Gemeindeversammlung
Wolfwil beschliesst das Ende der Wichtel – und den Beginn der Sternenlichter

Die Stimmberechtigten beschlossen die Anschaffung einer Weihnachtsbeleuchtung und genehmigten das Budget 2021. Auch Kredite für den Ausbau der Buchmattstrasse sowie eine neue Wasserleitung Wandfluhstrasse wurden einstimmig angenommen.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Die Wichtelhäuschen von Wolfwil sind dieses Jahr zum letzten Mal zu sehen. Nächstes Jahr gibt es eine Weihnachtsbeleuchtung.

Die Wichtelhäuschen von Wolfwil sind dieses Jahr zum letzten Mal zu sehen. Nächstes Jahr gibt es eine Weihnachtsbeleuchtung.

bko

Wahrscheinlich ist Wolfwil das letzte Dorf im Kanton Solothurn, welches noch über keine eigentliche Weihnachtsbeleuchtung verfügt. Man hatte zwar in den vergangenen Jahren eine heimelige Weihnachtsdekoration mit verschiedenen Holzhäuschen im Dorf, die mit Wichteln bestückt wurden, aufgestellt. Doch die Arbeit dafür war auch immer sehr aufwendig und zeitintensiv.

So gelangte die Kulturkommission mit Petra Stäussi an der von 59 Stimmberechtigten besuchten Budgetgemeindeversammlung mit dem Antrag an die Stimmberechtigten, einen Kredit für eine Weihnachtsbeleuchtung in der Höhe von 70'000 Franken zu bewilligen. Die Versammlung unterstützte das Anliegen einstimmig. Im kommenden Jahr werden nun also Sternenlichter an den Strassenkandelabern angebracht, die im Dorf für weihnachtliche Stimmung sorgen.

Kredite für Strassen und WC-Anlagen

Neben der Weihnachtsbeleuchtung wurden weitere Kredite gesprochen: Für die Sanierung der WC-Anlagen im neuen Schulhaus (250'000 Franken), für die Sanierung und den Ausbau der Bachstrasse (950'000 Franken), für die Sanierung und den Ausbau der Buchmattstrasse (567'000 Franken) und für eine neue Wasserleitung Wandfluhstrasse (190'000 Franken). Diese Beschlüsse erfolgten ebenfalls einstimmig. Beat Wyss, Finanzverwalter, stellte den Stimmberechtigten das Budget 2021 vor. «Die Erfolgsrechnung weist einen Gesamtaufwand von 10,5 Mio. Franken und einen Gesamtertrag von 10,6 Mio Franken aus. Exakt ergibt dies einen Ertragsüberschuss von 133'369 Franken», so Beat Wyss.

Rund 100'000 Franken mehr Steuereinnahmen

Er erwähnte die grössten Abweichungen im Budget zum vergangenen Jahr. «Bei der Gemeindeverwaltung wird ein neuer Briefkasten angeschafft, ebenso ein neuer Schaukasten für die Vereine. Im Bereich Bildung schlägt die Schaffung des dritten Kindergartens zu Buche, zudem müssen weiter Mobilien und Hardware für die Schule angeschafft werden.» Im Bereich Verkehr werde der Fussweg Hauptstrasse bis Schulstrasse saniert, ein Projekt, welches schon länger verschoben worden sei. Zudem sei es jetzt auch an der Zeit, das Gemeindefahrzeug zu erneuern.

Budgetiert wurde auf der Einnahmenseite rund 100'000 Franken mehr an Steuereinnahmen. «Corona wird sich im nächsten Jahr in diesem Bereich noch nicht auswirken», meinte Wyss. Zufrieden stellte er auch fest, dass der Finanz- und Lastenausgleich des Kantons für Wolfwil höher ausfällt als in anderen Jahren. Die Spezialfinanzierungen Wasser, Abwasser und Abfall rechnen alle mit positiven Abschlüssen.

«Es sieht nicht sehr rosig aus»

Trotz der momentan günstigen Situation sei es aber nicht angebracht, über eine Steuersenkung nachzudenken, so der Finanzverwalter weiter. Er zeigte der Versammlung anhand des Finanzplanes für die nächsten fünf Jahre auf, wie sich die Gemeinde in finanzieller Hinsicht entwickeln wird.

Er rechne mit einem moderaten Wachstum an Einwohnern und etwas Zunahme an Steuergeldern. «Noch sind wir gesund, aber es sieht nicht sehr rosig aus», meinte Wyss, denn zu viele wichtige Faktoren seien in nächster Zukunft unbekannt.

Steuern bleiben, Wasser wird günstiger

Unter dieser Prämisse folgten die Stimmberechtigten den Anträgen aus dem Gemeinderat und beschlossen, den Steuersatz für natürliche und juristische Personen auf 120 Prozent zu belassen. Die Feuerwehrsteuer wird analog dem letzten Jahr erhoben. Die Wassergebühr wird jedoch von 2 Franken für Frischwasser auf 1.80 gesenkt. Hingeben bleibt die Abwassergebühr und die Kehrichtgrundgebühr beibehalten. Ebenso wurde beschlossen, auf eine Konzessionsabgabe Elektra zu verzichten. Verschiedene Reglemente wurden, den Anträgen des Gemeinderates entsprechend, zudem angepasst.