Egerkingen

Zu früh geräumt: «Ich stand vor dem Grab meiner Mutter und konnte meinen Augen nicht trauen»

Empörung in Egerkingen: Der Werkhof räumte die Gräber zu früh

Empörung in Egerkingen: Der Werkhof räumte die Gräber zu früh

Tibbi Bracher wollte am vergangenen Wochenende noch einmal zu ihrer Mutter ans Grab, bevor es heute geräumt werden sollte. Als sie aber in Egerkingen auf den Friedhof ging, konnte sie kaum fassen, dass das Grab bereits weg war.

Tibbi Bracher wollte sich am Sonntag auf dem Friedhof in Egerkingen von ihrer Mutter verabschieden, bevor das Grab geräumt wird. Doch zu diesem Zeitpunkt war vom Grabschmuck schon nichts mehr zu sehen.

Tibbi Bracher wollte sich am Sonntag auf dem Friedhof Egerkingen von ihrer vor 20 Jahren verstorbenen Mutter verabschieden, bevor das Grab am Montag aufgehoben wird. So wie es die Bestattungs- und Friedhofordnung der Gemeinde vorsieht. Doch dort traf sie nur noch auf Erde. «Ich stand vor dem Grab und konnte meinen Augen nicht trauen», sagt Bracher gegenüber TeleM1. «Ich habe mir zurecht gelegt, welche letzten Sätze ich an meine Mutter richten möchte. Das blieb mir verwehrt.»

Dass das Grab früher als kommuniziert aufgehoben worden ist, tut dem Werkhof-Chef leid. «Es war mein Fehler», sagt Heinz Fischer. Seit über 30 Jahren seien die Gräber immer Mitte Oktober geräumt worden. Doch nun sei im Gäuer Anzeiger und den Schreiben der Gemeinde der 26.Oktober 2020 kommuniziert worden.

Für Tibbi Bracher reicht seine Entschuldigung nicht. «Das ist unentschuldbar», meint sie. Das könne man weder mit Erklärungen noch Entschuldigungen wieder gut machen.

Vielleicht ein Trost für sie: Das Grab wurde nur oberflächlich geräumt. Die Urne befindet sich noch in der Erde. (ldu)

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