«Katzensteuer in Bolken, welch glückliche Gemeinde, die keine grösseren Sorgen hat». Dieses SMS war am letzten Freitag in der SMS-Spalte dieser Zeitung zu lesen. Auch andere haben den Kopf geschüttelt und fragten sich «haben die Bolkner einen Vogel»? Am Stammtisch in der «Seerose» sollen sogar ein paar böse Worte gefallen sein. Über diese konnte Wirt und Gemeinderat Daniel Furer natürlich nur schmunzeln.

Es sei hiermit offiziell geschrieben: Es gibt keine Katzensteuer in Bolken. Demzufolge auch keine Katzensteuermarken und keine Robicats. Der Gemeinderat hat sich mit dem Inserat im letzten «Azeiger» ganz einfach einen 1.-April-Scherz erlaubt. «Wir wollten damit zeigen, dass auch ein Gemeinderat nicht immer nur tierisch ernst sein muss», erklärt Gemeindepräsidentin Jeanette Baumgartner auf Anfrage.

Idee ist nicht abwegig

Entstanden ist die Idee zufällig. Nämlich bei der Diskussion um die Hundesteuer. Immer wieder werden ja Rufe laut, die eine Pferde- oder eine Katzensteuer fordern. So war es auch in Bolken. «Die Hundehalter und die Hunde können wir mit der Hundesteuer packen. Aber die Katzen verrichten ihr Geschäft wo und wie sie wollen», meinte einer der Gemeinderäte.

In Deutschland sind die Diskussionen weitaus intensiver als in der Schweiz. Und in einigen deutschen Bundesländern wird seit kurzem eine Pferdesteuer erhoben. Auch der «Tages-Anzeiger» hat die Katzensteuer in der gestrigen 1.-April-Ausgabe auf einer ganzen Seite thematisiert. Hauptargument für die Einführung hier: die bedrohte Artenvielfaltbei den Singvögeln.

Vor allem positive Reaktionen

Jeanette Baumgartner hat vorwiegend positive Reaktionen erhalten. «Viele haben im ersten Moment gestutzt und dann beim genauen Durchlesen und im zweiten Anlauf gemerkt, dass es sich um einen 1.-April-Scherz handelt», sagt sie.

Via Facebook oder Mail habe sie weitere Ideen, wie etwa die Einführung einer Wellensittich-Steuer erhalten. Dass der «Azeiger» auch in den Nachbargemeinden angesehen wird, hat Baumgartner ebenfalls bemerkt. Gemeindepräsidenten aus Nachbargemeinden hätten sich gemeldet und zur Idee gratuliert.

Übrigens: Wer gestern in der Gemeindeverwaltung erschien, um die Katzensteuer einzuzahlen, ging nicht leer aus. Als süsse Entschädigung gab es «Katzenzüngli».