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«Psychisch belastete Menschen können im gewohnten Umfeld bleiben»

Die Psychiatrischen Dienste Aargau (PDAG) erweitern ihre ambulanten Angebote. Dr. med. Katrin Hanno, Chefärztin und Leiterin des Zentrums für Psychiatrie und Psychotherapie ambulant (ZPPA), erklärt, warum das nötig ist.

Interview: Pascal Scheiwiler
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Mehr als Königsfelden: Neben dem Hauptstandort in Windisch bieten die PDAG ambulante Angebote in Aarau, Baden, Rheinfelden, Wohlen und Zofingen an.

Mehr als Königsfelden: Neben dem Hauptstandort in Windisch bieten die PDAG ambulante Angebote in Aarau, Baden, Rheinfelden, Wohlen und Zofingen an.

Grafik: zvg
Dr. med. Katrin Hanno*

Dr. med. Katrin Hanno*

Bild: PD

Frau Hanno, immer wieder liest man, psychische Erkrankungen nähmen zu. Stimmt das?

Katrin Hanno: Entgegen der herrschenden Meinung haben nicht psychische Störungen zugenommen, sondern das Wissen darüber in der Bevölkerung und auch bei Fachpersonen. Damit einher gehen die bessere Erkennung von psychischen Störungen, die gestiegene ­gesellschaftliche Akzeptanz und eine grössere Bereitschaft, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Seit Jahren übersteigt die Nachfrage das Angebot an Behandlungsplätzen. Drei Viertel der Patientinnen und Patienten der PDAG werden ambulant behandelt. Das zeigt die Bedeutung des ambulanten Bereichs in der Grundversorgung.

Was sind die Vorteile einer ambulanten Behandlung?

Dadurch können wir frühzeitig und niederschwellig intervenieren und müssen psychisch belastete Menschen nicht aus ihrem gewohnten Umfeld herausreissen und stationär behandeln. So gelingt es uns, psychische Störungen zügig zu stabilisieren, die Funktionsfähigkeit im familiären und beruflichen Alltag zu ­erhalten sowie schwere Verläufe und Chronifizierung zu verhindern. Die PDAG leisten ihren Beitrag, indem sie an den Schlüsselstellen im Kanton Aargau gut zugängliche ambulant-psychiatrische Zentren betreiben.

Von welchen Schlüsselstellen sprechen Sie?

Wir sind als Grundversorger die erste Anlaufstelle bei psychischen Problemen jeglicher Art. Unser ambulantes Angebot ist deshalb an zentralen Stellen im Kanton zu finden, namentlich in Aarau, Baden, Rheinfelden, Wohlen, und Zofingen. Durch die jeweilige Nähe zum Bahnhof wird für die gesamte Aargauer Bevölkerung ein guter Zugang zur psychiatrischen Behandlung ermöglicht.

Erhalten alle Menschen mit psychischen Problemen Unterstützung?

Die Nachfrage übersteigt immer noch unser Angebot. Diese Situation hat sich während der Coronavirus-Pandemie noch zugespitzt. Wir können zwar eine Erstversorgung für alle zugewiesenen Patientinnen und Patienten garantieren, phasenweise ist die Wartezeit für den Ersttermin aber noch zu lang. Zudem reicht die Kapazität für die ­Wei­terbehandlung nicht überall aus. ­Teilweise verweisen wir deshalb an Fachärztinnen und Fachärzte in Praxen weiter. Da allerdings auch die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen den Behandlungsbedarf nicht ausreichend abdecken können, sind der erfolgte Ausbau in Aarau und Rheinfelden sowie die geplante Erweiterung in Baden so immens wichtig.

Was haben Sie verbessert?

In Aarau wurde das ambulante Behandlungsangebot für allgemeinpsych­iatrische und für Abhängigkeitser­krankungen ausgebaut. Zudem ist die Tagesklinik Aarau in die erweiterten Räumlichkeiten des Ambulatoriums gezogen. So befindet sich seit dem 1. Mai ein Grossteil der Behandlungsräume der PDAG in Aarau an der Bleichemattstrasse 16. In Baden sind wir letzte Woche in die Brown Boveri Strasse 7 umgezogen, vorerst in ein Provisorium. Das dortige Angebot wird im kommenden Jahr erweitert.

Was bedeutet der Ausbau?

In Aarau hatten wir bis anhin 19 Behandlungsräume, seit dem Umzug sind es 30. Auch das bestehende Angebot an der Baslerstrasse 8 in Rheinfelden wurde auf den 1. Juni von 8 auf 12 Behandlungsräume ausgebaut. Die Erweiterung in Baden wird, wie gesagt, im nächsten Jahr erfolgen. Ziel dieser Erweiterungen ist es, nicht nur eine zeitnahe erste Konsultation zu garantieren, sondern auch einen grösseren Anteil der Patientinnen und Patienten bis zur abschliessenden Genesung weiterbehandeln zu können.

Und wem kommen diese Behandlungsplätze zugute?

Ein Grossteil unserer Patientinnen und Patienten leidet an depressiven Beschwerden und Ängsten. Ein Beispiel: Herr Muster ist verheiratet und hat zwei Kinder im Pri­marschulalter. Wegen der Pandemie wurden Kurzarbeit und Homeoffice eingeführt. Die Zukunft des Unternehmens ist ungewiss. Deshalb wird Herr Muster durch schwere Existenzängste geplagt. Die Arbeit im Homeoffice ist durch die Anwesenheit der Familie sehr anspruchsvoll. Es kommt immer wieder zu Konflikten innerhalb der Familie, die Herrn Muster belasten. Arbeitsergebnisse kann er auch nicht pünktlich abliefern, was wiederholt zu kritischen Rückmeldungen vom Vorgesetzten geführt hat. Herr Muster ist so innerhalb der letzten Monate in eine psychische Krise geraten. Er leidet unter negativen Stimmungsschwankungen, Schlafproblemen, Erschöpfung und Konzentrationsproblemen. Der Hausarzt stellt depressive Symptome fest.

Ein Fall für die PDAG?

Genau, 80 Prozent unserer Zuweisungen erhalten wir von Hausärztinnen und -ärzten. Herr Muster wird so an ein wohnortnahes Ambulatorium über­wiesen. Unser Ziel ist, dass Herr Muster zeitnah eine Erstversorgung erhält und, wenn möglich, auch bis zur Genesung weiterbehandelt werden kann. Die depressiven Beschwerden werden psychotherapeutisch und, falls nötig, medikamentös behandelt. Um den Druck durch die sozialen und beruflichen Belastungsfaktoren zu reduzieren, stehen Sozialarbeitende und Arbeitscoaches zur Verfügung. Letztere vermitteln in Arbeitsplatzkonflikten und versuchen, einen allenfalls drohenden Verlust des Arbeitsplatzes abzuwenden.

*Dr. med. Katrin Hanno ist seit Januar 2021 Chefärztin und Leiterin des Zentrums für Psychiatrie und Psychotherapie ambulant (ZPPA). Sie ist seit sieben Jahren bei den PDAG tätig, zuletzt war sie Standortleiterin in Aarau und damit zuständig für das Ambulatorium, das Tageszentrum und die Tagesklinik. Während dieser Zeit konnte das Behandlungsangebot massgeblich erweitert werden. Die 45-jährige Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie ist Mutter von drei Kindern.

Kontakt und weitere Informationen:

Psychiatrische Dienste Aargau AG, Zentrum für Psychiatrie und Psychotherapie ambulant, Telefon 056 461 90 00,  leitung.zppa@pdag.ch, www.pdag.ch

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