Fussball
0:3, aber Entfelden feiert

Ein Dorf steht Kopf: Der FC Entfelden verliert in der ersten Cuprunde gegen Luzern zwar 0:3, aber die Fans lassen Roger Wehrli und sein Team nach dem Schlusspfiff hochleben.

Ruedi Kuhn
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Cup-Fight Entfelden gegen Luzern

Cup-Fight Entfelden gegen Luzern

3700 Zuschauer sind vom Cupknüller des 2.-Ligisten gegen Luzern begeistert. Nach einer Viertelstunde lässt es Luzerns Innenverteidiger Tomislav Puljic mit einem Knaller aus 25 Metern krachen. Torhüter Livio Buchser lenkt den Ball mit einer sensationellen Parade über die Latte. Der Entfelder Trainer Roger Wehrli steht auf, lächelt verschmitzt und schreit in Richtung Luzerns Trainer Rolf Fringer: «Rolf, dass deine Nummer 6 so gut schiessen kann, habe ich nicht gewusst!» Fringer entgegnet: «Roger, auch du musst nicht alles wissen . . .»

Rund 20'000 Franken

Für den FC Entfelden war der FC Luzern nicht nur ein Traumlos, sondern auch eine grosse Herausforderung. 120 Helferinnen und Helfer waren im Stadion Schützenrain im Einsatz. Dazu kamen rund 100 Sicherheitskräfte. Der wohl glücklichste Funktionär war Vereinspräsident Remo Bachmann. Wie viel Geld spült der Cuphit in die Vereinskasse? «Das wissen wir erst in einigen Tagen», so Bachmann, «aber ich rechne mit rund 20000 Franken.» (ruku)

Und der FC Entfelden? Der 2.-Ligist spielt wacker mit und zeigt gute Ansätze, ja er kommt sogar zu hochkarätigen Chancen. Beachsoccer-Star Dejan Stankovic trifft nach drei Minuten mit einem leicht abgefälschten Freistoss den Pfosten. Und Topskorer Vojan Cvijanovic scheitert zweimal in bester Abschlussposition an Luzerns Goalie Gabriel Wüthrich. Wie sagte Luzerns Chefcoach Rolf Fringer nach Spielschluss so treffend: «Unser bester Spieler war der Torhüter. Das kann und darf gegen einen Gegner wie Entfelden eigentlich nicht sein. Die Hauptsache ist jedoch, dass wir eine Runde weiter gekommen sind.»

Fringer geizte zwar nicht mit Kritik, war aber im Endeffekt halt doch zufrieden. Gleiches galt für Gegenspieler Wehrli, der sich nach dem frühen 0:2 von
der abgebrühten Seite zeigte. Der 54-jährige Suhrer unterhielt sich während der Partie mit den Luzerner Fans und klopfte einen Spruch nach dem andern. Nach getaner Arbeit überhäufte der 68-fache Internationale seine Mannschaft mit Komplimenten: «Es gibt nicht viele Amateurteams, die gegen Luzern so viele Chancen haben wie wir.» Wo Wehrli recht hat, das hat er recht. Es gibt aber auch nicht viele Amateurteams, die so viele hundertprozentige Chancen haben und keine davon verwerten.

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