Die Ereignisse der vergangenen Monate sind an den Meltingerinnen und Meltingern nicht spurlos vorbeigegangen. Dass ihre kleine Gemeinde negative Schlagzeilen macht, ist vielen Einwohnern unangenehm. Im Dorf wünscht man sich, dass nach den Turbulenzen bald wieder Normalität einkehrt.

Seit Ende März wird die Thiersteiner Ortschaft von einem Sachwalter zwangsverwaltet. Der Solothurner Regierungsrat hat sich dazu entschieden, weil bis auf den Unabhängigen Gemeindepräsidenten Gérard Zufferey alle Mitglieder des Gemeinderats zurückgetreten waren. Der eingesetzte Walter Keller, ehemaliger Gemeindepräsident von Lohn-Ammannsegg sowie Rechtsanwalt und Notar, bleibt bis zum Ende der aktuellen Legislatur am 30. Juni im Amt.

Einen Tag später – und damit kommen wir zur guten Nachricht für die Meltingerinnen und Meltinger – wird sich die Gemeinde aber aus der Zwangsverwaltung lösen können. Denn dann beginnt die neue Amtsperiode des Gemeinderats, dessen Erneuerungswahlen im ganzen Kanton Solothurn am 21. Mai stattfinden werden.

In Meltingen haben die Wahlberechtigten die Auswahl zwischen vier Listen, auf denen sich zwölf Kandidierende finden. Doppelt so viele, wie im Meltinger Gemeinderat Sitze zu vergeben sind. Die Unabhängigen konnten fünf, die CVP drei, die FDP drei und die SVP eine Person nominieren.

Unabhängige mit fünf Kandidaten

Mit der grössten Liste gehen die Unabhängigen ins Rennen, bei denen der derzeit politisch arbeitslose Gemeindepräsident Gérard Zufferey erneut kandidiert. Der Gruppierung ist es gelungen, mit Monica Rosskopf, Thomas Lack, Marianne Kamber-Dobler und Isabella Wyss vier weitere Personen zu finden, die sich zur Wahl stellen. «Auf unserer Liste stehen sowohl Einheimische als auch Zugezogene», sagt Zufferey, der selber vor einigen Jahren von Liestal nach Meltingen gezogen ist. Die Unabhängigen politisieren seit dem Jahr 2005 im Gemeinderat.

Aber auch die beiden lange Zeit einzigen Dorfparteien CVP und FDP treten bei den Erneuerungswahlen im Mai an. Bei der CVP kandidieren der im letzten Herbst aus dem Gemeinderat zurückgetretene Ortsparteipräsident Pius Spaar, Friedrich Wüthrich und der noch amtierende Kantonsrat Fabio Jeger. Der Meltinger ist bei den Solothurner Parlamentswahlen im März nicht mehr angetreten, stellt sich nun aber als Gemeinderat zur Verfügung.

Thomas Spaar kandidiert nicht

«Wir sind bereit, wieder Verantwortung zu übernehmen», erklärt Pius Spaar. Er sei damals nicht freiwillig aus dem Gemeinderat zurückgetreten, sondern die Umstände hätten ihm keine andere Wahl gelassen, sagt er. Damit meint der ehemalige CVP-Gemeinderat eine Auseinandersetzung zwischen Gérard Zufferey und dem ebenfalls zurückgetretenen FDP-Gemeinderat Thomas Spaar, welcher im Verdacht steht, Dokumente mit der Unterschrift des Gemeindepräsidenten gefälscht zu haben.

Thomas Spaar steht denn auch nicht auf der Liste der FDP. Dort befinden sich die Namen von Matthias Hänggi, Michel Hänggi sowie des zurückgetretenen Gemeinderats Peter Jeger.

Für die SVP, welche bisher nicht dem Meltinger Gemeinderat angehörte, kandidiert Erich Fidler.