Breitenbach

Da fehlt doch noch was? 200 Meter Laufbahn und 230'000 Franken bis zum Ziel

Da fehlt doch noch was? Breitenbach soll endlich eine 400-Meter-Rundbahn erhalten.

Da fehlt doch noch was? Breitenbach soll endlich eine 400-Meter-Rundbahn erhalten.

Die Leichtathletikanlage in Breitenbach soll für alle Zehnkampf-Disziplinen ausgebaut werden. Noch fehlt Geld für das Millionenprojekt.

200 Meter können Läufer auf der Rundbahn der Leichtathletikanlage Breitenbach zurücklegen – dann endet die Bahn bereits im Grünen. Das soll sich bald ändern. Das Leichtathletikzentrum Thierstein (LZT) will die Anlage ausbauen und damit die Trainingsbedingungen und sportlichen Perspektiven für die Athleten verbessern.

Neben einer Verlängerung der Rundbahn auf 400 Meter soll die Weitsprunganlage versetzt sowie eine Diskus- und Stabhochsprunganlage erstellt werden. Zusätzlich soll um die Rundbahn ein Zuschauerweg entstehen. Ziel ist, dass sämtliche Disziplinen des Zehnkampfes trainiert und wettkampfmässig ausgeübt werden können.

«Schon vor drei Jahren wollten wir einen grösseren Ausbau realisieren», erzählt Tobias Holliger, Präsident des LZT. Der Gemeinderat habe das Projekt damals aber abgelehnt. Es folgte lediglich ein Ausbau der Rundbahn auf die heutigen 200 Meter. «In den letzten drei Jahren haben wir uns überlegt, wie wir das Geld für einen Gesamtausbau doch noch zusammenbringen könnten», sagt Holliger. Denn das Projekt ist nicht günstig: 990'000 Franken soll der Ausbau kosten. Der Verein hat entschieden, dass ein Grossprojekt wie dieses nur möglich ist, wenn es regional aufgegleist und von mehreren Gemeinden getragen wird.

Bald mehr Solothurner Kaderathleten in Basel?

Der Plan hat funktioniert: «Es ist wirklich einmalig, wie die Region zusammengekommen ist», sagt Holliger. Die Gemeinden der Bezirke Thierstein, Dorneck und Laufen haben insgesamt 420'000 Franken beigetragen. «Alle sind überzeugt, dass es etwas Neues für die Leichtathletik in der Region braucht», erklärt der LZT-Präsident.

Ebenfalls vom Projekt überzeugt ist Christof Biedermann, Präsident des Nationalen Leistungszentrums Nordwestschweiz (NLZ) in Basel. Im NLZ trainieren Kaderathleten der Kantone Baselland, Basel-Stadt und Solothurn – auch einige Leichtathleten des Zentrums Thierstein. Es sei durchaus möglich, dass der Ausbau die Athleten fördere und deshalb mehr Sportler den Weg ins Kader und somit ins NLZ schaffen, meint Biedermann. «Es ist immer eine gute Sache, wenn Initiative ergriffen wird», sagt er.

Baselland will kein Geld beitragen

Neben dem Geld der Gemeinden kommen 280'000 Franken vom solothurnischen Lotteriefonds. Das Leichtathletikzentrum selber zahlt 30'000 Franken, der Turnverein Breitenbach 10'000 Franken. «Schade ist, dass der Kanton Baselland nichts beiträgt», findet Tobias Holliger. Dies, obwohl Breitenbach an der Grenze zum Baselbiet liegt und die Anlage auch überkantonal Bedeutung erlangen könnte. «Ausserdem stammt die Hälfte unserer aktiven Mitglieder aus dem Baselbiet», fügt Holliger an.

«Wir haben das natürlich geprüft», erklärt Thomas Beugger vom Baselbieter Sportamt. «Da der Sitz des Vereins und auch der Standort der Anlage aber im Solothurnischen sind, leistet der Kanton keinen Beitrag.»

1000 Franken pro Meter Rundbahn

Das fehlende Geld will das Leichtathletikzentrum Thierstein durch Sponsoring von Privatpersonen und Firmen aufbringen. Seit vergangener Woche ist das Laufmeter-Sponsoring im Gang – dabei kann für 1000 Franken ein Meter der Rundbahn finanziert werden. «Die Namen der Personen oder Firmen werden dann in der Anlage verewigt», erklärt Holliger. Vom Start des Sponsorings ist Holliger bisher aber noch enttäuscht: «Wir haben erst versucht, über unsere Mitglieder und Vitamin B Spender zu finden», sagt er. «Das lief etwas harzig.» Dies könne aber auch mit dem Start der Sommerferien zusammenhängen. Momentan hat der Verein 760'000 Franken beisammen. Im August kommt ein Crowdfunding dazu, das helfen soll.

Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, das Geld bis Ende August gesammelt zu haben. «Wenn das nicht klappt, dann muss der Baustart verschoben werden», so Holliger.

Dieser sollte im Januar sein. Die Bauzeit betrage ungefähr drei Monate. «Das lässt sich aber nicht genau sagen, denn das ist extrem wetterabhängig.» Dies beispielsweise wegen des Kunststoffbelags, welcher Trockenheit und bestimmte Temperaturen braucht. Insgesamt sei es ein sehr ambitionierter Zeitplan, sagt der Präsident des LZT. Und fügt an: «Wir probieren es trotzdem.»

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Autor

Kelly Spielmann

Kelly Spielmann

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