucht jetzt technisch saubere und stabile Rennen», sagt er zu seinen Zielsetzungen.

Merz hat in diesem Frühjahr schon mehrere Rennen in der Schweiz gewonnen, unter anderem zwei nationale Meisterschaften sowie einen Selektionslauf. In diesem Sprintrennen siegte er zeitgleich mit Matthias Kyburz, dem 21-jährigen Newcomer im Schweizer Team. Dieser überraschte letzte Woche mit dem Erfolg im internen 5000-m-Rennen des OL-Kaders auf der Bahn. Als einziger Schweizer blieb er unter 15 Minuten (14:53). «Das hätte ich nie erwartet», gesteht Kyburz. Trotz seiner Konkurrenzfähigkeit auf der Sprintstrecke weiss der Student aus Möhlin, «dass es bis zu einem Platz im Schweizer WM-Team noch ein langer und steiniger Weg bleibt». Vier Startplätze gibt es im WM-Sprint und seine Konkurrenten Merz, Müller, Fabian Hertner und Daniel Hubmann gewannen alle bereits Medaillen an Titelkämpfen. «Zuallererst muss ich jetzt in der Nordic Tour etwas zeigen», sagt Kyburz.

Für seinen zwei Jahre älteren Bruder Andreas ist der Weltcup eine erste Standortbestimmung. Er ist selbst gespannt darauf, welche Plätze mit seinen Leistungen zu erreichen sind und möchte sich primär für die Finals der besten 30 qualifizieren. Dass ihm sein jüngerer Bruder derzeit etwas den Rang abläuft, daran hat sich Andreas Kyburz inzwischen gewöhnt. «Früher war es für mich schwieriger, es zu akzeptieren», sagt er. Gross ist die Differenz nicht und die gemeinsamen Trainings sind für beide immer auch Kräftemessen und Standortbestimmung. Die Weltklasse sitzt quasi im eigenen Wohnzimmer.

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