SPONSORED CONTENT
Raus damit!

«natürlich»-Beraterin Sabine Hurni über die Wut und andere starke Emotionen.

Sabine Hurni
Drucken
Teilen
Wut sollte man nicht unterdrücken, denn unterdrückte Wut macht krank. Man kann Wut aber auch konstruktiv nutzen.

Wut sollte man nicht unterdrücken, denn unterdrückte Wut macht krank. Man kann Wut aber auch konstruktiv nutzen.

Bild: noah buscher/unsplash

Ich möchte Sie mitnehmen in die Welt der starken Gefühle. In die tosenden Sturmwellen der zornigen Emotionen. Das Leben hat mir ein Häppchen Lernstoff vor die Füsse geworfen, das mich zwang, mich in die Wogen der Wut hineinfallen zu lassen. Die Intensität an ­Unkontrolliertheit, Ohnmacht und Wildheit, die mit der Wut einhergehen, ist beinahe berauschend – wenn man den Mut aufbringt, sich voll und ganz diesen Gefühlen hinzugeben. Diesmal ist es mir recht gut gelungen und ich möchte ­meine Reise mit Ihnen teilen, denn die starke Emotion ist mir schon fast ans Herz gewachsen.

Viele erleben Wut als negative Energie, weil sie an Aggression und Gewalt gekoppelt ist. Mich manövriert die Wut eher in neue Richtungen. Sie ist sozusagen ein Katapult, das mich vorwärtsschleudert, Energien freisetzt und ungeahnte Kräfte generiert. Dank dieser Wut habe ich den letzten Wochen mehr über die digitale Welt gelernt als je zuvor. Ich weiss nun, wie man sich online vernetzt, habe einen Blog kreiert, mich über Kniffe und Tricks von Instagram informiert und weiss nun, wie man diese Medien für sein persönliches Marketing nutzt. Mit der Kraft eines Wildschweins, das sich durch die Erde pflügt, habe ich mich durch den Dschungel der neuen Welt gewühlt – und ich bin sicher: Ohne Wut im Bauch hätte ich das niemals geschafft. Die heile Welt der Harmonie treibt uns nicht vorwärts. Erst wenn wir die Komfortzone verlassen (müssen), kommt Dynamik in den oft allzu bequemen Alltag.

Die Wut nutzen – und wieder loswerden

Ich möchte Ihnen Mut machen, die Wut zu bündeln, damit Sie diese kraftvolle Energie für Ihre Projekte nutzen können. Die Wut ist wohl diejenige Stimmung, die ein Mensch am unkontrollierbarsten, destruktivsten und energievollsten in sich selbst hervorrufen kann. Ich nehme an, Sie wissen wovon ich rede. Jeder kennt die Wut. Sie vibriert, bebt, kocht, erhitzt sich, zittert und wogt. Kinder werfen sich tobend auf dem Boden. Wir ­Erwachsenen halten die Emotion oft möglichst unter Kontrolle, machen gute Miene zum bösen Spiel und versuchen, «vernünftig» zu bleiben. Wut unterdrücken kann jedoch krank machen.

Wie aber wird man die Wut wieder los, auf gesunde Art? Man kann durch­atmen und das Gefühl benennen, wie es im Buddhismus gelehrt wird. In der Achtsamkeitsmeditation sagt man sich zum Beispiel: «Aha, da ist Wut. Wut, es ist in Ordnung, dass du da bist.» Man geht, und das ist wichtig, nicht zurück zur Situation, die einen rasend gemacht hat. Die gehört der Vergangenheit an und ist nicht mehr beeinflussbar. Man bleibt bei der Emotion. Vielleicht fühlt man verdammt viel Wut und muss sich bewegen, herumtigern, stampfen, tanzen, schreien. Absolut gut – aber immer im Gefühl der Wut bleiben und nicht an der verursachenden Situation herumgrübeln. Denn wenn Sie an Situationen hängen bleiben, verharren Sie im Kampf und im Gefühl der Ohnmacht – was dazu führt, dass man sich als Opfer sieht und sich im Selbstmitleid suhlt oder aggressiv wird. Nein, diesen Weg sollten Sie nicht einschlagen! Er ist destruktiv und führt nur zu Verletzungen. Vor allem sich selbst gegenüber.

Die Kraft der Vergebung

Die rohe Kraft der Wut kann man nutzen, um sich selbständig zu machen. Sie hilft, Entscheidungen zu treffen, die schon lange angestanden sind, und Wege zu gehen, für die bisher der Mut fehlte. Vielleicht sollten wir uns alle vermehrt vorwärts schleudern lassen, wenn die Wut aufkommt, statt zu bleiben, aus­zuhalten und sich zu sagen, dass es auch schlimmer sein könnte. Viele Krank­heiten entstehen genau aus dieser strengen Lebenshaltung sich selbst gegenüber: aus dem Verharren im Alten, dem Über-sich-ergehen-Lassen von Ungerechtigkeit, Macht und vielleicht sogar Gewalt. Rheuma zum Beispiel hängt häufig mit angestauter Wut zusammen, die viele Jahre lang nie ausbrechen konnte. Auch Leber- und Galleerkrankungen, Migräne oder Magengeschwüre haben oft einen Zusammenhang mit Wut.

Hier kommt die Kraft der Vergebung ins Spiel. Denn wir können nicht lange im Gefühl der Wut bleiben. Irgendwann erschöpft sich dieses Gefühl. Wenn es aber schon mal da ist, sollte man es nicht sofort unter den Teppich wischen, sondern sich mutig dieser enormen Kraft zuneigen. Es tut dem Herz und der Seele gut, wenn wir die Tür zur Wut zwischendurch einen Spalt weit öffnen; wenn wir sie zulassen und hinhören, was sie uns zu sagen hat. Nur so können wir erkennen, dass unter dieser rohen Wut etwas Verletzliches, Trauriges und Weiches zum Vorschein kommt: die tiefe Trauer darüber, dass nichts mehr so ist wie es war; die Erkenntnis, dass man sich nur auf sich selber verlassen kann; die Ohnmacht der Fremdbestimmung – und irgendwann die Einsicht, dass es trotzdem weitergeht.

Sabine Hurni, dipl. Drogistin und Naturheilpraktikerin, schreibt regelmässig für das «natürlich ». Mehr von Sabine Hurni lesen Sie auf: www.sabinehurni-blogt.ch oder Instagram: www.instagram.com/sabinehurni

«natürlich» – zum Kennenlernen

Profitieren Sie jetzt von 4 Ausgaben zum Kennenlernpreis von 20 Franken statt 35.60 Franken*. Bestellung unter: Tel. 058 200 55 55 oder www.natuerlich-online.ch/abo. *Das Angebot gilt bis am 31. Juli 2021.

Aktuelle Nachrichten