Thal-Gäu

Wo kommt Standort der Sozialregion hin? Gemeinden und Zweckverband sind sich uneinig

Im Leuenfeld wird gebaut: Allerdings nicht für den Zweckverband Sozialregion Thal-Gäu.

Im Leuenfeld wird gebaut: Allerdings nicht für den Zweckverband Sozialregion Thal-Gäu.

Die Frage nach dem künftigen Standort des Zweckverbandes Thal-Gäu bleibt eine Baustelle. Das Problem: Die Gemeinden und der Zweckverband können sich nicht einigen.

Plötzlich musste der Entscheid schnell gefällt sein: Legt der Zweckverband seine beiden Standorte im Oensinger Leuenfeld zusammen? Diese Frage hatten die Delegierten im Frühling wegen Corona per Zirkularbeschluss zu beantworten. Und die Antwort lautete: Nein. Die Gemeinden entschieden, gar nicht erst auf das Geschäft einzutreten. Vom Tisch ist damit der Standort Leuenfeld – offen ist hingegen, wie es mit der Sozialregion Thal-Gäu weitergehen soll.

Im Sommer 2014 informierten die Verantwortlichen der Sozialregion erstmals über ihre Pläne, den Betrieb in der grössten Gäuer Gemeinde zu zentralisieren und die Standorte Härkingen und Balsthal aufzugeben. Vor rund drei Jahren gab Zweckverbandspräsident Kurt Bloch bekannt, das Leuenfeld Süd sei ein möglicher künftiger Standort. Ende Mai fuhren auf besagtem Terrain tatsächlich auch die Bagger auf. Die Luzerner Investoren zogen nach der Absage der Sozialregion alternative Pläne aus der Schublade und schaffen nun im Leuenfeld Süd unter anderem weiteren Wohnraum.

Nicht gleicher Meinung was Zentralisierung betrifft

Nach dem Nein der Gemeinden will sich die Sozialregion hinter den Kulissen zunächst neu orientieren. Die auf September anberaumte Delegiertenversammlung ist auf November verschoben. Bis dahin sollen offene Fragen geklärt werden. Die interne Arbeitsgruppe wird nach weiteren möglichen Zukunftsstandorten Ausschau halten, wie Kurt Bloch auf Anfrage sagt. Gut möglich ist aber auch, dass es in dieser Frage noch zu einer Kehrtwende kommt. «Die Sozialregion geht davon aus, sie könnte den Laden effizienter führen, wenn es nur einen Standort gäbe», sagt Wolfwils Gemeindepräsident Georg Lindemann.

Und fügt an: «Wir Gemeinderäte und Gemeinden sehen dies nicht so.» Die Genossenschaft für Altersbetreuung und Pflege Gäu zeige, dass ein gemeindeübergreifender Betrieb mit mehreren Standorten «tadellos» funktionieren könne, so Lindemann. «In der heutigen Zeit ist es nicht mehr nötig, alles an einem Ort zu haben.» Dies habe gerade die Coronakrise und die Verlagerung zum Homeoffice gezeigt. Der Wolfwiler ist selbst nicht Teil der Delegierten, vertritt aber die Interessen der Gäuer Gemeindepräsidenten gegenüber der Sozialregion.

Nicht die Zweifel der Gemeinden, ob eine Zentralisierung sinnvoll ist oder nicht, führten jedoch zur Ablehnung. Viel mehr wurde durch das Leuenfeld-Projekt die mangelhafte Kommunikation des Zweckverbandes offenkundig. «Wir erfuhren erst relativ spät vom Vorhaben», sagt Lindemann. «Eine schrittweise Informationspolitik wäre besser.»

Im November vergangenen Jahres legte die Sozialregion den ausgearbeiteten Projektvorschlag den Gemeinden vor. Lindemann dazu: «Man wollte das Projekt noch schnell durchbringen.» Jedoch sei dieses noch nicht bis zum Schluss durchgedacht gewesen und habe nicht alle notwendigen Informationen enthalten. Dieser Ansicht waren an der letztjährigen Sitzung gemäss Lindemann sowohl die Gäuer wie auch die Thaler Gemeindepräsidenten gewesen.

Ein «faires Angebot» ist vom Tisch

Präsident Kurt Bloch sagt: «Der Entscheid der Gemeinden ist zu akzeptieren.» Der Mümliswiler Gemeindepräsident schätzt das Angebot der Luzerner Investoren als «fair» ein. Der Zweckverband hätte pro Quadratmeter ungefähr gleich hohe Mietkosten bezahlt, wie sich aktuell an den beiden Standorten Balsthal und Härkingen.

Nach zwei Jahren bestand im Leuenfeld eine Kaufoption. Für rund sieben Millionen Franken hätte die Sozialregion die Räumlichkeiten erwerben können. Daraus wird nun nichts.

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