Zuchwil

3000 Schwingfans liessen sich vom Regen nicht die Laune verderben

Der Berner Christian Stucki gewann das Nordwestschweizerische Schwingfest vor rund 3000 Besuchern. Das Fest in Zuchwil war damit ausverkauft.

Vier Kreise aus Sägemehl auf einer grünen Wiese, vier Zweikämpfe, zwei Tribünen. So sah am 107. Nordwestschweizerischen Schwingfest der Festplatz aus. Die Zweikämpfe wurden von der Tribüne aus, stehend im Rasen oder sitzend auf Festbänken von den zahlreichen Besuchern beobachtet. Die Spannung war förmlich in der Luft zu spüren, wenn «die Bösen» gegeneinander antraten und das Publikum mit den Schwingern mitfieberte. Während am frühen Morgen noch ideale Wetterbedingungen herrschten, so wurde es am Nachmittag nass.

Kein Grund nach Hause zu gehen: «Es könnte zwar besseres Wetter sein, aber man kann sich ja entsprechend anziehen», erklärte Besucherin Michèle Müller aus Subingen. Sie hat mit dem Regen kein Problem. «Die Stimmung ist trotzdem gut, und die Kämpfe heute sind ja sehr spannend.»

Platz in der ersten Reihe

Franz Rüdisüli aus Schänis im Kanton Glarus sicherte sich sogar einen Platz in der ersten Reihe. «Von hier aus hat man einen super Überblick und man sieht auch Details, die man in den hinteren Reihen wohl verpassen würde», sagte Rüdisüli. Verpassen will er diese Details nicht: «Für mich ist es hier besonders spannend, weil mein Kollege Arnold Forrer mitschwingt», so der Herr aus Glarus. «Forrer ist bisher sehr gut in Fahrt», freute er sich und wusste zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht, dass es dem Schwinger tatsächlich zum 3. Platz reichen würde.

Auch Nicola Ackermann aus Mümliswil kennt einen Schwinger persönlich: «Remo Stalder ist ein ehemaliger Schulkamerad von mir. Ich bin natürlich sehr nervös», sagte er. Ackermann war unter anderem mit seiner Freundin Chrigi Spiegel vor Ort. Beide waren zum ersten Mal an einem Schwingfest live dabei. «Wir sind hier zwar noch nicht ganz so routiniert, nichtsdestotrotz gefällt uns der Anlass bis jetzt.»

Sie können sich so auch vorstellen, nochmals ein Schwingfest zu besuchen. «Allerdings werden wir wohl das nächste Mal nicht mehr ganz so früh am Start sein», ergänzte Spiegel mit einem Schmunzeln. Sie sei mit ihren Freunden als eine der Ersten am Morgen eingetroffen.

Ihr Kollege Remo Stalder berichtete nach dem dritten Gang: «Bis jetzt liefs okay, natürlich hätte ich den zweiten Kampf nicht so schnell verlieren dürfen, aber grundsätzlich bin ich immer noch zufrieden.» Bereits zu diesem Zeitpunkt zeigte er sich zuversichtlich, was einen Kranzgewinn anbetraf – eine Hoffnung, die sich tatsächlich verwirklichte.

Neben spannenden Kämpfen konnte man sich musikalisch oder kulinarisch verwöhnen lassen. Nicht nur Jodelmusik, auch Alphornmusik gab es zu hören und wer Hunger verspürte, konnte sich mit Bratwurst und Pommes eindecken oder sich am Bankett verwöhnen lassen.

Ausverkauft

«Wir sind bis jetzt sehr zufrieden, wie alles angerollt ist», erklärte Hugo Schumacher, OK-Präsident, zur Mittagszeit und fuhr fort: «Wenn jetzt alles so weitergeht, sind wir sogar mehr als zufrieden!» Mit rund 3000 Zuschauerinnen und Zuschauern war das Schwingfest ausverkauft. Zufrieden zeigte sich auch Stefan Hug, Gemeindepräsident von Zuchwil. In seiner Rede beim Apéro der Ehrengäste verband er den Schwingsport mit «Tradition, Sport und Fortschritt». Worte, die nicht nur wunderbar zum Schwingen, sondern auch zu seiner Gemeinde passen würden.

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