Deitingen
Viele Hände zaubern in Deitingen mit im Spiel um die grüne Fee

Das Musical «Die grüne Fee» nimmt Gestalt an. Die Bühne steht und auch die Sänger kommen auf Touren. Das sozialkritische Stück von Franz Walter aus dem 19. Jahrhundert feiert am 3. August Premiere.

Gundi Klemm
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Bald schon tritt die grüne Fee (Tanja Baumberger) begleitet von Dülü Dubach und seinen Musikern im märchenhaften Bühnendress auf.

Bald schon tritt die grüne Fee (Tanja Baumberger) begleitet von Dülü Dubach und seinen Musikern im märchenhaften Bühnendress auf.

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Eingeschmiegt in den Wald in Richtung Wangen ist der Spielort «Mösli» weitgehend ausgestattet mit beeindruckender Bühne, gedeckter Zuschauertribüne und aller Infrastruktur, die es für die Aufführungen der «grünen Fee» vom 3. bis 24. August braucht. Den ganzen Tag schon legt die Baumannschaft Hand an: Gemeinsam mit Ausstattungschef Oskar Fluri und Produktionsleiter Armin Rösch wird die gesamte Bühnengestaltung sprichwörtlich zum Laufen gebracht.

Aus dem in schöner Bäderarchitektur errichteten Hauptgebäude entsteht mit kraftvollen Handgriffen per Drehung des Komplexes ein dörfliches Ensemble. Frisches Wasser aus dem Wald sprudelt im künstlichen Bachlauf unter einer Brücke hindurch, die im Spiel «Die grüne Fee» von Franz Walter eine ganz wichtige Rolle spielt.

Nichts in der laufenden Probe entgeht Regisseur Thomas Dietrich, den man seit 20 Jahren vor allem von der Sommeroper Selzach her kennt. Mit grosser Sachlichkeit vervollständigt er das Spiel, auf dessen Textbuch er in der langen Vorbereitungszeit Einfluss nehmen konnte. Schon am Nachmittag hat die erste grosse Freiluftprobe mit den 25 Hauptdarstellern stattgefunden, um sie mit den Spielbedingungen vertraut zu machen.

Am Abend nun kommen mitsamt allen Ressortverantwortlichen die fünfköpfige Tanzgruppe und die 33 Chorleute dazu, die keinesfalls nur eine singende Statisterie abgeben. Sehr aktiv sind sie am Gang der Handlung beteiligt. Man schreibt im Franz-Walter-Stück das Jahr 1852, und trotz seiner märchenhaften Aussage sind die sozialkritischen Töne zur damaligen Gesellschaftsschichtung im äusseren Wasseramt nicht zu überhören.

Zauberhafter Klangmantel

Wie schon vor sechs Jahren im Deitinger Musical «Justina Dolores» hat Dülü Dubach die Musik komponiert. Der regional vernetzte Musiker und Bandleader der Formation «Supersiech» hat auch gleich die musikalische Leitung des siebenköpfigen Orchesters übernommen. Ins Bühnenbild passend eingefügt residiert die Musikertruppe in einem wettersicheren Holzschopf, der den Klangmantel – auch dank ausgereifter Soundtechnik – angenehm verteilt.

Mit kompositorischem Fingerspitzengefühl verleiht Dubach der gesamten Szenerie vielfältige Klangfarben. Angesprochen auf den Kompositionsstil Mitte des 19. Jahrhunderts stellt er lachend fest: «Nein, die für die Romantik typische Musik habe ich nicht geschrieben.» Eingefügt habe er nur einen zum Ablauf passenden Musikteil von Jacques Offenbach und ein hübsches Menuett, sagt Dubach, der es als «wahres Glück» empfindet, hier im Deitinger Musical wieder mitwirken zu
können.

Die Dubach-Komposition besteht aus einem eingängigen Mix aus volkstümlicher Schweizer und internationaler Musik, jazzartigen Elementen, einer Prise Klezmer und nicht zuletzt wohltuend rhythmischen Komponenten. Stimmungsvoll, emotional und magisch passend werden Sprechszenen untermalt und alle Passagen bei den Solo- und den sieben Chorauftritten aufblühend begleitet.

Nach der langen Vorbereitungszeit in verschiedenen Übungslokalen wird von allen Akteuren an der freien Luft bereits bewundernswert sicher gesungen.

Vorverkauf: Tickets gibt es online unter www.musical-deitingen.ch

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